NYR@MIN: Fialas Zwei-Tore-Spiel

Für die Minnesota Wild lief in den vergangenen Wochen nicht viel zusammen. Die Mannschaft von Trainer Dean Evason lieferte keine konstanten Leistungen ab. Nach dem 5:2-Heimsieg am Dienstag gegen die New York Rangers ist die Hoffnung wieder da, die Wende zum Besseren geschafft zu haben. Kevin Fiala hat daran großen Anteil.

Die Kamera blieb nach der Schlusssirene im Xcel Energy Center in St. Paul etwas länger auf dem Schweizer. Kein Wunder: Der Mann aus St. Gallen hatte mit seinen Saisontoren 19 und 20 erheblichen Anteil daran, dass die Wild zwei weitere Punkte auf ihrem Konto gutschreiben durften. Der Sieg gegen die Rangers war erst der dritte Erfolg des Teams in den vergangenen elf Spielen. Gleichzeitig beendete er auch eine Serie von drei Heimpleiten für Minnesota. Dieses gute Gefühl, vor den eigenen Fans einen Erfolg zu feiern, ist umso wichtiger, schaut man sich den restlichen Spielplan an. Die Wild haben mit noch 18 Heimspielen die meisten in der NHL zu absolvieren. Darunter ist auch eine Serie von neun Partien, die am 13. März gegen den Divisionsrivalen Nashville Predators startet.
"Genau so müssen wir jetzt konstant weiterspielen und mit der gleichen Intensität", nahm Evason seine Schützlinge nach der Partie in die Pflicht. "Nur weil wir heute Erfolg hatten, bedeutet das nicht, dass das auch so weitergeht." Das hänge jetzt davon ab, wie sein Team spiele und sich auf das nächste Spiel gegen die Detroit Red Wings am Donnerstag vorbereite. "Es gibt keine leichten Spiele, vor allem nicht auf dem Weg nach oben." Es seien noch viele Partien zu absolvieren.
Dass es gegen die Rangers besser lief als zuletzt, lag zum einen an Ryan Hartman, der ein Zuspiel von Kirill Kaprizov zur frühen 1:0-Führung der Gastgeber nutzte (11.). Zum anderen lag es aber auch an Alexandar Georgiev. Der Keeper war zwar mit der Blockerhand noch dran, sah bei dem Treffer aber nicht gut aus. Allerdings durfte Hartman auch relativ unbedrängt von der Gästeverteidigung abziehen.

MIN 5, NYR 2

Das 2:0 war dann eine Koproduktion der Sturmreihe um Joel Eriksson Ek, der sich am Ende auch als Torschütze feiern ließ (15.). Der Schwede fälschte den Schuss von Marcus Foligno unhaltbar ab. Jordan Greenway bekam den zweiten Assist gutgeschrieben. Es war der 100. Scorerpunkt in der NHL (30 Tore, 70 Assists) des US-Amerikaners.
Mit dieser 2:0-Führung im Rücken hätten die Gastgeber eigentlich beruhigt und mit mehr Sicherheit aus der Kabine kommen müssen. Doch die vergangenen Wochen haben offenbar ihre Spuren hinterlassen. Denn nach zehn Minuten im Mittelabschnitt hatten die Gäste ausgeglichen. Das 2:1 ging auf das Konto von Dryden Hunt und entsprang einer Zwei-auf-eins-Situation (25.). Ryan Strome hatte mit einem tollen Flippass vorbereitet. Da streckte sich Cam Talbot, der am Ende 23 Saves hatte, im Tor der Wild vergeblich. Bitter für die Gastgeber: Kurz vorher hatte Nico Sturm auf der anderen Seite aus spitzem Winkel noch die Chance zum 3:0.
Das 2:2 war dann ein Treffer der Marke, der einem Team auch mal das Genick brechen kann. In Überzahl ließ sich Mats Zuccarello von Mika Zibanejad die Scheibe abjagen. Der Schwede ließ mit einem überlegten Move Talbot keine Chance (29.). Doch da Patrik Nemeth weiter auf der Strafbank blieb, nutzten die Wild das Überzahlspiel, um erneut in Führung zu gehen. Matt Boldy behielt vor dem Tor der Rangers die Übersicht und bediente den besser postierten Schweizer, der keine Mühe hatte, einzuschieben (30.). "Ich fand unsere Antwort gut", meinte Evason. Sein Team sei ruhig geblieben und sei nicht auseinandergefallen.
"Das war ein sehr wichtiges Tor. Das konnte man auf der Bank fühlen", sagte Fiala zum 3:2. Niemand sei nach dem 2:2 niedergeschlagen gewesen. Nach dem 3:2 habe sein Team endgültig Oberwasser gehabt. Sein Lob ging dabei an Rookie Boldy, der ihm den Treffer auflegte: "Das war ein super Pass. Er hat erkannt, dass ich frei war und das leere Tor vor mir hatte. Wir harmonieren sehr gut zusammen."
Foligno sorgte nur wenige Minuten später für die erneute Zwei-Tore-Führung der Gastgeber. Er nahm einen tollen Pass von Mathew Dumba aus der Verteidigungszone der Wild auf, ließ die Rangers-Verteidiger Jacob Trouba und K'Andre Miller stehen und markierte seinen 19. Saisontreffer (34.). Diese Führung ließen sich die Wild nicht mehr nehmen. Im Gegenteil. Fiala machte mit seinem zweiten Tor an diesem Abend noch vor der zweiten Drittelpause den Deckel auf die Partie (38.). Dem Schweizer fehlen damit nur noch drei Tore, um seine persönliche Bestleistung in einer Saison einzustellen. 2017/18, damals noch im Trikot der Nashville Predators, und 2019/20 traf er jeweils 23-mal. Auch ein neuer persönlicher Höchstwert in einer Spielzeit, was Scorerpunkte betrifft, sollte nur noch eine Frage von wenigen Tagen sein. 51 hat er derzeit, 54 waren es 2019/20.
"Wir haben die ersten beiden Tore geschossen, waren dann wieder 3:2 vorne und haben dann weitergemacht", meinte Fiala. "Wir haben einfach nicht aufgehört. Im dritten Drittel haben wir einen super Job gemacht und die Rangers nicht mehr ins Spiel kommen lassen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."
Mit seinen 20 Toren in dieser Spielzeit hat sich Fiala auch in einen sehr feinen Kreis gespielt. Als drittem Schweizer gelang ihm damit die vierte Saison mit wenigstens 20 Toren. Die anderen beiden sind Timo Meier (San Jose Sharks, vier) und Nino Niederreiter (Carolina Hurricanes, fünf).
Die Wild sind nach diesem Sieg mit 69 Punkten auf Platz drei der Central Division. Mit solchen Leistungen wie gegen die Rangers ist Platz zwei (St. Louis Blues, 71) noch drin. Colorado (87) auf Platz eins dürfte nicht mehr einzuholen sein. Doch auch von hinten droht noch Gefahr: Nashville (68), Dallas (67) und Winnipeg (60) sind noch nicht aus dem Rennen um die Playoffplätze.