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Der erste Treffer ist wichtiger denn je

Vegas hat in dieser Saison erst einmal nach regulärer Spielzeit verloren, wenn sie das 1:0 erzielten

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

In der NHL können sich Mannschaften auf keine Führung ausruhen. Dazu sind die Gegner und deren Spieler zu gut. Schon häufiger haben wir in dieser Saison Vorsprünge von zwei oder drei Toren dahinschmelzen sehen.

Auf der anderen Seite ist in 2017/18 ein deutlich ausgeprägter Trend festzustellen. Wer das erste Tor erzielt, gewinnt häufiger und die Gewinnquote dieser Mannschaft ist signifikant gestiegen.

Derzeit haben sechs Teams in über 80 Prozent der Fälle gewonnen, wenn sie zuerst getroffen haben. Die Vegas Golden Knights führen mit 95,7 Prozent Erfolgsquote diese Statistik an und haben erst ein Spiel nach regulärer Spielzeit verloren, in dem sie zuerst in Front gegangen waren - in der vergangenen Spielzeit kam keine Mannschaft über 80 Prozent. Die Washington Capitals waren mit 79,3 Prozent die beste Truppe.

 

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Sollte der Trend anhalten, dann wäre es das erste Mal seit der Saison 2013/14 und erst das zweite Mal seit 2000/01, dass mindestens sechs Mannschaften diese Kategorie mit über 80 Prozent Erfolgsquote abschließen werden.

Gerade in den Playoffs wird gerne über den Wert des ersten Tores in einem Spiel diskutiert, obwohl im Eishockey sieben oder mehr keine Seltenheit sind. Also kann dieser erste Treffer wirklich das bewirken, was ihm nachgesagt wird?

Fakt ist nun einmal, dass jene Mannschaft gewinnt, die mehr Tore schießt als der Gegner. In aller Regel sind es zwei Drittel der Tore in einem Spiel. Alleine das führt dazu, dass es ungewöhnlich wäre, wenn es in der Summe einen Schnitt von unter 50 Prozent gewonnener Partien im Fall des ersten geschossenen Tores geben würde. Schließlich enden rund zwölf Prozent aller Begegnungen ohne ein Gegentor, so dass in diesem Fall schon zu 100 Prozent sicher jenes Team gewinnt, das zuerst getroffen hat.

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Interessant ist die Betrachtung des Gesamtdurchschnitts. Demnach gewinnen die Mannschaften, die das erste Tor erzielen, in rund 67 Prozent der Fälle. Aber bei denen, die das zweite Tor markieren, also das 2:0 oder 1:1 liegt die Quote bei 68 Prozent. Beim dritten Tor, also dem 3:0 oder 2:1 liegt der Prozentsatz ebenfalls bei 68 Prozent.

Diese Zahlen belegen deutlich, dass statistisch gesehen, das erste Tor keinen besonderen Wert hat, außer dass die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen logischerweise steigt, weil der Gegner dann in der restlichen Spielzeit mindestens einen Treffer mehr erzielen muss, als der Kontrahent, was dessen Aufgabe erschwert und weniger wahrscheinlich werden lässt, dass er die Partie für sich entscheidet.

Lediglich im taktischen Bereich liegt im ersten Tor zumeist ein Vorteil, denn die meisten Mannschaften zeigen sich geschickt darin, Führungen zu verteidigen und diese zu nutzen, um sie weiter auszubauen. Schließlich ergibt ein Erfolgserlebnis stets einen psychologischen Schub.

Die Konsequenz daraus ist einfach und simpel. Das erste Tor hat einen hohen Stellenwert, doch weitere Tore zu erzielen und nachzulegen, hat genauso Priorität, um am Ende die Punkte mitzunehmen.

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