Trotz der positiven persönlichen Bilanz in der laufenden Spielzeit zeigte sich der Angreifer am Rande des All-Star Games nicht restlos zufrieden. Das liegt vor allem an den wechselhaften Darbietungen und dem aktuellen Tabellenplatz der Oilers. "Ich freue mich zwar über meine persönlichen Scorerwerte, aber viel wichtiger ist mir der Erfolg mit Edmonton. Was nützt es, wenn du 60, 80 oder 100 Punkte auf dem Konto hast, sich dein Team aber nicht für die Playoffs qualifiziert? Ich würde lieber 20 Punkte weniger erzielen und in die Playoffs kommen, als umgekehrt", sagte Draisaitl. Für die kommenden Aufgaben sieht er sich und die Mannschaft in der Pflicht. "Nach dem Trainerwechsel waren wir zurück in der Erfolgsspur, haben dann aber erneut den Faden verloren. Wir müssen schnell einen Weg finden, wieder bessere Spiele abzuliefern. Dazu gehört unter anderem, dass wir weniger Torchancen zulassen. Wir haben eindeutig zu viele Gegentore bekommen."
Draisaitl glaubt fest daran, dass die Oilers rechtzeitig die Kurve bekommen und am Ende der Hauptrunde ein Playoff-Ticket lösen. "Wir wollen alles daransetzen, um uns über eine Wildcard die Teilnahme an den Playoffs zu sichern. Das ist machbar, der Rückstand ist nicht allzu groß. Den können wir auf jeden Fall wettmachen", betonte er. Sollte den Oilers der Playoff-Einzug gelingen, würden sie die Enttäuschung aus dem Vorjahr vergessen machen. 2017/18 hatten sie die Endrunde verpasst.
In den nächsten Tagen will Draisaitl den Liga-Alltag jedoch ein Stück weit hinter sich lassen und die Atmosphäre rund um das All-Star Game genießen. Er gehört zum ersten Mal zu den Auserwählten für dieses Großereignis. Nach Uwe Krupp (1991), Marco Sturm (1999) und Olaf Kölzig (1998, 2000) ist er der vierte deutsche Spieler, der bei dem Event dabei sein wird. "Das All-Star Game ist eine willkommene Abwechslung für mich. Ich kann Spaß haben, frische Kräfte sammeln und mich neu konzentrieren. Das hilft für den weiteren Saisonverlauf", sagte Draisaitl.
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Besonders freut er sich, dass er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Connor McDavid in der Auswahl der Pacific Division steht. "Er ist ein toller Kerl. Schön, dass ich mit ihm zusammen das All-Star Game spielen darf. Er kennt sich damit ja schon gut aus. Von daher ist er ein perfekter Ansprechpartner für mich, wenn ich mal die ein oder andere Frage zum Prozedere habe", meinte Draisaitl.
Vieles spricht dafür, dass die Kombination Draisaitl-McDavid in San Jose ein Offensivspektakel zelebrieren wird. Das liegt unter anderem am Modus des NHL All-Star-Games. Die Begegnungen werden wie in der Verlängerung eines Hauptrundenmatches im Spiel 3 gegen 3 ausgetragen. Draisaitl schätzt diese Form nach eigener Aussage. "Ich finde, dass 3 gegen 3 grundsätzlich eine spannende Angelegenheit ist. Das gilt umso mehr, wenn so viele großartige Spieler am Start sind wie beim All-Star Game. Für die Zuschauer wird das mit Sicherheit eine tolle Sache", ließ er im Vorfeld verlauten. McDavid (29 Tore) und Draisaitl (27) markierten 56 der 144 Oilers-Treffer in dieser Saison.