Die Boston Bruins mit ihrem deutschen Trainer Marco Sturm sind nach einem kurzen Aussetzer zurück in der Erfolgsspur. Zwei Tage nach der klaren Niederlage bei den Dallas Stars (2:6) bezwangen sie am Donnerstag vor eigenem Publikum die Vegas Golden Knights mit 4:3. Damit hat Boston sieben der vergangenen acht Spiele für sich entschieden.

Die Grundlage für den Erfolg schufen die Hausherren mit einem fulminanten ersten Drittel und drei Toren innerhalb von 54 Sekunden. Dabei handelte es sich um den schnellsten Dreierpack der Bruins seit dem 20. Dezember 2001. An jenem Tag benötigten sie sogar nur 52 Sekunden, um die Torlampe dreimal zum Leuchten zu bringen.

Mit Powerplay-Toren von Charlie McAvoy und Elias Lindholm sowie einem Treffer von Tanner Jeannot stellten die Bruins den Zwischenstand nach etwas mehr als zehn Minuten auf 3:0. David Pastrnak hatte die Vorlagen zu den Überzahltoren geliefert. Das 4:0 im zweiten Durchgang erzielte er selbst.

VGK@BOS: Bruins eröffnen erstes Drittel mit drei Toren innerhalb von 54 Sekunden

„Das war ein hervorragender Beginn von uns. Genau das hatten wir uns nach der Pleite in Dallas vorgenommen. Wir wollten dieses Spiel vergessen machen“, sagte Pastrnak. „Durch unser gutes Auftreten ist die Kulisse sofort da gewesen. Das hat uns zusätzlich geholfen. 40 starke Minuten von uns haben letztlich gereicht, um den Sieg sicherzustellen. Im letzten Drittel haben die Golden Knights mächtig Druck erzeugt. Aber wir sind in der Lage gewesen, dagegenzuhalten und einen wichtigen Erfolg einzufahren“, fügte der Angreifer hinzu.

Pastrnak baute seine Punkteserie mit der Galavorstellung gegen Vegas auf fünf Spiele aus. Acht Zähler (zwei Tore, sechs Assists) gelangen ihm in diesem Zeitraum. Zum 81. Mal verbuchte er drei Punkte in einem NHL-Spiel. Damit ist er nach Jaromir Jagr (195) der zweitbeste Tscheche in dieser Rangliste. Darüber hinaus war Pastrnaks Treffer gegen die Golden Knights bereits sein zwölfter Game Winner in der laufenden Saison. Damit liegt er in dieser Kategorie ligaweit auf einem geteilten dritten Platz. Öfter haben nur Nikita Kucherov von den Tampa Bay Lightning, Jack Eichel von den Golden Knights (beide 14) und Macklin Celebrini von den San Jose Sharks (13) den Sieg ihres Teams sichergestellt.

VGK@BOS: Zadorov und Pastrnak arbeiten für schönes Tor zusammen

„Wir sind mit der richtigen Einstellung ans Werk gegangen“, betonte Bostons Trainer Sturm. „Wir haben ein paar Dinge angesprochen, die gegen Dallas nicht so gut gelaufen sind. Uns hat dieses Spiel überhaupt nicht gefallen, weder vom Verlauf noch vom Endergebnis. Im Großen und Ganzen haben die Jungs heute gezeigt, dass sie wesentlich besser sind als das, was sie gegen die Stars geboten haben.“

Im Schlussdrittel mussten die Bruins trotz des großen Vorsprungs noch einmal zittern. Eichel, Tomas Hertl im Powerplay und Pavel Dorofeyev brachten die Gäste bis auf ein Tor heran. In der Schlussphase setzte Gästetrainer Bruce Cassidy alles auf eine Karte und nahm Torwart Akira Schmid zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.

In der Drangphase der Gäste bewies Elias Lindholm (ein Tor, ein Assist gegen Vegas), dass er nicht nur in der Offensive von Boston ein wertvoller Akteur ist. 1,4 Sekunden vor Ablauf der Uhr gewann er in der eigenen Zone ein Bully und beseitigte damit sämtliche Zweifel am doppelten Punktgewinn der Bruins.

Mit 30 Saves trug Torhüter Joonas Korpisalo seinen Teil zum Erfolg gegen den Spitzenreiter der Pacific Division bei. „Das letzte Drittel war zwar nicht besonders toll, doch wir haben gekämpft und gewonnen. Das ist alles, was zählt“, erklärte er. Für den Schlussmann war es der vierte Sieg hintereinander.

Verteidiger McAvoy zeigte sich erleichtert, dass die Mannschaft zum Schluss die knappe Führung ins Ziel rettete. „Ich freue mich unheimlich, dass wir das geschafft haben. Jeder konnte die Unterstützung der Fans für uns spüren“, sagte er.

Mit einer Matchbilanz von 29-20-2 und 60 Punkten aus 51 Begegnungen belegen die Bruins den zweiten Wildcard-Platz in der Eastern Conference. Ihr Rückstand auf den dritten Rang in der Atlantic Division, den momentan die Montreal Canadiens innehaben, beläuft sich auf drei Zähler. Am Samstag kommt es im TD Garden in Boston zum direkten Duell dieser beiden Kontrahenten.

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