Zum 15. Mal in Folge holten die Tampa Bay Lightning mindestens einen Punkt. Am Freitag gewannen sie ihr Auswärtsspiel gegen die Chicago Blackhawks im United Center mit 2:1 nach Penaltyschießen. Durch den entscheidenden Treffer in der fünften Penalty-Runde von Dominic James kommt Tampa seit dem 20. Dezember auf eine Bilanz von 14-0-1. Es ist die drittlängste Punkteserie der Franchise-Geschichte. Den Rekord stellten sie in der Saison 2003/04 mit 18 Spielen auf.

Soderblom hält Blackhawks im Spiel

Die Lightning gingen dank ihrer aktuellen Form als Favorit in die Partie und wurden dieser Rolle auch gerecht. In der 18. Minute tauchte Chicagos Ryan Greene alleine vor Torwart Andrei Vasilevskiy auf und brachte die Hausherren in Führung, doch Tampa war die gesamte Partie über die spielbestimmende Mannschaft.

Greene traf mit dem dritten Torschuss der Blackhawks. Insgesamt dominierten die Lightning das Geschehen über 65 Minuten deutlich mit 31:18 Abschlüssen. Es war Blackhawks-Torwart Arvid Soderblom zu verdanken, dass die Partie nicht schon in der regulären Spielzeit entschieden wurde.

„Diese Spiele können frustrierend sein, weil man gut spielt und dafür gerne auch belohnt werden würde“, gab Tampas Trainer Jon Cooper zu. „Das ist ein Test für die Spieler. Man will nicht, dass sie versuchen, etwas zu erzwingen, nur weil die Tore nicht fallen. Wir waren im Spiel ohne Puck ausgezeichnet und haben nicht viel zugelassen.“

Kucherov auf Lemieux' Spuren

Auf den Ausgleich und ihren einzigen Treffer in der regulären Spielzeit mussten die Lightning nach dem 0:1 über 20 Minuten warten. In der 39. Spielminute kam aber dann der Pflichtauftritt von Superstar Nikita Kucherov.

Der Topscorer wurde vor dem Tor von Brandon Hagel bedient und verwandelte seine Chance per Rückhand. Es war bereits sein 25. Saisontor. Mit 74 Punkten ist Kucherov der drittbeste Scorer und mit 49 Assists der zweitbeste Vorbereiter der gesamten NHL.

Besonders seit Neujahr arbeitet sich der 32-jährige Außenstürmer in der Statistik nach oben. Seitdem gelangen ihm in zehn Spielen 23 Punkte (sieben Tore, 16 Assists). In den vergangenen 30 Jahren gelangen nur einem anderen Spieler so viele Zähler in den ersten zehn Spielen eines Kalenderjahres. Mario Lemieux kam 1996 ebenfalls auf 23 Scorerpunkte und überbot diese Leistung 1997 sogar noch mit 26 Toren und Vorlagen.

TBL@CHI: Hagel, Kucherov sorgen für Ausgleich

James überrascht im Penaltyschießen

Im Penaltyschießen blieb es weiter eng. In den ersten vier Runden trafen auf beiden Seiten zwei Schützen, darunter auch Kucherov. In der fünften Runde überraschte Cooper mit der Entscheidung, welchen Schützen er zum Abschluss aufs Eis schickte. Der Auserwählte war Dominic James, ein 23-jähriger Rookie, der zu seinem ersten Penalty in der NHL antrat.

„Ich weiß nicht, ob ich nervös war oder mich gefreut habe“, erklärte James. „Das Publikum buht dich aus, wir spielen auswärts und haben einen Lauf. In der Position ist man gerne.“

James schlägt sich in seiner ersten NHL-Saison nicht schlecht. In 34 Spielen kommt er auf elf Punkte (vier Tore, sieben Assists). Für einen Rookie eine ordentliche Bilanz, doch von den Spitzenspielern der Lightning weit entfernt. Daher war die Entscheidung, ihn ins Penaltyschießen zu schicken, überraschend, doch Cooper hatte offensichtlich den richtigen Riecher.

„Coop hat mir auf die Schulter geklopft und mir gesagt, dass ich an der Reihe bin“, ließ James wissen. „Da habe ich angefangen, darüber nachzudenken, wie ich schießen soll. Ich weiß nicht, aber ich glaube, dass mein Körper das einfach automatisch gemacht hat und da habe ich den Torhüter getunnelt.“

TBL@CHI: Lightning bezwingen Blackhawks im Penaltyschießen

Selbstvertrauen und Geduld führen zum Erfolg

Mit 29 von 30 möglichen Punkten in den vergangenen 15 Partien sind die Lightning zurzeit der Goldstandard der Liga. Seit 20. Dezember haben sie die meisten Zähler, die meisten Tore pro Spiel (4,13) und die wenigsten Gegentore pro Spiel (2,07). Entsprechend groß ist das Selbstvertrauen, was sie nur noch besser macht. Besonders in engen Spielen kann diese mentale Stärke entscheidend sein, um einen Weg zum Sieg zu finden. Fünf der 15 Spiele während der aktuellen Serie gingen in die Verlängerung, vier davon gewann Tampa. Lediglich beim 2:3 nach Penaltyschießen gegen die St. Louis Blues am 16. Januar mussten Cooper und seine Mannschaft einen Punkt abgeben.

„Wir sind immer ruhig geblieben, haben unsere Haltung nicht verloren und haben darauf vertraut, dass wir die Tore am Ende schon schießen“, sagte der Schweizer Verteidiger J.J. Moser. „Der defensive Fokus ist wichtig. Wir lassen nicht viele Chancen zu. Diese Geduld, selbst wenn die Spiele eng sind, ist wichtig. Wir glauben nicht gleich, dass wir das Rad neu erfinden und Risiken eingehen müssen. Wir bleiben geduldig, machen unsere Arbeit und verlassen uns darauf, dass wir am Ende die nötigen Tore erzielen.“

Tampa steht mit 68 Punkten aus 49 Spielen (32-13-4) an der Spitze der starken Atlantic Division. Die Detroit Red Wings liegen zwar nur einen Punkt hinter ihnen, haben aber bereits drei Spiele mehr bestritten.

Die nächsten Punkte stehen bereits am Samstag auf dem Spiel. Dann sind die Lightning bei den Columbus Blue Jackets zu Gast, die auf dem vorletzten Platz der Eastern Conference liegen.

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