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Nach zwei ereignisreichen Tagen ist mit dem Upper Deck NHL Draft 2022 einer der wichtigsten Termine des Sommers gelaufen. Vom ersten Pick, mit dem die Montreal Canadiens etwas überraschend Juraj Slafkovsky wählten, bis zum letzten Pick, mit dem die Colorado Avalanche Ivan Zhigalov, den ersten Weißrussischen Torwart der Draft-Geschichte wählten, war der diesjährige Draft voller Überraschungen und interessanter Geschichten.

Die Schlagzeilen fanden von Beginn an Futter. Shane Wright galt eigentlich als klare Nummer eins des Jahrgangs, doch nicht nur die Canadiens entschieden sich gegen den Kanadier und machten Slafkovsky zum ersten Slowaken, der an erster Stelle gewählt wurde. Die New Jersey Devils wählten an zweiter Stelle Slafkovskys slowakischen Landsmann Simon Nemec, die Arizona Coyotes mit dem dritten Pick Stürmer Logan Cooley. Wright ging erst mit Pick Nummer vier an die Seattle Kraken.
Ein weiterer Spieler, der deutlich später als ursprünglich erwartet gedraftet wurde, war der finnische Stürmer Brad Lambert. Zu Beginn der Saison waren er und Center Matthew Savoie die einzigen beiden Stürmer, denen Chancen zugesprochen wurden, Wright vom ersten Platz zu verdrängen. Nach einer enttäuschenden Saison fiel er in den Rankings deutlich zurück und die Winnipeg Jets konnten ihn mit dem 30. Pick sichern. Sollte er sich von der schwachen Saison erholen und zu seinem eigentlichen Potenzial zurückfinden, könnte er sich als absolutes Schnäppchen erweisen.

Montreal wählt LW Juraj Slafkovsky als Nr. 1

Wenn schon von Schnäppchen die Rede ist, verdient auch Julian Lutz eine Erwähnung. Der deutsche Stürmer aus dem Hause Red Bull ist das deutsche Spitzentalent des Jahrgangs und hätte es in die erste Runde schaffen können. Vor der Saison verletzte er sich jedoch und verpasste fast die gesamte Saison, was seine Aktie abstürzen ließ. Die Arizona Coyotes ergatterten ihn in der zweiten Runde an insgesamt 43. Stelle. Das ehemalige Team von Tobias Rieder scheint auf den Geschmack gekommen zu sein, denn sie wählten später in der sechsten Runde (Nr. 163) den einzigen anderen deutschen Spieler, Verteidiger Maksymilian Szuber, ebenfalls aus dem Nachwuchs von Red Bull.
Die Dallas Stars, die für ihre gute Abwehr bekannt sind, sicherten sich mit dem Schweizer Lian Bichsel einen weiteren starken Verteidiger. Bichsel ist laut offizieller Statistik der NHL mit 1,98 Meter übrigens einer der größten Spieler, die in diesem Jahr gedraftet wurden. Nur Coyotes Pick Maveric Lamoureux kann ihn mit 2 Metern überbieten.

Bichsel 7 7

Besonders erfolgreich war der Draft für Österreich. Bereits an achter Stelle wurde Center Marco Kasper von den Detroit Red Wings aufgerufen, wo er eine prall mit talentierten Spielern gefüllte Nachwuchsabteilung verstärken und womöglich in naher Zukunft mit dem deutschen Ausnahmeverteidiger Moritz Seider auf dem Eis stehen wird. Es war der zweithöchste österreichische Pick nach Thomas Vanek, der 2003 an fünfter Stelle gewählt wurde. Die dritte Draft-Runde begann mit dem zweiten Österreicher, Vinzenz Rohrer, der zur Organisation der Canadiens stieß.
Ein weiteres Paradejahr bot sich auch dem US National Team Development Program. Die Nachwuchsabteilung der US-Nationalmannschaft stellte alleine in der ersten Runde sechs Picks, angeführt von Cooley und Cutter Gauthier (Philadelphia Flyers). Es folgten Frank Nazar (Chicago Blackhawks), Ruttger McGroarty (Winnipeg Jets), Jimmy Snuggerud (St. Louis Blues) und Isaach Howard (Tampa Bay Lightning).

PHI@CHI: DeBrincat erzielt mit 41. Karriere-Bestwert

Für Bewegung in der Liga sorgten aber nicht nur die jungen Spieler, die gedraftet wurden. Auf dem Transfermarkt waren die General Manager ebenfalls aktiv, so fanden einige gestandene NHL-Stars ein neues Zuhause. Bereits vor dem Draft gaben die Blackhawks Alex DeBrincat an die Ottawa Senators ab. Während der ersten Runde schickten sie Stürmer Kirby Dach zu den Montreal Canadiens, die ihrerseits Verteidiger Alexander Romanov an die New York Islanders abgaben. Die Toronto Maple Leafs schickten Torwart Petr Mrazek nach Chicago, die St. Louis Blues ihren Schlussmann Ville Husso nach Detroit und Washingtons Torwart Vitek Vanecek wechselte zu den Devils. Als vierter Torhüter wechselte Alexandar Georgiev von den New York Rangers zu den Colorado Avalanche. Die Carolina Hurricanes gaben Verteidiger Tony DeAngelo an die Philadelphia Flyers ab und die Nashville Predators schickten die Stürmer Luke Kunin und John Leonard zu den San Jose Sharks.
Diese Transfers werden einen unmittelbaren Einfluss haben, doch langfristig dürften die zahlreichen großen Talente dieses Jahrgangs den deutlich größeren Unterschied machen. Aufgrund der Tiefe der diesjährigen Gruppe von Nachwuchsspielern darf nicht nur von den Top-Picks eine große Zukunft erwartet werden.
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