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Ab dem 1. November nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.
In dieser Ausgabe geht es um die Florida Panthers.

Die Florida Panthers erreichten in der vergangenen Saison zumindest ihr Minimalziel. Mit dem neuen Coach Joel Quenneville und Sergei Bobrovsky im Tor hatten sie sich für die Postseason qualifiziert. Doch in der Qualifikationsrunde für die Stanley Cup Playoffs kam das jähe Ende. Jetzt müssen die Panthers den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen und zeigen, dass sie auch für einen längeren Aufenthalt in der entscheidenden Phase der Saison gewappnet sind.
Die Schlüsselspieler
Bobrovsky gilt als einer der besten Keeper der Liga. Mit jeweils zehn Millionen US-Dollar belastet er bis einschließlich der Saison 2025/26 den Salary Cap. Dafür waren seine Statistiken in der vergangenen Saison jedoch nicht gut genug. Bei 50 Einsätzen (49 Starts) kam er auf eine Fangquote von 90 Prozent und einen Gegentorschnitt pro Spiel von 3,23. Nur einmal hielt er seinen Kasten sauber. Die Panthers aber brauchen für ihre Ambitionen den Bobrovsky, der bei den Columbus Blue Jackets für eine Menge Aufsehen gesorgt hat.
Eine Führungsposition ist auch Aaron Ekblad zugedacht. Der 24-jährige Verteidiger in der abgelaufenen Spielzeit mit 41 Scorerpunkten zum ersten Mal die 40-Punkte-Marke geknackt. Und das in nur 67 Partien. Der ehemalige First-Overall-Draftpick (2014) muss dennoch weiter zulegen, um seine Rolle komplett auszufüllen.

In der Offensive ist Jonathan Huberdeau die bestimmende Figur. Er hat in der Saison 2018/19 mit 30 Toren und 92 Scorerpunkten den Durchbruch geschafft. In der vergangenen Runde war er auf gutem Wege, ähnliche Statistiken zu erreichen. Die 100-Punkte-Marke ist keine Utopie für den 27-Jährigen.
Hornqvist soll es richten
Einen Deutschen, Österreicher oder Schweizer sucht man im aktuellen Kader der Florida Panthers vergebens. Denis Malgin kam in der vergangenen Saison 36-mal für die Panthers zum Einsatz. Vier Tore und acht Vorlagen gelangen dem Schweizer, bevor er zu den Toronto Maple Leafs getradet wurde.
Viele Hoffnungen im Klub ruhen auf Neuzugang Patric Hornqvist. Der Schwede hat einen Dreijahresvertrag beim Team aus Sunrise unterschrieben. Der 33-Jährige, der beim Draft 2005 als letzter Spieler (230. Stelle) von den Nashville Predators gezogen wurde, hat mittlerweile über 800 NHL-Spiele (reguläre Saison und Playoffs) auf dem Buckel. Dabei gelang ihm mit dem Pittsburgh Penguins 2016 und 2017 das inzwischen selten gewordene Kunststück der Titelverteidigung. Mit dieser Erfahrung soll er nun den Panthers helfen, die nächste Stufe auf der Entwicklungsleiter zu erklimmen.
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Sie könnten nachrücken
Die hoffnungsvollsten Talente haben die Panthers momentan in der Offensive. 2017 zogen sie beim Draft in der ersten Runde an zehnter Stelle Owen Tippett. In der Saison 2017/18 absolvierte er sieben NHL-Spiele für die Panthers und schoss dabei sein erstes NHL-Tor. Doch danach ging es für den Rechtsaußen in die Minor Leagues. In der vergangenen Saison war der mittlerweile 21-Jährige für die Springfield Falcons in der American Hockey League (AHL) aktiv und verbuchte 19 Tore und 21 Vorlagen in 46 Spielen.
Und noch einen weiteren Erstrunden-Pick hat Florida in der Pipeline: Henrik Borgstrom wurde beim Draft 2016 an 23. Stelle ausgewählt. Der Finne verfügt über mehr NHL-Erfahrung als Tippett. 58 Partien hat er bereits absolviert. 50 davon in der Saison 2018/19, in denen er acht Tore schoss und zehn Treffer vorbereitete. In der zurückliegenden Spielzeit reichte es aber nur für vier Einsätze in der NHL. In der AHL kam er für Springfield in 49 Spielen auf elf Tore und zwölf Vorlagen.
Der Finne Aleksi Saarela hat in der vergangenen Saison seine ersten neun NHL-Spiele absolviert. Dabei verzeichnete er zwei Tore und zwei Vorlagen. In der nächsten Spielzeit könnte der 23-Jährige in der vierten oder dritten Reihe mehr Eiszeit bekommen.

