Palat, Vasilevskiy helfen Lightning gg Rangers in Sp4

Nach zwei Niederlagen zu Beginn der Eastern Conference Finals lagen die Tampa Bay Lightning bereits mit 0:2 gegen die New York Rangers zurück. In beiden Begegnungen gewannen die Rangers im Madison Square Garden, stellten ihre Heimstärke unter Beweis und setzten Tampa für die Matches in der Amalie Arena massiv unter Druck. Nach einem Last-Minute-Sieg in Spiel 3 bewiesen die Lightning, dass sie erfahren genug sind, sich selbst aus einer verfahrenen Situation zu befreien. Mit einem 4:1-Erfolg entschieden sie Spiel 4 für sich und glichen die Best-Of-Seven-Serie aus.

"Spiel 1 und 2 waren sicher nicht unsere besten Auftritte", blickte Zach Bogosian zurück, sah aber auch dort schon Ansätze der Verbesserung. "Zum Ende von Spiel 2 wurde es besser und wir haben wieder zu unserer Identität zurückgefunden. In den beiden Spielen zuhause haben wir das gezeigt."
In der Partie am Dienstag waren es die erfahrenen Akteure der Lightning, die den Unterschied ausmachten. Patrick Maroon brachte Tampa Bay bereits nach etwas über zweieinhalb Minuten in Führung. Es war Maroons dritter Treffer in der laufenden Schlussrunde. Nur einmal in seiner Karriere konnte der mittlerweile 34-jährige häufiger einnetzen (2015, vier Tore, Anaheim Ducks). Zum zweiten Mal in den Stanley Cup Playoffs war sein Erfolgserlebnis der Startschuss für eine Begegnung. Er führt mit Steven Stamkos und Corey Perry, zwei weiteren erfahrenen Spielern, die teaminterne Rangliste an.

NYR@TBL, Sp4: Maroon ist für Lightning erfolgreich

Die Lightning traten weiter wie ein amtierender Champion auf. Lediglich zehn Torschüsse erlaubten sie den Rangers im Eröffnungsabschnitt. Aus ihren eigenen acht Abschlüssen konnten sie die 1:0-Führung generieren. Das gesamte Match über war Andrei Vasilevskiy der sichere Rückhalt für die Gastgeber. Insgesamt parierte er 34 Torschüsse und musste sich lediglich, im Schlussabschnitt, gegen Artemi Panarin geschlagen geben, der das zwischenzeitliche 1:3 erzielen konnte.
Die ersten beiden Drittel gestalteten die Lightning ohne Gegentreffer und zeigten dabei, dass sie sich auf ihre erfahrenen Akteure verlassen können. Vasilevskiy erlaubte zum 14. Mal in seiner Playoff-Karriere in den ersten 40 Minuten keinen Gegentreffer. Seine zuvor perfekte Bilanz in solchen Partien verbesserte er auf 14-0.
Durch den Erfolg verlängerte Vasilevskiy seine Heimsieg-Serie auf sechs Spiele und zog mit seiner bislang längsten in den Playoffs gleich. Bereits 2021 war der Schlussmann in heimischen Gefilden nahezu unschlagbar gewesen.
"Wir machen uns mit ihm hinten drin keine Sorgen", lobte Bogosian den Schlussmann, der in den ersten beiden Partien der Serie etwas strauchelte. "Er ist aus guten Gründen der beste Torhüter der Welt, das hat er Jahr für Jahr bewiesen. Jeder hat Hochs und Tiefs in den Playoffs und wir hatten ihm nicht geholfen. Wir wussten er würde stark zurückkommen."
Nikita Kucherov und Steven Stamkos sorgten für eine 3:0-Führung der Lightning und unterstrichen erneut, dass sich die Titelträger von 2020 und 2021 auf ihre Top-Spieler verlassen können. Ondrej Palat traf, nach Panarins Anschluss, ins verwaiste Rangers Tor und sorgte so für den Endstand.

NYR@TBL, Sp4: Kucherov schließt ein Breakaway ab

Für Panarin und Stamkos war es der jeweils dritte Treffer in der laufenden Serie. Sie stehen, auf ihre Karriere gesehen, in Conference Finals nun bei 16 beziehungsweise 15 Treffer und rangieren in der Rangliste der in der dritten Runde noch aktiven Spieler auf den ersten beiden Plätzen. Die Statistik unterstreicht, wie wichtig die beiden erfahrenen Angreifer für Tampa Bay sind. Stamkos, Palat und Kucherov stehen bei jeweils sieben Treffern in den laufenden Playoffs. Sie sind damit die Top-Torjäger der Mannschaft und unterstreichen so noch weiter die Bedeutung der Erfahrung im Team.

NYR@TBL, Sp4: Stamkos baut die Lightning-Führung aus

Für Kucherov war es das dritte Playoff-Spiel hintereinander in dem er einnetzen konnte. Er zog mit seinem Karrierebestwert, den er erstmals 2016 aufstellte, gleich.
Mit ihren vier Treffern zeigten die Lightning auch, dass sie einen Weg gefunden haben, um Igor Shesterkin zu überwinden. Der Schlussmann der Rangers trieb Tampa Bay in den ersten beiden Partien an den Rand der Verzweiflung. Nach seiner elften Parade konnte der Torhüter einen Meilenstein abhaken. In 18 Playoff-Spielen kam er auf 600 Saves und war damit der Goalie, dem das in einer einzigen Endrunde so schnell gelang. Den bisherigen Rekord von 19 Partien teilten sich Tuuka Rask, Jean-Sebastien Giguere, Olaf Kolzig, John Vanbiesbrouck, Kirk McLean und Ken Dryden.
Die Top-Leistung von Shesterkin, der 27 von 30 Schüssen abwehren konnte, genügte nicht, um die Erfahrung der Lightning zu übertrumpfen. Die Gastgeber markierten den 50. Heimerfolg in den laufenden Playoffs. Diese Marke wurde in den Stanley Cup Playoffs bislang 13-Mal erreicht.
Zum neunten Mal seit 1967/68 konnten in einem Conference Finale/Halbfinale die ersten vier Duelle vom jeweiligen Heimteam gewonnen werden. Die Lightning können das achte Team werden, das als Titelverteidiger einen 0:2-Serien-Rückstand noch in einen Erfolg ummünzt. Dafür werden sie aber auch in den kommenden Spielen ihre Top-Akteure in Bestform brauchen.
"Es scheint in diesen Playoffs immer so zu laufen und am Ende kommt es drauf an, welche Mannschaft auswärts abliefern kann. Das ist, besonders in dieser Zeit des Jahres, nicht einfach", unterstrich Stamkos die Bedeutung des kommenden Auswärtsauftritts.