Florida Panthers v Tampa Bay Lightning

Am Samstag bezwangen die Florida Panthers die Tampa Bay Lightning in der Amalie Arena mit 9:2. Beeindruckender noch als das Ergebnis war dabei die Tatsache, dass dies der elfte Auswärtssieg der Panthers in Serie war. Damit steht Florida kurz davor, den NHL-Rekord, der bisher von den Detroit Red Wings (2005/06) und Minnesota Wild (2014/15) mit zwölf Siegen gehalten wird, einzustellen. Während dieser elf Spiele auf fremdem Eis dominierten die Panthers ihre Gegner mit 51:18 Toren und übernahmen die Führung in der NHL bei den Auswärtssiegen mit einer Bilanz von 20-7-2.

„Wir versuchen einfach, auf die richtige Art und Weise zu spielen, egal wie die Situation des Spiels ist", gab Panthers-Kapitän Aleksander Barkov zu Protokoll. „Wir wollen einfach so spielen, wie wir es können, und jeder arbeitet wirklich hart, wenn wir das Eis betreten. Damit sind wir zufrieden.

FLA@TBL: Verhaeghe baut die Panthers-Führung weiter aus

„26 Sekunden lang war es ein tolles Spiel für die Heimfans. Danach hat eindeutig die bessere Mannschaft gewonnen", lautete hingegen das Fazit von Tampa Bays Trainer Jon Cooper. „Sie haben die meisten Zweikämpfe gewonnen und sie haben auch den Vergleich der Specialteams gewonnen. Der Gegner war uns heute in allen Belangen überlegen."

Überhaupt spielen die Panthers bisher eine starke Saison 2023/24. Mit 76 Punkten aus 55 Spielen hat Florida (36-15-4) die zweitbeste Ausbeute aller 32 NHL-Teams. Lediglich die Vancouver Canucks, die aus 56 Einsätzen 78 Zähler geholt haben, liegen noch vor ihnen. In der heimischen Atlantic Division und damit in der gesamten Eastern Conference führen die Panthers knapp vor den in der vergangenen Saison so überragenden Boston Bruins, die derzeit bei 75 Punkten aus 55 Begegnungen liegen. Dieser Zwischenstand ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass die Panthers im Vorjahr die Stanley Cup Playoffs erst auf den letzten Drücker erreicht haben, bevor sie ihren beeindruckenden Lauf in Richtung Stanley Cup Finale gestartet haben.

Gestoppt wurde Florida bekanntlich erst von den Vegas Golden Knights, die beim 4:1 in der Best-of-7-Serie im Saisonfinale den längeren Atem hatten. Viele rechneten danach zur neuen Spielzeit mit Problemen beim Überraschungsteam aus Florida. Ein in solchen Situationen nicht unübliches Loch wurde gemutmaßt.

Es kam jedoch völlig anders. Die Panthers spielen eine deutlich stärkere Hauptrunde als zuletzt und scheinen nicht nur für die kommenden Playoffs gesetzt, sondern sind ebenso, wie bereits erwähnt, kurz davor historisches zu leisten. Der souveräne Erfolg beim Lokalkontrahenten aus Tampa, ist nur einer von vielen Glanzpunkten der vergangenen Wochen und Monate und grenzte fast schon an eine Demütigung der Lightning in deren Halle.

Matthew Tkachuk und Sam Bennett waren am Samstag die auffälligsten Akteure auf dem Eis. Beiden gelangen jeweils zwei Tore und zwei Assists. Carter Verhaeghe erzielte ebenfalls zwei Tore. Zudem war er mit einer Torvorlage vertreten. Brandon Montour steuerte ein Tor und zwei Assists bei. Torhüter Sergei Bobrovsky wusste mit 28 Paraden zu überzeugen. Der Goalie hat damit in sechs Spielen in Folge zwei oder weniger Gegentore zugelassen.

Besonders beeindruckend war zudem die Tatsache, dass Florida neun Tore hintereinander erzielen konnte, nachdem Tampa Bay nach nur 24 gespielten Sekunden durch ein Tor von Brandon Hagel bereits mit 1:0 in Führung gegangen war. Er konnte sich jedoch über seinen Treffer, der seine laufende Punkteserie mit sieben Toren und sieben Assists auf neun Spiele verlängerte, im Nachhinein nicht wirklich freuen. „Das war heute einfach nicht unser Abend", meinte Hagel. „Wir werden dieses Jahr aber noch ein weiteres Mal gegen sie spielen (Anm. d. Red.: 16. März in Florida). Dort müssen wir uns anders präsentieren.“

Von dem frühen Rückschlag ließen sich die Panthers in keiner Weise beeindrucken und führten nach dem ersten Drittel bereits mit 4:1. Auch die folgenden Perioden gingen an die Gäste. Einem 2:0 im Mitteldrittel, folgte ein 3:1 in den finalen 20 Minuten. Der Gegentreffer zum Endstand gelang den Gastgebern durch Brayden Point erst in der 52. Minute, als die Begegnung schon längst entschieden war. Für die Lightning endete damit ihre acht Spiele andauernde Siegesserie äußerst unsanft, während die Panthers ihrerseits den insgesamt fünften Erfolg hintereinander feierten.

„Dies ist wahrscheinlich unser größter Rivale in der Liga", freute sich Bennett. „Wir haben hart gespielt, das bis zum Ende durchgehalten  und den Fuß nicht vom Gas genommen. Es besteht definitiv die Chance, dass wir sie dieses Jahr in den Playoffs wiedersehen. Darauf müssen wir vorbereitet sein."

„Das war heute ein seltsames Spiel", meinte Panthers-Trainer Paul Maurice. „Ich glaube nicht, dass wir, trotz unserer hohen Führung irgendwann im Spiel einmal unsere Struktur verloren haben. Über 82 Spiele hinweg kommt man ab und zu in solche Phasen. Wir hatten sicherlich eine ganze Reihe von Begegnungen, vor allem zu Beginn des Jahres, in denen wir nicht das notwendige Spielglück hatten. Es ist gut für die Jungs, wenn sie die Chance bekommen, auch einmal einen solchen Abend zu erleben, wo fast alles klappt."

Dadurch konnten sie in den Reihen der Panthers auch die kleinen Dinge würdigen. So war der Treffer zum zwischenzeitlichen 9:1 durch Verhaeghe dessen 30. Saisontreffer. „[30 Tore] sind eine großartige Leistung", befand er. „Aber es ist natürlich nicht das Hauptziel.“

Anerkennung für den starken Auftritt im Derby gab es selbst vom Gegner. „Das ist ein gutes Team da drüben“, lobte Lightning-Kapitän Steven Stamkos. „Sie haben gut gespielt und wir nicht. Es war eine Kombination aus ihrem guten und unserem nicht so guten Spiel und vielleicht ein paar unglücklichen Gegentreffern. Leider gibt es im Laufe einer langen Saison immer wieder solche Spiele."

Bei den Panthers hätten sie in Zukunft sicherlich gerne noch mehr von diesen Spielverläufen. Als nächster Gegner wartet am Dienstag (7 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport; Mi. 1 Uhr MEZ) Tim Stützle mit seinen Ottawa Senators auf die Panthers. Diesmal findet das Kräftemessen aber in Sunrise statt, so dass Florida den NHL-Rekord an Auswärtssiegen in direkter Folge erst im Spiel danach erreichen kann, wenn es am Donnerstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 1 Uhr MEZ) in der PNC Arena in Raleigh gegen die Carolina Hurricanes geht.

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