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Die zwei Gesichter der Flyers in dieser Saison

Nach sechs Siegen in Folge musste sich Philadelphia geschlagen geben, kein Grund zu verzweifeln

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Als Los Angeles Kings Stürmer Tyler Toffoli knapp 6 1/2 Minuten vor Spielende, nach einem Puckverlust von Center Sean Couturier in der Vorwärtsbewegung, plötzlich alleine vor Brian Elliott auftauchte und das Spielgerät in die Maschen versenkte, war sie besiegelt - die erste Niederlage der Philadelphia Flyers nach zuvor sechs Siegen in Folge. Mit 1:4 Toren musste sich am Montag das Team von Headcoach Dave Hakstol seinen kalifornischen Gästen geschlagen geben, doch der Leistungsunterschied zwischen den Kings, die durch den Auswärtserfolg wieder die Tabellenführung in der Pacific Division übernommen haben, und den in der Eastern Conference elftplatzierten Flyers war geringer, als das Endergebnis und der Tabellenstand vermuten lässt.

"Das war eine enge Partie", analysierte Philadelphias Rechtsaußen Jakub Voracek gegenüber NHL.com das Spielgeschehen. "Sie haben keine Fehler gemacht. Wir sahen, vor allem im zweiten Durchgang ganz gut aus, doch wir konnten aus unseren Powerplays kein Kapital schlagen. Unser Überzahlspiel (1-6) hat uns den Sieg gekostet."

Hätte man die Spieler der Flyers am 3. Dezember, einen Tag nachdem sie im heimischen Wells Fargo Center den Boston Bruins mit 0:3 unterlegen waren und damit ihre zehnte Niederlage hintereinander (0-5-5) kassiert hatten, danach gefragt, ob sie mit einer Ausbeute von zwölf Punkten aus ihren kommenden sieben Auftritten einverstanden wären, allesamt hätten sie es unterschrieben. Zu diesem Zeitpunkt betrug ihr Abstand auf den in die Ferne gerückten zweiten Wildcard-Platz für die Stanley Cup Playoffs satte acht Punkte.

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"Wenn du unbedingt gewinnen willst, dann ist es schwer Rückständen hinterherzulaufen. Wir müssen gerade jetzt einen Weg finden, der uns [aus der Misere] herausführt. Wir wären gut beraten das Geschehene hinter uns lassen", gab Center Travis Konecny nach dem Bruins-Spiel die Marschrichtung vor.

Angesichts eines Rückstands von immer noch vier Punkten auf einen begehrten Playoffplatz, dürfen sich die Flyers von ihrer gestrigen Niederlage nicht aus der Bahn werfen lassen, sondern sollten sich erneut die Worte von Konecny zu Herzen nehmen.

Obwohl auch ein Blick zurück in die eigene Franchisegeschichte ihnen dienlich sein kann. Er verrät ihnen, dass es durchaus möglich ist, sich in einer Saison für die Playoffs zu qualifizieren, obwohl das Team zehn Spiele in Folge verloren hat. Im Anschluss der Spielzeit 2007/08, in der die Flyers zwischen dem 6. und 23. Februar 2008 kein Spiel gewinnen konnten (0-8-2), drangen sie sogar noch bis in das Eastern Conference Finale vor.

Philadelphias Kader verfügt über das Rüstzeug, sprich über die spielerischen Mittel, die Nervenstärke, die Kadertiefe und die Praxis, wie mit enttäuschenden Situationen umzugehen ist. Es hatte sich doch keiner ihrer Aktiven eingebildet, dass sie bis zum Saisonende kein Spiel mehr verlieren werden.

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Mit Voracek (8 Tore, 33 Assists) haben die Flyers den besten Torvorbereiter der Liga in ihren Reihen und mit Ausnahme der Verteidiger Robert Hagg und Radko Gudas konnte schon jeder Spieler, der zu mindestens zehn Einsätzen kam, einen Treffer für sich und seine Flyers verbuchen.

Der österreichische Stürmer Michael Raffl machte die persönliche Erfahrung, dass es nur der Geduld bedarf, um eine Flaute zu beenden. In den ersten 21 Saisonpartien gelang dem 29-jährigen Villacher kein Scorerpunkt. Er verlor dadurch jedoch nicht den Glauben an sich selbst: In den vergangenen zwölf Partien brachte er es auf fünf Tore und vier Assists.

Bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, wenn sich die Detroit Red Wings in Philadelphia die Ehre geben, können die Flyers für Wiedergutmachung sorgen, bevor sie sich auf eine vier Spiele umfassende, nur von den Weihnachtstagen unterbrochene, Auswärtstour begeben.

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