Erfahrung ist nur durch wenig zu ersetzen, eventuell durch jugendliche Unbekümmertheit. Am Sonntag war diese unter anderem ein Kriterium, warum die Pittsburgh Penguins gegen die Vancouver Canucks in der Rogers Arena von Vancouver mit 3:2 als Sieger das Eis verlassen und damit ihren vierten Sieg am Stück einfahren konnten.

Nach einem torlosen ersten Spielabschnitt dauerte es im 2. Drittel nicht lange bis Pittsburghs NHL-Veteran Evgeni Malkin seine Farben mit 1:0 in Führung brachte. Es lief die 26. Minute als Egor Chinakhov den Puck geschickt aus der Verteidigungszone heraus zu Tommy Novak spielte, der einen 2-gegen-1-Konter über die rechte Seite startete und dann quer zu Malkin passte. Der packte einen Handgelenkschuss aus, mit dem er den sich streckenden Schlussmann der Canucks, Kevin Lankinen, über den Blocker hinweg bezwingen konnte.

Malkin traf zum dritten Mal in Folge während des Trips seiner Penguins durch den Westen Kanadas und ist damit der erste 39-jährige Spieler in der Geschichte des Franchise, der in drei Auswärtsspielen in Folge ein Tor markieren konnte. Er hatte mit dem Führungstor seine Schuldigkeit getan und mit Ben Kindel war es ein Rookie, der dafür sorgte, dass die Penguins nicht mehr von der Siegerstraße abkamen.

Der 18-jährige Center beendete gut drei Minuten nach dem 1:0 seine 19 Spiele währende Torflaute, indem er einen Pass von Ryan Shea’ reinlenkte.

„Natürlich möchte man dem Team so gut wie möglich helfen, und Tore zu schießen ist eine der Möglichkeiten, wie man zum Sieg beitragen kann“, sagte Kindel, der acht Mal in seinen ersten 28 Saisonpartien getroffen hatte. „Ich weiß nicht, ob es so sehr um Selbstvertrauen geht, aber ich spiele einfach weiter mein Spiel, und die Tore werden schon kommen.“

Malkin und Kindel trennen 20 Jahre und 262 Tage. Nur drei Duos in der Geschichte der Penguins haben in einem Spiel mit einem größeren Altersunterschied getroffen: Gary Roberts und Jordan Staal (22 Jahre und 110 Tage), Mario Lemieux und Sidney Crosby (21 Jahre und 306 Tage) sowie Roberts und Crosby (21 Jahre und 76 Tage).

PIT@VAN: Novak, Malkin zusammen zum Ersten

Der in, zum Großraum von Vancouver gehörenden, Coquitlam geborene Kindel hatte seinen Torhunger noch nicht gestillt. Vor den Augen von 180 Freunden und Familie, darunter seine Eltern Steve Kindel und Sara Maglio, setzte er vor der zweiten Pause noch einen drauf. Zweieinhalb Minuten vor Drittelende schnürte er nach Vorlage von Justin Brazeau per Direktabnahme das 3:0, das sich schließlich als Gamewinner herausstellen sollte.

„Es ist natürlich großartig. Viele Menschen, die schon lange Teil meines Lebens sind und mir geholfen haben, hierher zu kommen, sind dabei, das ist toll. Dieser Abend gehört genauso ihnen wie mir“, freute sich der zweifache Torschütze und widmete den Erfolg seinen Angehörigen.

Die Partie in Vancouver war für den NHL-Neuling ähnlich bedeutsam wie sein Gastspiel am vergangenen Mittwoch bei den Calgary Flames, das die Penguins mit 4:1 für sich entschieden.

„Hierher zu kommen und vorher in Calgary gewesen zu sein, war definitiv ein Moment, in dem sich der Kreis geschlossen hat. Es sind zwei Orte, die einen großen Teil meines Lebens ausgemacht haben. Diese beiden Orte sind für mich etwas ganz Besonderes, daher war es eine großartige Reise“, erklärte Kindel, den die Penguins beim NHL Draft 2025 in der ersten Runde an elfter Stelle ausgewählt haben.

Aufgrund von Kindels Treffsicherheit kam das Aufbäumen der Hausherren zu spät. Sie konnten mit zwei Toren von Jake DeBrusk in der 47. und Teddy Blueger in der 55. Minute im Schlussabschnitt nur noch für eine Ergebniskosmetik sorgen.

PIT@VAN: Kindel findet erneut die Lücke

Im Aufgebot der Penguins standen mit Malkin, Sidney Crosby und Kris Letang drei erfahrene Akteure, die gemeinsam zum 1000. Mal für die Penguins auf dem Eis standen (reguläre Saison und Playoffs). In der LIga-Historie gab es nur drei Trios vor ihnen, die diese Marke erreichten: Dustin Brown, Anze Kopitar und Drew Doughty von den Los Angeles Kings (1040 Spiele), Duncan Keith, Jonathan Toews und Patrick Kane für die Chicago Blackhawks (1004 Spiele) sowie Alex Delvecchio, Gordie Howe und Marcel Pronovost für die Detroit Red Wings (1001 Spiele).

Das letztgenannte Trio könnten die drei Veteranen der Penguins noch kommende Woche überholen, wenn sie am Donnerstag zuhause in der PPG Paints Arena die Blackhawks (7:00 p.m. ET; Fr 01:00 Uhr MEZ) und am Samstag die New York Rangers (3:30 p.m. ET; 21:30 Uhr MEZ) empfangen.

Verwandte Inhalte