Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den New Jersey Devils und den New York Rangers

Nico Hischier hatte am Donnerstag gleich doppelten Grund zur Freude. Der Schweizer Kapitän der New Jersey Devils feierte im heimischen Prudential Center in Newark mit seiner Mannschaft einen überzeugenden 7:1-Erfolg gegen die New York Rangers und schrieb dabei persönlich ein weiteres Kapitel NHL-Geschichte. Mit seinem 203. Treffer für New Jersey kletterte der 27-Jährige auf Rang drei der ewigen Torschützenliste der Organisation. Doch wichtiger als persönliche Rekorde war ihm der eindrucksvolle Auftritt seiner Mannschaft.

„Es macht mich stolz, aber ich bin noch nicht fertig“, erklärte Hischier mit Blick auf seinen Meilenstein. Er wolle sich weiter verbessern und die Devils zu größeren Erfolgen führen. Sein übergeordnetes Ziel sei schließlich, den Stanley Cup nach New Jersey zu holen. Der Erfolg gegen den Lokalrivalen war dafür zumindest ein ermutigendes Zeichen.

Hischier schreibt Devils-Geschichte

Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 überholte Hischier die bisherigen Drittplatzierten Travis Zajac und Bobby Holik. Nur Patrik Elias mit 408 Toren und John MacLean mit 347 Treffern haben in der Franchise-Geschichte häufiger für New Jersey getroffen.

Auch unter den erfolgreichsten Schweizer Torschützen der NHL rückt Hischier weiter nach vorne. Mit 203 Toren fehlt ihm nur noch ein Treffer auf Roman Josi, der aktuell bei 204 steht. Spitzenreiter ist Nino Niederreiter mit 248 Toren.

NYR@NJD: Hischier baut die Führung aus

Für Hischier sind solche Zahlen allerdings kein Selbstzweck. Er sei stolz auf das Erreichte und die harte Arbeit, die dahinterstecke. Gleichzeitig machte der Kapitän deutlich, dass er sich nicht auf seinen bisherigen Leistungen ausruhen wolle. Er wolle weiter an sich arbeiten und als Führungsspieler vorangehen.

Dass er seinen persönlichen Meilenstein ausgerechnet in einem Derby gegen die Rangers feiern durfte, verlieh dem Abend zusätzliche Bedeutung. New Jersey verbesserte seine Saisonbilanz auf vier Siege und drei Niederlagen und gewann zum zweiten Mal in Folge.

Vier Tore in 5:09 Minuten

Die Entscheidung fiel im zweiten Drittel. Luke Hughes erhöhte bereits 18 Sekunden nach Wiederbeginn auf 2:0, ehe Hischier in der 25. Minute am linken Pfosten zum 3:0 nachlegte. Nur 31 Sekunden später traf Arseny Gritsyuk zum 4:0.

Die Devils, in deren Reihen Timo Meier in diesem Spiel zwei Assists gutgeschrieben bekam, benötigten für vier Treffer gerade einmal 5:09 Minuten. Das war der schnellste Viererpack einer Mannschaft in der bisherigen NHL-Saison. Die vorherige Bestmarke hatte bei 6:01 Minuten gelegen.

Hischier führte die offensive Explosion auf eine veränderte Spielweise zurück. „Wir haben die Pucks hinter ihre Verteidigung gebracht und ihnen das Leben schwer gemacht“, sagte der Schweizer. New Jersey habe konsequent vorgecheckt und seine läuferischen Qualitäten genutzt, um Scheiben zurückzuerobern und Chancen zu kreieren.

„Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel gegen eine Mannschaft war, die viel Selbstvertrauen hatte“, erklärte Hischier. Die Devils hätten ihren Plan von Beginn an umgesetzt und über die gesamten 60 Minuten konsequent gespielt.

Luke Hughes mit seinem zweiten Treffer des Abends, Stefan Noesen und Cody Glass sorgten anschließend für den 7:1-Endstand. Für Hughes war es das erste Spiel mit zwei NHL-Toren. Nico Daws überzeugte bei seinem ersten Saisonsieg mit 18 Paraden. Jonas Siegenthaler erhielt 17:36 Minuten Eiszeit.

Keefe sieht den Lohn für harte Arbeit

Trainer Sheldon Keefe wollte den deutlichen Erfolg nicht als Zufallsprodukt verstanden wissen. Seine Mannschaft habe bereits zuvor genügend Chancen herausgespielt, sei dafür aber nicht immer belohnt worden. Diesmal hätten die Spieler die taktischen Vorgaben konsequent umgesetzt.

„Es ist gutes, solides Eishockey: den Puck schnell durch die neutrale Zone bewegen, hinter die gegnerische Abwehr spielen, die Scheibe zurückerobern und dann konsequent zum Tor gehen“, erklärte Keefe. Besonders bemerkenswert: Alle vier Treffer im zweiten Drittel seien genau aus jenen Abläufen entstanden, die das Trainerteam vor der Partie und in der ersten Drittelpause angesprochen hatte.

Auch Hischier sah darin den entscheidenden Unterschied zu den jüngsten Auftritten. Die Mannschaft habe sich ihre offensiven Möglichkeiten diesmal erarbeitet, anstatt auf einfache Lösungen zu hoffen. Es gebe „sehr, sehr, sehr viel“, was ihm an diesem Abend gefallen habe. Nun müsse New Jersey beweisen, dass es diese Leistung regelmäßig abrufen könne.

Keefe stimmte seinem Kapitän zu. Struktur, Einsatzbereitschaft und defensive Disziplin hätten zu den besten Saisonleistungen gehört. In den vergangenen Wochen habe das Team sein Potenzial nicht konstant ausgeschöpft. Der deutliche Sieg könnte nun als Orientierung dienen.

Mehr als nur ein schöner Abend

Auch Dawson Mercer sah in der Partie einen Beleg dafür, was die Devils leisten können. Die Mannschaft habe ihre Geschwindigkeit und ihr Talent ausgespielt, offensiv anhaltenden Druck erzeugt und sich auch nach dem starken Beginn des zweiten Drittels nicht zurückgelehnt.

Hischier formulierte die Erkenntnis des Abends besonders deutlich: Diese Leistung zeige, was möglich sei, wenn alle konsequent mitziehen. Genau diese Spielweise müsse zum Standard werden.

Neben dem Kantersieg gab es für New Jersey einen weiteren Grund zur Freude: Keefe feierte seinen 300. NHL-Sieg als Trainer. Der Coach wollte daraus allerdings kein großes Thema machen. „Das ist ein schöner Meilenstein, aber er bedeutet mir nicht besonders viel. Ich konzentriere mich ehrlich gesagt einfach darauf, Spiele zu gewinnen“, sagte er.

Für Hischier dürfte die persönliche Bestmarke dagegen durchaus einen besonderen Platz einnehmen. Der Schweizer hat sich längst zu einer prägenden Figur der Devils entwickelt. Doch seine Aussagen zeigen, dass er sich mit dem Erreichten nicht zufriedengibt. Die 203 Tore sind ein Beleg für seine Entwicklung. Der Stanley Cup bleibt das Ziel, an dem er sich und seine Mannschaft messen lassen will.

Der deutliche Erfolg gegen die Rangers war dafür ein überzeugender Anfang. Jetzt müssen die Devils zeigen, dass es nicht bei einem glänzenden Abend bleibt.

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