UTA JJ Peterka

JJ Peterka befindet sich mit den Utah Mammoth auf der Erfolgsspur. Die junge Franchise hat in den vergangenen acht Spielen stets gepunktet und sieben Partien davon gewonnen, zuletzt gelang am Mittwoch ein 5:4 in der Overtime gegen die Philadelphia Flyers. Bald wird die Saison unterbrochen, weil ein weiteres Highlight bevorsteht: Die Olympischen Winterspiele Milano Cortina.

Große Vorfreude auf Olympia

Der 24-Jährige hat mit der Nationalmannschaft bereits einige Erfolge vorzuweisen. 2019 gewann er mit der DEB-Auswahl die U18-Weltmeisterschaft der Division IA. Im Jahre 2023 war er einer der Schlüsselspieler, als die deutsche A-Nationalmannschaft mit der Silbermedaille für eine Sensation sorgte. Olympia dürfte allerdings das größte Highlight sein.

„Die Vorfreude ist groß“, sagte er in einer Medienrunde am Donnerstagabend, an der auch NHL.com/de teilnahm. „Man hat Olympia früher immer im Fernsehen gesehen und darauf hingefiebert, vielleicht irgendwann selber da mal zu stehen. Ich glaube, auch das ganze Drumherum wird super interessant. Ich freue mich auf das Olympische Dorf und zu sehen, wie die anderen Athleten leben und sich vorbereiten – auch aus Athletenperspektive ist das super interessant.“

Jeder will mit Draisaitl in einer Reihe spielen

Peterka bringt viel Effektivität mit. In der laufenden Saison gelangen ihm in 50 Spielen 16 Tore und 17 Assists. Auch bei der Nationalmannschaft dürften seine Abschlussqualitäten gefragt sein. „Rollenmäßig denke ich, dass ich für Offense sorgen soll, vorne Sachen kreieren, Tore schießen, einfach offensiv Akzente setzen. Eine erste Reihe mit Leon wäre natürlich sehr, sehr cool. Ich glaube, mit dem Team, das wir da zusammenhaben, gibt es so viele Spieler, mit denen ich gerne spielen würde. Aber ich denke, Leon ist wirklich das Aushängeschild – und mit dem will, glaube ich, jeder spielen.“

Medien und Experten sprechen oftmals von dem besten deutschen Kader aller Zeiten. Peterka kann diese Einschätzung gut nachvollziehen. „Der Kader ist auf jeden Fall sehr, sehr tief. Ich glaube, wir sind in jeder Reihe sehr gut aufgestellt, haben viele gute Spieler. Ich weiß gar nicht, ob jemals schon so viele NHL-Spieler gleichzeitig für Deutschland gespielt haben – das ist natürlich sehr cool. Wir sind insgesamt super aufgestellt dieses Jahr.“

PHI@UTA: Peterka findet den Puck im Gewühl vor dem Tor und drückt ihn über die Linie

Von Buffalo nach Utah

Peterka machte einen gutgelaunten Eindruck, als er die Fragen der Medienvertreter beantwortete. Der sportliche Erfolg dürfte ein Grund dafür sein - und das Wohlbefinden in Utah ein weiterer. „Es ist super schön hier mit den Bergen. Es ist wirklich schön, jeden Tag in der Früh in die Halle zu fahren. Auf den Bergen oben liegt schon Schnee, in Utah tatsächlich noch keiner, was zu der Jahreszeit sehr komisch ist. Aber wir haben super viel Sonnenschein. Es ist eine sehr schöne Stadt. Ich habe mich sehr gut eingelebt.“

Peterka wurde beim NHL Draft 2020 an Position 34 von Buffalo gepickt. Er verbrachte insgesamt vier Spielzeiten bei der Franchise, die bereits seit dem Jahre 1970 existiert und in der Stadt sehr verankert ist. Utah Mammoth ist eher das Gegenteil, weil erst seit 2024 in Salt Lake City überhaupt NHL-Eishockey gespielt wird. Im Juni 2025 wurde Peterka von Buffalo nach Utah getradet.

Der gebürtige Münchner ist begeistert, welchen Stellenwert Eishockey bereits in der Stadt hat. „Ich dachte anfangs, dass es hier noch nicht so fortgeschritten ist, aber tatsächlich gibt es super viele Fans, super viele Eishockey-Begeisterte hier in Utah“, sagt er. „Jedes Spiel ist ausverkauft. Es ist super laut in der Halle, die Fans machen richtig gute Stimmung. Vielleicht merkt man ein bisschen, dass die Franchise noch neu ist, aber die Fans sind top. Ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Eishockey sich hier noch weiter etabliert. Utah ist eine super coole Wintersportstadt – mit den Bergen und allem Drum und Dran.“

Saisonverlauf mit Höhen und Tiefen

Mit dem Saisonverlauf ist er größtenteils zufrieden: „Ich glaube, es gab viele Up and Downs. Wir hatten einen sehr guten Start, dann einen Durchhänger, wo wir gar nicht so schlechtes Eishockey gespielt haben, aber irgendwie nicht gewinnen konnten. In letzter Zeit läuft es wieder. Jetzt haben wir auch ein bisschen mehr zueinander gefunden. Die Reihen sind in letzter Zeit relativ gleichgeblieben, was viel geholfen hat. Dass wir sieben Spiele am Stück zu Hause waren, war natürlich auch gut – mit den Fans auf unserer Seite und dem gewohnten Umfeld spielt sich’s einfacher. Unser Ziel bis Olympia ist es jetzt, dieses Momentum mitzunehmen.“

Klar ist aber auch, dass die Leistungsdichte zwischen den Teams sehr groß ist: „Vor allem im Osten ist es sehr, sehr eng. Ich kann mich nicht erinnern, wann es so knapp war. Es geht oft um zwei, drei Punkte – und du rutschst vom dritten auf den achten Platz. Auch bei uns in der Division mit Colorado, Dallas, Minnesota – die lassen kaum Punkte liegen. Wir versuchen, den Wildcard-Spot anzupeilen. Da liegt unsere Chance, vor allem gegen die Pacific-Teams müssen wir dominieren.“

Der unangenehmste Gegenspieler

Auf die Frage von NHL.com/de, wer bislang der unangenehmste Gegenspieler seiner NHL-Karriere gewesen ist, hat Peterka prompt die Antwort parat: „Nikita Zadorov von Boston – ist jetzt nicht der agilste Spieler, aber einer, der nur Körper spielt, super hart spielt. Wenn ich gegen den spiele, habe ich nicht allzu viel Spaß.“

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