Boston Bruins: Bereit f�r mehr!

Die NHL hat am 26. Mai den Re-Start des Spielbetriebes mit 24 Mannschaften angekündigt. Sie werden in einem Format mit Vorrunde, Qualifikationsrunde und Playoffs den Stanley-Cup-Sieger 2020 ermitteln. In einer Serie lotet NHL.com/de die Chancen der beteiligten Teams auf den Titelgewinn aus. In dieser Ausgabe: Fünf Gründe, warum die Boston Bruins den Stanley Cup holen.

Ein Sieg hat den Boston Bruins 2019 zum Triumph im Stanley Cup gefehlt. In einer dramatischen Endspielserie mussten sie sich nach sieben Duellen den St. Louis Blues geschlagen geben. In diesem Jahr sollte es niemand überraschen, wenn die Vertretung aus Massachusetts erneut ins Finale vordringt und dieses Mal den letzten Schritt zum Titelgewinn vollzieht. Fünf Gründe sprechen dafür, dass ihr das gelingt.
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Die Bruins haben die reguläre Saison dominiert
Beim Abbruch der regulären Saison standen sie mit 100 Punkten unangefochten an der Spitze der NHL-Tabelle. Boston war die einzige Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt eine dreistelle Punktzahl vorweisen konnte. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierten Blues betrug sechs Zähler. Die Grundlage für die imposante Matchbilanz von 44-14-12 bildeten zwei langanhaltende Erfolgsphasen. Zu Saisonbeginn punkteten die Bruins in 13 ihrer ersten 14 Spiele (11-1-2) und in den letzten 20 Partien vor dem vorzeitigen Ende der Hauptrunde hatten sie einen nicht minder eindrucksvollen Lauf mit 16 Siegen (16-4-0).

Top 10 Spielzüge der Bruins ... bisher

Die Bruins glänzten in dieser Spielzeit sowohl im Angriff (225 erzielte Treffer) als auch in der Abwehr. Mit 174 Gegentoren in 70 Begegnungen stellten sie die beste Defensive der Liga. Die Tordifferenz von +53 ist ebenfalls Liga-Spitzenwert. Wenn es der Offensive und der Defensive gelingt, an die Form der regulären Saison anzuknüpfen, werden die Bruins auf dem Weg zum Stanley Cup nur schwer zu stoppen sein.
Pastrnak ist nicht zu bändigen
Um einen Titel zu holen, braucht es neben einem gut harmonierenden Kollektiv auch herausragende Einzelspieler, die in der Lage sind, ein Match notfalls alleine zu entscheiden. Diese Anforderungsprofil erfüllt Angreifer David Pastrnak in Perfektion.
Der 24 Jahre alte Flügelstürmer spielte die beste Hauptrunde seiner NHL-Karriere. Er erwies sich als sicherer Vollstrecker und erfolgreicher Vorlagengeber. Mit 48 Treffern belegte er gemeinsam mit Alex Ovechkin von den Washington Capitals den ersten Platz in der NHL-Torschützenliste und holte sich damit erstmals die Maurice "Rocket" Richard Trophy. In vier Partien gelang ihm ein Hattrick. Seine 95 Punkte (48 Tore, 47 Assists) bedeuteten Rang 1 in der teaminternen Scorerwertung und Position 3 in der Liga.

TBL@BOS: Pastrnak zieht ab und trifft

Die Kontrahenten der Bruins in der Vorrunde und den anschließenden Stanley Cup Playoffs werden sich schwertun, den Tatendrang von Pastrnak wirksam einzudämmen.
Rask und Halak halten den Laden hinten dicht
Mit Tuukka Rask und Jaroslav Halak verfügen die Bruins über das stärkste Torhüter-Duo der 24 Mannschaften, die beim Re-Start dabei sein werden. Rask bestritt 41 Spiele (41 Starts, 26 Siege, fünf Shutouts) in dieser Saison und brillierte mit einem Gegentorschnitt von 2,12 (Platz 1 in der NHL) sowie einer Fangquote von 92,9 Prozent. Damit ist er ein heißer Kandidat für die Vezina Trophy, die an den besten Schlussmann verliehen wird. Halak kam als Backup von Rask zu 31 Einsätzen (29 Starts, 18 Siege, drei Shutouts). Sein Gegentorschnitt lag bei 2,39, seine Fangquote betrug 91,9 Prozent.

Rask_Halak

Für Boston ist es ein absoluter Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz, dass sie mit zwei Torleuten dieser Güteklasse in die Playoffs gehen können. Mit Halak als Backup besteht für Trainer Bruce Cassidy jederzeit die Möglichkeit, seinem Stammtorhüter Rask eine Pause zu gönnen. Vor allem dann, wenn die Bruins viele lange Serien zu bestreiten haben.
Die Offensive besitzt mehr Tiefe
In den Playoffs des vergangenen Jahres trat ein Problem offen zu Tage: Wenn es dem Gegner gelang, die Top-Reihe der Bruins mit Brad Marchand, Patrice Bergeron und Pastrnak aus dem Spiel zu nehmen, hatte die Mannschaft ihre liebe Mühe und Not in Sachen Offensivproduktion. Es mangelte an Stürmern aus den hinteren Reihen, die im nötigen Maße als Scorer in die Bresche sprangen. Die gleiche Schwierigkeit zeigte sich auch im Laufe dieser Saison. Hinter dem Top-Trio, das es zusammen auf 238 Punkte (107 Tore, 131 Assists) brachte, klaffte beim Scoring eine große Lücke.
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Die Verantwortlichen der Bruins reagierten auf dieses Manko und holten zur NHL Trade Deadline im Februar die beiden Stürmer Ondrej Kase und Nick Ritchie von den Anaheim Ducks. Ihre Verpflichtung könnte sich als genialer Schachzug erweisen. Zumindest verfügt die Abteilung Attacke nun über wesentlich mehr Tiefe.
Veteranen kämpfen womöglich um die letzte Titelchance
Für einige Veteranen im Team, wie Kapitän Zdeno Chara (43 Jahre), Rask (33) Bergeron (34) und David Krejci (34) ist es vielleicht die letzte Chance, nach 2011 noch einmal den Stanley Cup mit den Bruins zu gewinnen. Zumindest bleibt ihnen nicht mehr unendlich viel Zeit dafür. Sie werden sich deshalb ganz besonders ins Zeug legen, um den Pokal erneut in die Höhe zu stemmen. Das sollte dem gesamten Team einen zusätzlichen Schub verleihen.