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Am Ostersonntag feierten die Florida Panthers im heimischen BB&T Center nicht nur einen 3:0-Sieg gegen die Columbus Blue Jackets, sondern einen ganz besonderen Erfolg. Mit ihrem sechsten Sieg in Folge übernahmen sie mit jetzt 56 Punkten (26-9-4) die alleinige Führung in der Tabelle der gesamten NHL. Zuvor hatten sie mit den Tampa Bay Lightning, die den Detroit Red Wings mit 1:5 unterlagen, erfolgreich um die Führung in der Discover Central Division gekämpft.

"Man kann sehen, dass jeder hier in der Kabine Spaß daran hat, was wir hier tun, aufs Eis zu gehen, zu spielen und einfach alles zu geben", war Kapitän Aleksander Barkov nach dem Sieg stolz auf die Leistung seines Teams. "Deshalb haben wir Erfolg. Alle genießen es und alle haben Spaß daran."
Barkov, der selbst das 1:0 erzielte und das 3:0 vorbereitete, hatte erst einen Tag zuvor seine Rückkehr nach einer Verletzungspause gefeiert. Er war nicht der einzige Schlüsselspieler, auf den die Panthers zuvor verzichten mussten. Stürmer Patric Hornqvist kehrte im selben Spiel wie Barkov in den Spielbetrieb zurück. Auf Verteidiger Aaron Ekblad werden die Panthers hingegen die gesamte Saison verzichten müssen. Ekblad galt als Kandidat für die Norris Trophy als bester Verteidiger der Saison, brach sich am 28. März bei einem 4:1-Sieg gegen die Dallas Stars aber das linke Bein. Doch auch ohne solche Schlüsselspieler gelang es Florida mit überzeugenden Mannschaftsleistungen die längste Siegesserie des Teams in dieser Saison zu starten.

"Jeder in der Mannschaft leistet seinen Beitrag", lobte Trainer Joel Quenneville. "Hinten stehen wir sicher und unsere Torhüter waren wirklich sehr konstant... Wir arbeiten hart, spielen zusammen und arbeiten füreinander. Die Ausgeglichenheit der Reihen ist deutlich sichtbar."
Die guten Ergebnisse im Tor haben die Panthers Sergei Bobrovsky und Chris Driedger zu verdanken. Bobrovsky kommt bei 22 Einsätzen auf eine Bilanz von 15-5-2, 91 Prozent Fangquote und 2,79 Gegentore pro Spiel und hat die fünftmeisten Siege der Liga auf dem Konto. Vor allem Driedger sticht in dieser Saison jedoch hervor. Zuvor hatte er in der NHL in vier Saisons nur 15 Spiele bestritten, diese Saison sind es bereits 17. Dabei kommt er auf eine Bilanz von 11-4-2, belegt mit 93,1 Prozent Fangquote den fünften Platz und mit 2,05 Gegentoren pro Spiel den sechsten Platz. Gegen Columbus fuhr er am Sonntag seinen zweiten Shutout ein.
"Ehrlich gesagt, ist einfach unser Team fantastisch", gab sich Driedger bescheiden und machte seine Mitspieler für den Erfolg verantwortlich. "Ich versuche einfach in jedem Spiel das Gleiche zu machen. Es funktioniert gut. Es macht Spaß. Die Jungs machen in der Abwehr dicht. Wenn wir den Gegner außen halten, macht mir das die Sache leicht."

Driedger hat keinen Grund sich in den Schatten zu stellen, doch das Lob an seine Mitspieler ist durchaus berechtigt. Zwar liegen die Panthers mit 30,8 zugelassenen Torschüssen pro Spiel auf Rang 18, doch qualitativ hochwertige Versuche müssen sich die Gegner hart erarbeiten und oft lange darauf warten. Wenn der Puck dann beim Torhüter, oder einem der Verteidiger landet, schalten die Panthers schnell um und bringen den Puck nach vorne.
In der Offensive zeigt sich Florida in dieser Saison besonders stark. 3,31 Tore pro Spiel bedeuten den vierten Platz. Angeführt werden sie im Angriff von Jonathan Huberdeau, der mit 42 Punkten (14 Tore, 28 Assists) der zehntbeste Scorer der NHL ist. Ihm folgen Barkov, mit 40 Zählern (14 Tore, 26 Assists), und Carter Verhaeghe mit 33 Punkten, der das Team außerdem mit 17 Toren anführt. Ganze sieben Spieler der Panthers erzielten bereits mindestens zehn Treffer.
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Die starke Platzierung der Panthers galt vor dem Beginn der Spielzeit als alles andere als selbstverständlich. Sie hatten zuvor vier Mal in Folge die Stanley Cup Playoffs verpasst. Vergangene Saison schafften sie es in die Playoff-Qualifikation, scheiterten dort jedoch mit 1:3-Siegen an den New York Islanders. Zudem erschien die Konkurrenz in der neu zusammengestellten Discover Central Division als beachtlich.
Neben Florida hoffen mit den Lightning und den Stars die beiden Finalisten der vergangenen Saison auf einen Playoff-Platz. Dazu kommen die Carolina Hurricanes, die Nashville Predators, die Blue Jackets, die es zuletzt immerhin vier Mal in Folge in die Playoffs schafften und die überraschend starken Chicago Blackhawks.

Die Panthers übertreffen in der Saison 2020/21 bisher jedoch alle Erwartungen. Doch es gibt keine Zeit sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Vor ihnen liegt bereits die nächste Herausforderung. Vom 6. bis zum 17. April werden sie sechs Mal in Folge auswärts antreten müssen. Während zwei der Partien gegen die bisher enttäuschenden Stars stattfinden werden, muss Florida sich dabei auch den beiden schärfsten Verfolgern stellen.
Am Dienstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 1 Uhr MESZ) und Donnerstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Do. 1 Uhr MESZ) treffen sie auf die Hurricanes. Zum Abschluss der Serie stehen zwei Spiele gegen die Lightning an.
"Wir haben wirklich harte Spiele vor uns", gab Quenneville zu. "Das sind alles wichtige Duelle gegen einige der besten Teams in unserer Division. Wir werden die Details einfach von Spiel zu Spiel richtig einstellen. Das ist eine umfangreiche Auswärtsserie. Wir werden versuchen dabei auch Spaß zu haben, indem wir die richtigen Dinge tun und hoffentlich einen guten Start erwischen."
Mit einer guten Serie könnten die Panthers vor allem in den direkten Duellen gegen Carolina und Tampa Bay ihre Führung in der Tabelle weiter ausbauen und dadurch unter Beweis stellen, dass sie den ersten Platz absolut verdienen.