Hedman-Shot

Den ersten Matchball im Stanley Cup Finale 2021 haben die Tampa Bay Lightning gegen die Montreal Canadiens vergeben. Die zweite Chance, die Titelverteidigung perfekt zu machen, bietet sich ihnen am heutigen Mittwoch (8 p.m. ET; NHL.TV, Sport1, DAZN; Do. 2 Uhr MESZ) in Spiel 5 zu Hause in der Amalie Arena in Tampa. Die Canadiens werden jedoch alles daransetzen, das Momentum nach dem Sieg im vorangegangenen Match zu nutzen und sich mit einem weiteren Erfolg in der Best-of-7-Serie noch einmal einen Auftritt vor eigenem Publikum zu sichern.

Folgende fünf Faktoren gilt es bei Spiel 5 zu beachten:
Mehr Ideenreichtum beim Powerplay gefragt
Ein Grund für die Niederlage der Lightning in Spiel 4 war der fahrlässige Umgang mit den Überzahlsituationen. Fünf Powerplays ließen sie ungenutzt, darunter eine Vierminutenstrafe gegen Canadiens-Kapitän Shea Weber in der Schlussphase des letzten Drittels und zu Beginn der Verlängerung. Um Montreal im Penalty Killing ernsthaft in Verlegenheit zu bringen, ist von Tampa Bays Powerplay-Einheiten mehr Ideenreichtum und Durchschlagskraft gefragt, als das bislang in den vier Finalspielen der Fall war.
In diesen Begegnungen konnten sie nur zwei von zwölf Gelegenheiten bei numerischer Überlegenheit ausnutzen, was einer mäßigen Erfolgsquote von 16,7 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Über die gesamten Stanley Cup Playoffs dieses liegt der Wert mit 33,9 Prozent erfolgreich abgeschlossener Überzahlspiele (22 von 65) wesentlich höher.
Nach einer Niederlage folgt eine starke Reaktion
Statistisch gesehen stehen die Chancen der Lightning, nach Spiel 5 zum dritten Mal in der Franchise-Geschichte den Stanley Cup in die Höhe zu stemmen, ausgesprochen gut. Denn zwei Niederlagen in Folge in den Stanley Cup Playoffs mussten sie zuletzt in der ersten Runde 2019 beim Aus gegen die Columbus Blue Jackets hinnehmen.

Top Momente vom Stanley Cup Finale 2020

Seitdem sind 47 Partien vergangen, in denen Tampa Bay nach einem Misserfolg immer einen Sieg feierte. 2020 entschied das Team sowohl das Conference Finale als auch das Stanley Cup Finale für sich, nachdem sie zuvor die erste Chance auf den Triumph vergeben hatten.
Drei Stürmer haben laufende Punktserien
In prächtiger Form befinden sich die Angreifer Barclay Goodrow und Blake Coleman von den Lightning sowie Nick Suzuki von den Canadiens. Das Duo von Tampa Bay tauchte in allen vier Finalpartien als Scorer auf dem Spielberichtsbogen auf. Das ist besonders bemerkenswert, da sie in der dritten Reihe vorwiegend Defensivaufgaben zu erledigen haben. Goodrow schoss ein Tor und lieferte drei Assists. Coleman brachte es ebenfalls auf vier Scorerpunkte, allerdings gleichmäßig aufgeteilt in Tore und Vorlagen.

TBL@MTL, Sp4: Suzuki bedient Anderson

Suzuki hat in den zurückliegenden drei Spielen gepunktet. Ihm gelangen zwei Tore und ein Assist. Mit 21 Jahren ist er der jüngste Akteur in der langen Geschichte der Canadiens, der in einer Finalserie dreimal hintereinander als Scorer in Erscheinung trat. Zugleich steht der Center in den laufenden Playoffs mit 16 Punkten (sieben Tore, neun Assists) aus 21 Einsätzen an der Spitze der teaminternen Scorerwertung.
Price liebt die entscheidenden Duelle
Nachdem die ersten drei Spiele im Finale verloren gegangen waren, sah sich Montreals Torwart Carey Price harter Kritik ausgesetzt. Doch die perlte an der Nummer eins zwischen den Pfosten einfach ab. In Spiel 4 bewies er dann eindrucksvoll, weshalb er zu den besten Torhütern der Welt zählt. Mit etlichen Glanzparaden trug er dazu bei, dass seine Mannschaft als Gewinner vom Eis ging und den Rückstand in der Serie auf 1:3 verkürzte. Um die Hoffnungen der Canadiens auf die erste Meisterschaft seit 1993 am Leben zu erhalten, muss Price erneut sein gesamtes Leistungsvermögen abrufen.
Das dürfte kein Problem sein, denn der Routinier liebt Duelle, in denen es um alles oder nichts geht. 4:0 lautet seine Bilanz in der diesjährigen Postseason bei den sogenannten Do-or-Die-Spielen. Dabei verzeichnete Price eine Fangquote von 94,4 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,85.

TBL@MTL, Sp4: Anderson mit seinem zweiten Tor

Aggressivität und gesunde Härte
Die Canadiens waren in Spiel 4 nicht die bessere, aber eindeutig die aggressivere Mannschaft. Damit gelang es ihnen, die Offensive der Lightning um die Top-Scorer Nikita Kucherov und Brayden Point nicht so zur Entfaltung kommen zu lassen, wie dies in den drei vorangegangenen Begegnungen der Fall war.
Die gesunde Härte ist ein Markenzeichen von Montreal in den laufenden Playoffs und war ein wichtiger Aspekt für den Finaleinzug. Von daher steht es außer Frage, dass sie beim anstehenden Aufeinandertreffen wiederum mit vollem Körpereinsatz zu Werke gehen werden, um die Stars der Lightning aus dem Spiel zu nehmen.