Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Washington Capitals und den Montreal Canadiens

Die Montreal Canadiens haben ihr Auswärtsspiel bei den Washington Capitals am Mittwochabend in der Capital One Arena mit 4:5 verloren. Auf der Suche nach den Gründen für die Niederlage hielt sich Montreals Torwart Jakub Dobes (18 Saves, 78,3 Prozent Fangquote) nicht lange auf und wurde schnell bei sich selbst fündig.

Dobes auf der Suche nach seiner Form

„Mein Job ist es, bereit zu sein. Ich habe den Jungs aber keinerlei Momentum verschaffen können. Wir sind nur hinterhergelaufen. Ich muss besser sein. Das ist im Moment echt ätzend“, übte Dobes harsche Selbstkritik. „Ich habe die Wiederholungen noch nicht gesehen, aber das ist mein Gefühl nach dem Spiel. Die Details in manchen Bereichen müssen besser sein. Hoffentlich kann ich besser halten, wann auch immer ich wieder spielen werde.“

In seinen letzten drei Starts ließ der 25-jährige Tscheche immer mindestens fünf Gegentreffer zu und kommt in diesem Zeitraum auf eine 0-2-1-Bilanz, einen Gegentorschnitt von 5,53 sowie eine Fangquote von 81,2 Prozent.

Dobes war eigentlich als klare Nummer 1 in die Saison gestartet - nun aber scheint dieser Status zu wackeln, zumal Backup Cam Fowler in seinen drei Starts in der noch jungen Spielzeit überzeugen konnte (2-1-0, 1,91 Gegentore/Spiel, 90,6 Prozent Fangquote).

„Er ist ein Kämpfer. Er möchte besser spielen und auch wir müssen uns steigern. Es gibt aber keinen Grund, jetzt so hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen“, nahm Canadiens-Offensivverteidiger Lane Hutson seinen Schlussmann in Schutz. „Er muss das abhaken und im nächsten Spiel wieder angreifen. Er hat gute Leistungen für uns gezeigt - wir müssen aber auch besser vor ihm spielen.“

Fünf Gegentreffer in der Analyse

Betrachtet man alle fünf Gegentore einzeln, so fällt auf, dass Dobes in vielen Situationen keine Schuld trägt.

Beim 1:1 traf Jordan Kyrou aus dem hohen Slot (8.).

MTL@WSH: Kyrou löst sich von der Bande und trifft aus dem High-Slot

Das 2:2 fiel im Powerplay der Capitals, als ein Schuss von Ivan Miroshnichenko unmittelbar vor dem Tor noch von Mitspieler Josh Anderson abgefälscht wurde (33.).

Beim 2:3 hatten die Canadiens selbst ein Powerplay, doch ein zu harter Pass von Lane Hutson prallte vom Schlittschuh von Juraj Slavkovsky ab und wurde zum Boomerang - Alex Tuch startete einen Alleingang und machte den Shorthander perfekt (27.).

Das 3:4 resultierte aus einem Distanzschuss von Justin Holl, bei dem sowohl Jake Evans als auch Noah Dobson ihrem Torwart die Sicht nahmen und den Puck jeweils noch leicht abfälschten.

Beim 3:5 hatte Tuch im Slot zu viel Platz und traf aus der Drehung (58.).

„Ehrlich gesagt war er heute Abend großartig“, spendete Anderson sogar ein Lob an seinen Torwart und nahm die Schuld auf sich: „Bei zwei Gegentoren habe ich ihn in eine schlechte Ausgangslage gebracht. Das sind schonmal zwei Gegentreffer, die auf mich gehen. Dafür übernehme ich die Verantwortung.“

Etwaige „Ausreden“ aber wollte Dobes ohnehin nicht gelten lassen: „Es ist egal, ob sie abgefälscht waren oder nicht“, wiegelte Montreals Goalie ab. „Es ist ein Spiel, das von Fehlern bestimmt ist, in dem jede Sekunde zählt. Ich habe mich in bestimmten Situationen eigentlich ganz gut gefühlt, habe aber leider fünf Gegentore zugelassen. Meine Jungs haben vier Tore geschossen, da hätte ich für sie mehr halten müssen.“

Montreal belohnt sich nicht für vier Auswärtstreffer

Für die Canadiens hatten erst Anderson (5.) und Lane Hutson (12.) zur Führung getroffen. Später verkürzten erneut Anderson (33.) und Kapitän Nick Suzuki (59.).

MTL@WSH: Lane Hutson trifft nach einem Power-Vorstoß sehenswert zum 2:1

„Eigentlich haben wir heute ein gutes Auswärtsspiel geliefert. Es waren ein paar unglückliche Abpraller dabei. Wir müssen noch an ein paar Details arbeiten, um siegreich aus solchen Spielen herauszugehen“, so Anderson.

„Wir wollen uns nach jedem Spiel als Mannschaft weiterentwickeln. Wir wollen langsam besser und besser werden. Das Spiel bei 5-gegen-5 ist dabei ein wichtiges Thema. Wenn wir die Special Teams verbessern könnten, wäre uns viel geholfen“, analysierte Suzuki.

Und Trainer martin St. Louis? „Ich habe das Gefühl, dass wir insgesamt ziemlich gutes Eishockey spielen. Ich glaube, wir haben Schwierigkeiten, für die Arbeit, die wir meiner Meinung nach leisten, belohnt zu werden, aber das ist in Ordnung. Wir stehen, wo wir stehen. Wir werden weiterkämpfen.“

Reinbacher muss sich gedulden - Hutson-Brüder im Duell

Konkret steht Montreal mit einer 3-3-1-Bilanz aus den ersten sieben Partien der neuen Saison 2026/27 nur auf Rang sieben in der starken Atlantic Division, in der jedes der acht Teams Ansprüche auf die Stanley Cup Playoffs anmeldet. Platz drei ist aber nur ein Zähler entfernt, mit einem Wildcard-Spot in der Eastern Conference sind die Canadiens sogar punktgleich.

Österreicher David Reinbacher, der noch am Mittwoch von der Laval Rocket aus der AHL hochgezogen wurde, kam nicht zum Einsatz, weil Verteidiger-Kollege Dobson angeschalgen aber spielfähig war.

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Auf dem Eis kam es zum Duell der beiden Hutson-Brüder Lane (22, Montreal, 1-1-2) und Cole (20, Washington, 0-1-1). Es ist erst das zweite Verteidiger-Brüderpaar, das in einem direkten Duell jeweils persönliche Scorerpunkte einfahren konnte. Zuvor war das nur Luke und Quinn Hughes gelungen.

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