Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Edmonton Oilers und den Utah Mammoth

Die Edmonton Oilers verloren am Donnerstagabend im Rogers Place mit 2:4 gegen den Utah Mammoth und blieben dabei erstmals in der Saison 2026/27 ohne Punktgewinn. Unzufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft war Kapitän Connor McDavid deshalb aber nicht.

„Mir hat vieles an diesem Spiel gefallen“, so McDavid. „Es war eine hart-umkämpfte Partie. Beide Seiten haben alles reingehauen. Es war insgesamt ein großartiges Spiel. Beide Teams haben gearbeitet und gecheckt. Ihre Special Teams haben den Weg gefunden, ein paar Tore zu schießen, unsere nicht.“

Mammoth-Powerplay macht den Unterschied

24:24 Torschüsse, 28:20 Checks und 16:16 Blocks unterstreichen McDavids Analyse von einem ausgeglichenen Spiel auch statistisch. Während Utah aber zwei von drei Powerplay-Möglichkeiten für ein Tor nutzte (2/3), blieb Edmonton in Überzahl erfolglos (0/2).

Ausgerechnet als der deutsche Stürmer Josh Samanski (8:53 Minuten Eiszeit, 15 Wechsel) wegen einer doppelten kleinen Strafe (2+2 Minuten wegen eines hohen Stocks) auf der Strafbank saß, staubte Barrett Hayton im Powerplay zum 1:0 für Utah ab (11.).

Im zweiten Drittel kam der Mammoth erneut in Überzahl, weil sich die Oilers eine Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis einhandelten. Logan Cooley bekam den Puck auf die Vorhand serviert - eigentlich eine perfekte Situation für eine Direktabnahme in Slot-Position, doch der clevere Techniker ließ die Scheibe stattdessen mit einem Stubs zu Clayton Keller abtropfen, der sie aus spitzem Winkel von rechts zum 2:0 unter die Latte jagte (32.).

Oilers-Superstars spulen viele Minuten ab

Edmonton musste nach der Hälfte des Spiels also einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. Entsprechend viel Eiszeit erhielt die erste Sturmreihe um Leon Draisaitl (23:00 Minuten, 24 Wechsel, 1-0-1, drei Torschüsse, 75 Prozent gewonnene Faceoffs), McDavid (25:52 Minuten, 27 Wechsel, 0-1-1, zwei Torschüsse, drei Checks, +1) und Vasily Podkolzin (22:13 Minuten, 24 Wechsel, zwei Torschüsse, drei Checks, zwei Blocks).

„In der NHL ist das eigentlich unmöglich. Heute lagen wir zurück und haben einen Schub von ihnen gebraucht. Morgen bekommen sie einen Tag frei. Aber das muss aufhören. Ich schaue mir das in jedem Spiel an und denke mir, was zur Hölle mache ich da?“, sagte Oilers-Trainer Mike Babcock über die hohe Arbeitslast seiner Superstars. „Aber gleichzeitig versuchen wir gerade, zu überleben. Auch viele andere Spieler haben einen phänomenalen Job für uns erledigt. Wir sind in einer guten Ausgangsposition und haben uns hoffentlich genug Zeit gekauft, damit die Jungs zurückkehren können. Wenn wir wieder tiefer sind, werden wir mehr Produktivität bekommen.“

Für den Anschlusstreffer zeichnete Draisaitl verantwortlich, der in der Vorwärtsbewegung einen Doppelpass mit McDavid spielte und den Puck mit einer Wisch-Bewegung unter den Schonern von Gäste-Goalie Karel Vejmelka hinweg zum 1:2 ins Tor streichelte (34.).

„Es ist großartig, wie unsere Top-Reihe spielt und in jedem Spiel produziert“, lobte Verteidiger Connor Murphy. „Wir wollen aber alle offensiv mehr beitragen und mehr Verantwortung unternehmen.“

Der Jubel war kaum abgeebbt, und der Stadionsprecher hatte den Torschützen noch nicht einmal durchgesagt, da stellte Utah den alten Abstand wieder her. Einen Querpass von Vincent Trocheck lenkte der konsequent zum zweiten Pfosten gezogene Cooley zum 3:1 ins Ziel (35.). Zwischen beiden Treffern lagen nur 23 Sekunden.

UTA@EDM: Draisaitl und McDavid im Zusammenspiel

McDavid: „Wir wollen besser sein“

Cooleys Bewacher Shakir Mukhamadullin, der nach dieser Szene ein wenig verblüfft dreinblickte, schüttelte den Gegentreffer in der Pause ab und brachte Edmonton kurz nach Wiederbeginn wieder auf 2:3 heran, als sein Distanzschuss im Verkehr vor dem Tor tückisch abgefälscht wurde (42.).

Die Oilers drückten noch einmal aufs Tempo und zogen den Torwart für einen Extra-Angreifer. Doch Keller sorgte mit einem Empty-Net-Treffer für die Entscheidung (60.).

„Wir wollen besser sein. Ein Teil ist das Verteidigen, der andere die Offensive. Wir sind viele Checks gefahren, hatten aber auch unsere Chancen. Es ist aber heute nicht für uns gelaufen“, zog McDavid Bilanz.

„Beide Teams hatten hochkarätige Chancen“, befand Babcock. „Wir haben gegen eine ziemlich gute Mannschaft hart gearbeitet. Der Einsatz hat gestimmt.“

Eine klaffende Scoring-Lücke

Für Edmonton (5-1-1) war es die zweite Saisonniederlage nach einem wilden 5:6 n.V. im ersten Spiel gegen die Vancouver Canucks. Der erste „Nuller“, also das erste Null-Punkte-Spiel, passierte für das Team aus Alberta erst im siebten Spiel, was für einen starken Start spricht.

Trotz zahlreicher prominenter Ausfälle wie der von Power Forward Zach Hyman, Center Ryan Nugent-Hopkins oder Top-Talent Matthew Savoie stellen die Oilers die beste Offensive der Liga (4,43 Tore/Spiel, gleichauf mit der Colorado Avalanche).

Das wiederum ist der Verdienst der Parade-Reihe um NHL-Top-Scorer McDavid (4-14-18), Draisaitl (5-7-12) und Podkolzin (7-2-9) sowie Offensivverteidiger Evan Bouchard (6-9-15). Die nächstbesten Scorer kommen nur auf drei Punkte - hier klafft also eine große Lücke.

„Das Gute für uns ist, dass wir jetzt sehen können, wer gut spielt und wer nicht. Manche bekommen jetzt die große Chance, sich zu zeigen“, schaut Babcock ganz genau hin. „Sie (Utah) haben ein tiefes Team, wir normalerweise auch, aber uns fehlen ein paar Spieler, was sich heute gezeigt hat.“

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