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Euphorische Oilers kontra ratlose Ducks

Unterschiedliche Vorzeichen für beide Teams vor Spiel 3 der Playoff-Serie in Edmonton

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

EDMONTON - Im Moment spricht eine Menge für den Einzug der Edmonton Oilers ins Conference-Finale im Westen. Nach zwei Siegen bei den Anaheim Ducks liegen sie in der Best-of-seven-Serie der zweiten Runde der Playoffs um den Stanley Cup mit 2:0 vorne. Es ist das fünfte Mal in der Geschichte der Franchise, dass die Oilers ihre ersten beiden Auswärtsspiele einer K.o.-Runde gewonnen haben. In den vier bisherigen Fällen entschieden sie danach das Gesamtduell für sich. Nach Angaben von Elias Sports Bureau schafften dies insgesamt 79,3 Prozent aller NHL-Teams, die mit einer 2:0-Führung von einer Playoff-Dienstreise zurückkehrten.

Von derlei Zahlenspielen wollen die Trainer beider Mannschaften jedoch nicht viel wissen. Oilers-Coach Todd McLellan mahnte seine Spieler, sich im Hinblick auf Spiel 3 am Sonntag nicht allzu sehr in der Komfortzone einzurichten. Randy Carlyle, sein Amtskollege von den Ducks, appellierte an seine Mannen, noch einmal eine Schippe drauf zu legen, um der Serie eine Wende zu geben.

Bei den Ducks herrschte nach der 1:2-Niederlage am Freitag eine spürbare Ratlosigkeit. Zwar hatte das Team im Spiel vieles richtig gemacht, stand am Ende aber dennoch mit leeren Händen da. Von der Leichtigkeit und Souveränität der vergangenen sechs Wochen, mit der die Kalifornier die Konkurrenz beeindruckten, ist nichts mehr zu spüren. Auf einmal wirkt der Sieger der Pacific Division verwundbar und steht nun mächtig unter Druck.

"Die Lage ist kompliziert, nachdem uns die Oilers die zwei Heimspiele geklaut haben", räumt Ducks-Verteidiger Cam Fowler freimütig ein. Allerdings verspüre er deswegen keinerlei Anzeichen von Resignation. "In unserer Mannschaft herrscht noch jede Menge Kampfgeist. Von daher ist nichts unmöglich", meint er.

Anaheims Kapitän Ryan Getzlaf glaubt ebenfalls fest daran, dass die Serie gegen die Oilers noch nicht entschieden ist. "Das sind enge Partien gewesen. Wir müssen einfach einen Weg finden, ein solches Match auch einmal für uns zu entscheiden. Von daher konzentrieren wir uns jetzt voll auf Spiel 3", sagt der Center.

Jakob Silfverberg, Schütze des Ausgleichstores der Ducks in Spiel 2, sieht vor für Sonntag keine Notwendigkeit zu großartigen Veränderungen. "Wir sollten einfach weitermachen wie bisher. Uns gelingen viele gute Dinge. Was uns fehlt, sind nur Kleinigkeiten. Das lässt sich ändern", sagt der schwedische Angreifer. Eine wirkungsvolle Maßnahme sei, mehr Betrieb vor Oilers-Torhüter Cam Talbot zu machen. "Er ist ein guter Goalie. Wir müssen versuchen, ihn hinten in seinem Tor zu halten und uns vor ihm in Position zu bringen", empfiehlt Silfverberg.

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Ducks-Coach Carlyle plant für Spiel 3 keine tiefgreifenden Umwälzungen, was den Kader und das Spielsystem betrifft. So dürfte Verteidiger Korbinian Holzer erneut zum Einsatz kommen, da Kevin Bieska, den er am Freitag ersetzte, wegen einer Verletzung längerfristig ausfällt. Es wäre das fünfte Match des Münchners und das zweite Duell gegen Leon Draisaitl in den laufenden Playoffs.

Den Ducks ist klar, dass ihnen in der jetzigen Situation nur Siege weiterhelfen. Dafür verlangt Carlyle von seinen Akteuren eine kollektive Kraftanstrengung. "Wenn jeder zehn Prozent mehr gibt, dürfte das den entscheidenden Unterschied zu unseren Gunsten ausmachen. Davon bin ich überzeugt."

Die Gegenseite versucht derweil alles, nur ja keinen Schlendrian nach den Erfolgen in Anaheim einziehen zu lassen. Coach McLellan versucht dies mit der Methode Zuckerbrot und Peitsche. Er redet seine Mannschaft stark und macht sie zugleich auf bestehende Defizite aufmerksam. "Wir wissen, dass wir uns im Vergleich zu Freitag in allen Bereichen steigern müssen und werden die entsprechenden Mittel und Wege dafür finden", betont er.

Auf den ersten Auftritt in Runde 2 im heimischen Rogers Place freut sich McLellan genauso wie die Spieler. Die Fans werden wieder wie eine Wand hinter dem Team stehen. Gerade in schwierigen Phasen ist diese besondere Unterstützung des Publikums von unschätzbarem Vorteil.

Für Connor McDavid kommen die aktuellen Erfolge der Oilers nicht von ungefähr. "Ich habe immer gesagt, dass wir eine erfahrenere Mannschaft haben, als das manche wahrhaben wollen. Wir haben eine Reihe an Führungspersönlichkeiten, die für ein gutes Momentum sorgen können. Es macht einfach allen Spaß im Moment", hebt der Oilers-Kapitän hervor.

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