EDM Leon Draisaitl

Spiel 4 des Stanley Cup Finals 2024 könnte schon das letzte sein. Am Samstagabend (8 p.m. EDT; Sonntag, 2 Uhr MESZ; live auf Sky Sport, ProSieben, MySports, NHL.tv) könnten sich die Florida Panthers zum ersten Mal in ihrer Geschichte zum Stanley Cup Sieger küren (Serie: 3-0). Die Edmonton Oilers wollen genau das verhindern, den ersten Sieg einfahren und die Serie zurück nach Süd-Florida bringen. NHL.com/de zeigt in fünf Slapshots auf, worauf es in Spiel 3 ankommen wird.
 
Der Stanley Cup ist in der Halle
 
„The Stanley Cup is in the building“, heißt der inflationär gebrauchte Spruch, wenn in einem Stanley Cup Final ein Elimination Game ansteht. Genau das ist der Fall in Spiel 4. Für beide Mannschaften bedeutet das einen unterschiedlichen mentalen Druck. Der vierte Sieg ist laut Eishockey-Sprech immer der schwierigste, was gegen die Panthers sprechen würde. Die Oilers konnten dagegen noch kein einziges Spiel in dieser Saison gegen Florida gewinnen (0-2 in der regulären Saison, 0-3 in den Stanley Cup Playoffs), stehen gegen den „Angstgegner“ nun mit dem Rücken zur Wand und müssen den Sweep abwenden. Wer also geht besser mit diesen Emotionen um?
 
Oilers-Superstars müssen liefern
 
Seit Jahren leben die Oilers von der Scoring-Power ihrer Superstars. Connor McDavid kam in der regulären Saison auf 132 Scorerpunkte (32-100-132), gefolgt von Leon Draisaitl (41-65-106), Evan Bouchard (18-64-82), Zach Hyman (54-23-77) und Ryan Nugent-Hopkins (18-49-67). Auf dieses Quartett war auch in den Playoffs lange Verlass: McDavid (5-29-34), Draisaitl (10-18-28), Bouchard (6-22-28), Hyman (14-4-18) und Nugent-Hopkins (6-14-20) erwiesen sich einmal mehr als Triebfeder. Doch ausgerechnet das Herzstück von Edmontons Offensive scheint im Stanley Cup Finale Sand im Getriebe zu haben. McDavid (0-3-3), Draisaitl (0-0-0), Hyman (0-0-0), Bouchard (0-1-1) und Ryan Nugent-Hopkins (0-0-0) trafen noch nicht ins Tor und kommen kumuliert auf gerade einmal vier Assists. Die Superstars müssen in Spiel 4 also schnell auftauen, um die Oilers zum ersten Sieg in dieser Final-Serie zu ballern.

Panthers müssen ihrem Stil treu bleiben
 
Für die Panthers geht es dagegen darum, keinen Millimeter von ihrem bislang so erfolgreichen Spiel-Stil abzuweichen. Dazu zählt hartes Körperspiel: In drei Final-Spielen prasselten bereits 127 Checks auf Edmonton ein. Sam Bennett (20 Checks) führt diese Hit-Parade vor Steven Lorentz (13), Kyle Okposo (zehn), Matthew Tkachuk und Brandon Montour (beide je neun) an. Insbesondere mit ihrem aggressiven Forechecking richtet Florida immer wieder Schaden bei den Oilers an, erzwingt Puckverluste und kommt in gefährlichen Positionen zum Abschluss, was gepaart mit der gnadenlosen Effektivität eine hochexplosive Mischung ist. Doch die Panthers können weit mehr als nur zerstören. Dazu zählt auch eine ausgeklügelte Defensiv-Taktik: So empfängt Florida Edmontons Angriffe in der neutralen Zone in einer engmaschigen 1-3-1- oder 1-4-Formation, was den Zonen-Eintritt erschwert. Das Tempo der Oilers wird damit gebremst. Edmonton muss tief spielen, was das Spiel erneut an die Bande zwingt, wo sich die Panthers am wohlsten zu fühlen scheinen und den Gegner mit ihrer Physis aufreiben. Edmontons Trainer Kris Knoblauch muss schnell eine Strategie entwickeln, um sich all dem zu entziehen.
 
Edmonton darf nicht in Rückstand geraten
 
Angesichts dieser Defensivtaktik, sollten die Oilers tunlichst verhindern, in Rückstand zu geraten. Insbesondere, weil die eigene Offensive noch nicht wie gewohnt abliefert. In drei Spielen konnte Edmonton bislang noch keinen Rückstand drehen. Ein 1:1-Ausgleichstreffer in Spiel 3 durch Warren Foegele war bislang das höchste der Gefühle. Die Kanadier müssen also schnell ihre individuellen und kollektiven Fehler in der Defensive abstellen und eine Rückstand-Situation verhindern.
 
Braucht Draisaitl einen festen Mitspieler?
 
Edmontons Trainer Knoblauch warf in jedem Spiel die Rotationsmaschine an und hoffte durch neue Spieler auch neue Reize setzen zu können. Der Erfolg blieb allerdings aus. Insbesondere die Reihe von Leon Draisaitl ist immer wieder von Wechseln betroffen. Lange galt Dylan Holloway als fester Reihen-Kollege, doch in Spiel 3 erhielt der 28-jährige Kölner mit Ryan McLeod und Corey Perry gleich zwei neue Nebenleute. Was auch immer Knoblauch ausprobierte, sorgte bislang nicht für mehr Durchschlagskraft in der zweiten Oilers-Reihe. Setzt Edmontons Headcoach nun auf Konstanz statt Rotation?

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