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Am 28. Juli wird die NHL Free Agency eröffnet. NHL.com/de informiert im Vorfeld und nach Beginn des Spielermarktes über die wichtigsten Transfers, Vertragsunterzeichnungen und weitere interessante Geschehnisse.

In dieser Ausgabe: Der Bedarf der Teams aus der Atlantic Division
Boston Bruins
Die Boston Bruins erreichten in den vergangenen vier Spielzeiten mindestens die zweite Runde der Stanley Cup Playoffs. Eine Schwäche war zuletzt die linke Abwehrseite. Die Abgänge von Zdeno Chara (Washington Capitals) and Torey Krug (St. Louis Blues) konnten vergangene Saison nicht kompensiert werden. Die beiden Rookies Jakub Zboril und Urho Vaakanainen zeigten gute Ansätze, befinden sich aber im Entwicklungsprozess. Routinierte Verteidiger dürften also auf der Einkaufsliste stehen.

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Ein Fragezeichen steht hinter den Torhütern. Die Verträge von Tuukka Rask and Jaroslav Halak laufen aus. In Jeremy Swayman haben die Bruins zwar den Goalie der Zukunft. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass dem 22-Jährigen ein erfahrener Schlussmann an die Seite gestellt wird.
Buffalo Sabres
Die Buffalo Sabres haben zum zehnten Mal in Folge die Playoffs verpasst. Beim NHL Draft 2021 kann das Franchise aus dem Vollen schöpfen. Zehn Zugriffsrechte stehen dem Klub insgesamt zur Verfügung, darunter der First-Overall-Pick sowie jeweils zwei Picks in der zweiten und der dritten Runde. Heißt also: Sie können sich das vermeintlich größte Talent dieses Jahrgangs sichern. Dies könnte zum Beispiel Verteidiger Owen Power von der University of Michigan sein.
Sofortverstärkungen muss sich die Mannschaft allerdings über die Free Agency beschaffen. Eine große Schwachstelle vorige Saison war das Defensivverhalten. 196 Gegentreffer wurden zugelassen. Gemeinsam mit den San Jose Sharks stellten sie damit die zweitschwächste Verteidigung der Liga. Auf diesem Gebiet besteht Handlungsbedarf. Treffsichere Flügelstürmer täten der Mannschaft ebenfalls gut.
Detroit Red Wings
Die Mannschaft um den deutschen Torwart Thomas Greiss befindet sich in einem Umbruch. In den vergangenen fünf Jahren wurden die Playoffs stets verfehlt.
Große Hoffnungen ruhen auf dem deutschen Verteidiger Moritz Seider, der vergangene Saison in Schweden gespielt hat und dort zum Defenseman of the Year ernannt wurde. In der kommenden Saison soll er auch in der NHL durchstarten.

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Überhaupt hat die Mannschaft viele junge Top-Spieler in ihren Reihen. Dazu zählen unter anderem Verteidiger Filip Hronek sowie die Stürmer Dylan Larkin und Filip Zadina.
Gleichwohl benötigt die Mannschaft erfahrene Führungsspieler in allen Bereichen. Nach denen dürfte das Team in der Free Agency verstärkt Ausschau halten.
Florida Panthers
Die Florida Panthers scheiterten vergangene Saison in der ersten Playoff-Runde an den Tampa Bay Lightning. Die letzte Spielzeit, in der sie eine Endrunden-Serie für sich entscheiden konnten, liegt lange zurück. Das war im Anschluss an die reguläre Saison 1995/96. Damals gelangte die Vertretung aus Sunrise bis in das Finale um den Stanley Cup, unterlag dort allerdings den Colorado Avalanche.
Die Panthers verfügen über einen ausgewogenen Kader. Allerdings hat sich Ausnahme-Verteidiger Aaron Ekblad vergangene Saison schwer verletzt. Der Vertrag mit seinem Abwehr-Kollegen Brandon Montour läuft aus. Florida könnte daher in der Defensive mehr Tiefe gebrauchen.
Montreal Canadiens
Die Montreal Canadiens waren vergangene Saison die große Überraschungsmannschaft, als sie es nach einer durchwachsenen Hauptrunde bis ins Finale um den Stanley Cup schafften.

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Der Kader wird sich jetzt allerdings verändern. Die Verträge des linken Flügelstürmers Tomas Tatar und des Centers Eric Staal laufen aus. Vor allem in der Sturmmitte würde den Canadiens mehr Tiefe guttun.
Auch für Tatar, der vergangene Saison mit zehn Toren und 20 Assists der viertbeste Scorer der Mannschaft war, muss dringend adäquater Ersatz her, sofern sich Spieler und Klubleitung nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen.
Ottawa Senators
Die Ottawa Senators verpassten zwar zum vierten Mal in Folge die Playoffs, nahmen aber dennoch eine gute Entwicklung. Dies hing auch mit dem deutschen Stürmer Tim Stutzle zusammen, der gleich in seiner ersten Saison zum Leistungsträger avancierte.
Eugene Melnyk, der Eigentümer der Ottawa Senators, hatte im vergangenen Jahr die Vorgabe erteilt, sich innerhalb von drei Jahren zu einem Top-Team zu entwickeln. Nun steht die zweite Saison dieser Zeitspanne bevor.
Positiv ist, dass die Führungskräfte weiterhin unter Vertrag stehen. Die Vertragsverlängerung mit Brady Tkachuk, dem teaminternen Top-Scorer der Vorsaison, dürfte Formsache sein. Weil der 21-Jährige lediglich zum Restricted Free Agent wird, haben die Senators die Kontrolle.
Mehr Auswahl auf der Center-Position und mehr Qualität in der Verteidigung würde der Mannschaft bei der Verwirklichung der angestrebten Ziele sicherlich helfen.
Tampa Bay Lightning
Gewinnt eine Mannschaft zwei Mal in Folge den Stanley Cup, besteht in der Free Agency normalerweise kein großer Handlungsbedarf. Das Problem ist allerdings: Der Kader der Tampa Bay Lightning wird kommende Saison ein anderer sein.

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Die Top-Stars Andrei Vasilevskiy, Victor Hedman, Nikita Kucherov, Steven Stamkos oder Brayden Point stehen zwar weiterhin unter Vertrag. Dafür könnte die Tiefe verloren gehen.
Weitere Kernspieler wie Tyler Johnson, Ondrej Palat und Alex Killorn, die einen gültigen Vertrag haben, müssen aufgrund finanzieller Zwänge möglicherweise abgegeben werden. Beim Expansion Draft verlor Tampa Bay bereits Center Yanni Gourde an die Seattle Kraken. Die Free Agency dürfte genutzt werden, um Abgänge kostengünstig zu kompensieren.
Toronto Maple Leafs
Der Playoff-Fluch lastet schwer auf den Toronto Maple Leafs. Seit 2004 konnten sie keine Serie einer Postseason mehr gewinnen. Vergangene Saison scheiterten sie unglücklich mit 3:4 in der ersten Runde an den Montreal Canadiens.
Während die Maple Leafs auf der Position des Centers mit Auston Matthews und John Tavares erstklassig besetzt sind, fehlt es auf dem linken und rechten Flügel an Tiefe.
Unklarheiten bestehen auch auf der Torwartposition. Jack Campbell hat noch ein Jahr Vertrag. Das Arbeitsverhältnis mit Frederik Andersen läuft dagegen aus. Sollte er zu einem anderen Team wechseln, bräuchten die Canadiens zweifellos einen erfahrenen zweiten Mann zwischen den Pfosten.