Um zu erahnen, dass der Freitag für Mitch Marner von den Vegas Golden Knights einen ganz besonderer Abend bereithalten wird, muss man kein besonders großer Eishockeyfan sein. Alleine die Tatsache zu kennen, dass Marner an diesem Tag (7 p.m. ET; Sa. 1 Uhr MEZ) mit seinem neuen Team erstmals bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, den Toronto Maple Leafs antreten wird, reicht schon aus, um die Besonderheit dieses Auftritts für den Stürmer zu erahnen. Nach neun Spielzeiten im Trikot der Kanadier wechselte Marner im Juli des Vorjahres an seine neue Wirkungsstätte und erwartet entsprechend große Emotionen bei seiner erstmaligen Rückkehr.
„Die Fans in Toronto werden wahrscheinlich alles tun, um mich aus dem Konzept zu bringen und ihr eigenes Spiel zu gewinnen“, orakelte Marner am Freitagmorgen im Teamhotel der Golden Knights. „Also werde ich einfach rausgehen und mich auf meine Sache konzentrieren. Ich habe hier viele großartige Spieler um mich herum, die mich unterstützen und mir helfen und die das schon einmal durchgemacht haben, also werde ich mich auf sie verlassen“, erklärte er weiter.
Letzte Woche bekam Marner bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Reaktion der Fans, als er bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit seiner ehemaligen Mannschaft, einem 6:5-Sieg nach Verlängerung von Vegas am 15. Januar, Buhrufe von den wenigen Maple-Leafs-Fans in der T-Mobile Arena hörte.
„Wie ich nach dem Spiel damals schon gesagt habe, das sind sehr leidenschaftliche Fans“, meinte Marner und fügte hinzu, dass er ihre Unterstützung während seiner Zeit bei den Maple Leafs sehr geschätzt habe. „Sie reisen viel und wollen sich natürlich Gehör verschaffen“, zeigte er sogar Verständnis.
Marner stammt aus Thornhill, Ontario, nördlich von Toronto, und wuchs als Fan der Maple Leafs auf. Er wurde von Toronto im NHL Draft 2015 an vierter Stelle ausgewählt und erzielte in 657 Spielen für die Maple Leafs 741 Punkte (221 Tore, 520 Assists), womit er auf Platz sechs der ewigen Punkteliste des Franchise steht. All das wird am Abend in den Hintergrund treten, wenn er mit Vegas einen Sieg in der alten Heimat anstrebt.
„Ich möchte nicht mehr zurückblicken“, erklärte er vor dem Kräftemessen. „Schaut nicht in die Vergangenheit. Ich habe das Gefühl, dass ich die Fragen dazu im Sommer beantwortet habe. Jetzt ist es Zeit, nach vorne zu schauen.“



















