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Toews vertraut weiterhin auf mögliche Meisterschaft

Chicagos Kapitän ist optimistisch, weil der Kern des Teams intakt ist und neue Gesichter einen Schwung geben sollen

von NHL.com/de @NHLde

NHL.com/de hat sich im Rahmen der European und North American Player Media Tours mit einigen der besten Spieler aus der NHL zu längeren Gesprächen getroffen. Mit diesen Exklusivinterviews werden wir euch im September auf die bevorstehende Saison 2019/20 einstimmen.

In dieser Ausgabe Kapitän Jonathan Toews von den Chicago Blackhawks.

Kommst du anders aus der Vorbereitung als es gewöhnlich der Fall war?
Wenn man so lange Zeit hat, dann schaut man sich definitiv die Dinge genauer an, was man an seinem Spiel ändern kann. Natürlich, je länger man dabei bist, realisiert man, dass es einige Dinge gibt, die sich bei einem einfach eingebrannt haben. Die sind sehr schwer zu ändern, besonders wenn es wieder in die Spiele geht. In diesem Sinne versucht man kleine Details zu verbessern, alte Verletzungen und Sachen wie diese auszukurieren. Man versucht das Beste aus der Zeit herauszuholen. 

Nach den Erfolgen, die du in deiner Karriere gefeiert hast, kannst du darüber sprechen, wie die letzten beiden Spielzeiten für dich waren? Hast du das kommen sehen?
Ich erinnere mich an vor zwei Jahren, ich glaube, es waren einige Journalisten und ich weiß nicht mehr wie es zu Stande kam, aber sie sagten voraus, dass wir die Playoffs verpassen würden. Ich war irgendwie geschockt und wollte es nicht wahrhaben, aber dann kam es so, dass wir die Playoffs tatsächlich verpassten. Es war eine schöne Schlagzeile und es hätte nicht eintreten müssen. Doch das Jahr war so schlecht, wie es hätte nur sein können. Dann lernt man sich etwas näher kennen und versucht ein guter Teamkollege zu sein, doch es war definitiv eine neue Erfahrung. Wir hatten das noch nicht erlebt, aber man findet Wege positiv zu bleiben und jeden Tag aufs Eis zu gehen, obwohl es eine miserable Situation ist, wenn man verliert und man in den letzten 15 bis 20 Spielen weiß, dass man die Playoffs verpassen wird. Man sollte es trotzdem genießen und die jungen Leute motivieren, weiter an sich zu arbeiten und in die richtige Richtung zu gehen, damit sie dazulernen.

Video: Topp-5 bästa från 18-19: Toews

Hast du davon etwas mitgenommen?
Ja, der Schmerz darüber nervt echt. Man will das nicht mehr erleben. Man muss hart arbeiten, damit es nicht mehr passiert. 

Will ein Teil von dir das als Erinnerung festhalten?
Sicher. Man muss es hinter sich lassen und das Vertrauen hochhalten, aber man muss es zur Motivation nutzen. Vor ein paar Jahren hat uns jeder Respekt gezollt, weil wir ein Stanley Cup Anwärter waren. Dass es nicht mehr so war, hat uns auch etwas angepisst. 

Wie vermittelst du das den jüngeren Spielern?
Es ist herausfordernd. Es ist ein neuer Start. Es wird uns nicht geschenkt. Jeder vergisst schnell den Erfolg, den wir hatten und er liegt so weit in der Vergangenheit, dass er niemanden wirklich mehr interessiert. Also muss man neu beginnen und sich den Weg zurück an die Spitze verdienen. Man muss sich in einen Anfänger hineinversetzen und dann ein Vorbild sein, damit jeder die Kultur versteht, wie man gewinnt. 

Du hast mit 35 Toren, 46 Assists und 81 Punkten im abgelaufenen Jahr Karriere-Bestleistungen aufgestellt. Hast du das erwartet? Ein Ziel, das ich mir vor dem Jahr immer setze, ist zu lernen, wie man trifft, wie man in diese Bereiche vorstößt, wie man mehr Chancen erarbeitet und wie man zu noch mehr Punkten kommt. Es gibt immer solche Abende, manchmal auch vier in einer Woche, an denen man nicht seine beste Leistung abrufen kann, aber man muss immer dranbleiben sein Spiel zu verbessern, Wege zu finden, wie man punktet und sein Vertrauen hochhalten. Dann wird man sich auch weiterentwickeln, als Teil des Spiels. 

 

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War es dein bestes Eishockey, das du gespielt hast? 
Obwohl wir die Playoffs verpasst haben, war ich meiner Meinung nach, für jedes Spiel bereit und habe mich darauf gefreut. Ich hatte das Gefühl, gut zu laufen, den Puck gut zu behandeln und im Spiel kreativ zu sein. Für mich war es nur der Anfang von dem, was ich noch erreichen kann. 