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Stärken
Ein großer Star bei den Panthers ist der Trainer: Joel Quenneville hat mehr als 20 Jahre Erfahrung als Coach auf höchstem Niveau bei den St. Louis Blues, Colorado Avalanche und Chicago Blackhawks. 2010, 2013 und 2015 führte er die Blackhawks zum Gewinn des Stanley Cups. Er weiß, wie man Spieler weiterentwickelt und wie man Teams erfolgreich durch die Playoffs führt.
Der Sturm war in der abgelaufenen Spielzeit ebenfalls gut drauf. 228 Tore gelangen den Panthers. Das bedeutete Platz sechs in der Liga in dieser Kategorie. Allerdings fehlt Florida künftig Evgenii Dadonov, der 25-mal traf. Auch das Powerplay war mit 21,3 Prozent Erfolgsquote und Rang zehn überdurchschnittlich.

Entwicklungspotenzial
Das Sorgenkind in der vergangenen Saison war die Abwehr. 224 Gegentreffer mussten die Panthers schlucken. Das war gleichbedeutend mit der fünftschlechtesten Defensive in der Liga. Abhilfe schaffen soll der neue Assistenzcoach Ulf Samuelsson (56). Der ehemalige NHL-Verteidiger (Hartford Whalers, Pittsburgh Penguins, New York Rangers, Detroit Red Wings, Philadelphia Flyers) bringt die Erfahrung von über 1000 Spielen mit. Anfang der 1990er-Jahre gewann er zweimal mit den Penguins den Stanley Cup. Er könnte es schaffen, Ekblad zum nächsten Entwicklungsschritt in der Karriere zu verhelfen.
Samuelsson war in seiner aktiven Zeit nicht dafür bekannt, zimperlich zu sein. Die Gegner dürfen sich also darauf gefasst machen, dass es vor dem Tor der Panthers ungemütlicher zugehen wird. Vom Wissen des Schweden dürfte auch MacKenzie Weegar profitieren. Der 26-jährige Kanadier, gerade erst mit einem neuen Dreijahresvertrag ausgestattet, deutete mit sieben Toren und elf Vorlagen in 45 Spielen in der vergangenen Saison an, was er leisten kann.
Samuelsson kann außerdem dazu beitragen, das Penalty Killing zu verbessern. 78,5 Prozent Erfolgsquote in der abgelaufenen Saison im Unterzahlspiel lassen viel Luft nach oben.
Noch etwas mehr Tiefe könnten das Team im Sturm vertragen. Huberdeau (78 Scorerpunkte 2019/20) und Aleksander Barkov (62) tragen zwar weiterhin das Trikot der Panthers und auch Hornqvist wird für Schwung sorgen. Mit Mike Hoffmann (29 Tore) hat jedoch der treffsicherste Angreifer der vergangenen Spielzeit bislang noch keinen neuen Vertrag erhalten. Von den fünf Spielern, die in der vergangenen Saison die 20-Tore-Marke erreicht oder übertroffen haben, besitzen aktuell nur noch drei (Huberdeau, Barkov, Noel Acciari) gültige Arbeitspapiere.

Playoff-Chancen
Die Qualifikation für die Playoffs ist das Minimalziel der Panthers. Doch das Team will mehr. Bobrovsky ist extra nach Florida gekommen, um seinen Traum vom Cup-Gewinn zu verwirklichen. Mit Hornqvist und Verhaeghe hat man zwei Neuzugänge, die wissen, wie man sich in den Playoffs durchsetzt und - noch wichtiger - wie man den Stanley Cup holt. Der wichtigste Faktor für den Meistertitel steht jedoch im Anzug auf der Bank: Coach Quenneville.