Wenn das die Benchmark für letztes Jahr war, wie sieht es in diesem Jahr aus?
Ich sitze nicht hier und werde dir irgendwelche Zahlen nennen, weil es auch davon abhängt, ob man in 82 Spielen gesund bleibt, ob man auf der richtigen Position und im Powerplay eingesetzt wird - all diese Dinge. Für mich zählt, jedes Spiel mit der richtigen Einstellung anzugehen. Um es mit dem Golfen zu vergleichen: Wenn man ins Gehölz schlägt und O.B. (out of bounds) ist, dann zählt nur der nächste Schlag, um zurück ins Spiel zu kommen. 

Was bedeutet es für dich und Patrick Kane, dass ihr letztes Jahr Karriere-Bestleistungen aufgestellt habt?
Ich weiß es nicht. Ich denke Kaner hat unabhängig von Team seine Leistung gebracht hat. Das beste Beispiel war ein Spiel: Ich meine er hatte zwei Abende mit vier Punkten und einen mit fünf Punkte in einer Folge von vielleicht fünf Spielen. Er war wirklich on fire und wir wurden von New Jersey zerlegt, haben glaube ich 7:4 verloren, und er erzielte vier Punkte. Es war ein Paradebeispiel. Unsere Mannschaft spielte nicht gut und er hat trotzdem Wege gefunden, zu punkten. Er hat einfach nur gespielt und nichts hat ihn erschüttert. Das ist das Größte, was ich von ihm gelernt habe, in jedes Spiel mit der richtigen Einstellung zu gehen. 

Video: STL@CHI: Toews tippt Kanes Pass in die Mitte rein

Du bist 27 Spiele von deiner 900. Partie entfernt ... denkst du darüber nach?
Wenn ich mir die Zahlen ansehe, dann schon. Aber noch mal, ich will nicht das große Ganze betrachten. Es dreht sich alles um die kleinen Dinge, die man jeden einzelnen Tag kontrollieren kann. 

Ist die Chance weiterhin vorhanden, während der Toews-und-Kane-Ära in Chicago erneut eine Meisterschaft zu gewinnen?
Absolut. Ich würde es nicht nur auf die Toews-und-Kane-Ära beziehen, doch ich denke Jungs wie Kaner, ich selbst, Seabs (Brent Seabrook), Dunc (Duncan Keith), Crow (Corey Crawford) -- Jungs aus unserer Kabine, die den Cup gewonnen haben -- sogar Shawsy (Andrew Shaw) ist zurück, wir wollen es alle wieder schaffen. Wir wissen, was zu tun ist und darauf fokussieren wir uns. Alles andere geht uns wirklich nicht durch den Kopf. 

Wie viel haben die Veränderungen im Sommer die Freude im Team verändert? 
Es ist großartig. Die Jungs kamen in diesem Sommer zur Blackhawks Convention und jeder war erstaunt darüber, wie viele Fans da waren. Das hatte keiner erwartet. Es war fast schon schockierend. Die Freude zu sehen, die plötzlich in dieser schönen und großartigen Stadt Chicago herrscht und so wie wir behandelt werden, wird es allen klar, dass sie froh sein dürfen, ein Teil dieser Organisation zu sein. 

Freust du dich auf die Global Series?
Ich freue mich auf die Spiele selbst. Die Reise an sich ist nicht spaßig, es stört einen definitiv etwas in der Vorbereitung. Es ist nicht leicht, aber es ist eine dieser Hürden, die man überwinden muss, um gut zu spielen, zwei Punkte mitzunehmen, zurückzukehren und zum Saisonstart ins Laufen zu kommen. 

Kann das für den Zusammenhalt eine gute Erfahrung sein oder wird das überbewertet?
Nicht wirklich, nicht wenn man gefühlt zehn neue Jungs jedes Jahr neu in der Mannschaft hat. Es hilft uns schon etwas. 

Bist du stolz darauf ein Botschafter für die Liga zu sein und die Blackhawks in Übersee zu repräsentieren? 
Sicher, wenn mich die Leute so sehen, dann ist das großartig. Ich versuche es zu genießen, versuche mein Bestes zu geben und mich über die Reise zu freuen. Natürlich sind wir begeistert, wenn wir auch in Übersee Fans haben und helfen, damit der Eishockeysport überall wächst. Ich war noch nie in Berlin; ich war schon in Prag bei einem Eishockey-Turnier, als ich noch ein Kind war. Es wird genauso viel Freude bereiten, zu sehen, wie viel Aufmerksamkeit uns dort entgegengebracht wird. 

Was sind faire Erwartungen für die Blackhawks in diesem Jahr? 
Wir wollen einen Weg finden, einen Playoff-Platz zu ergattern und dann unser bestes Eishockey spielen. Das ist alles, was wir brauchen.

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