Switzerland and Germany Sad Split

Deutschland ist mit einer 1:4-Niederlage im Viertelfinale gegen Tschechien von der WM 2022 in Finnland ausgeschieden. In einer Partie auf Augenhöhe machte das perfekte Powerplay der Tschechen den Unterschied. Auch die Schweiz musste nach einer 0:3-Niederlage gegen die USA die Heimreise antreten und biss sich die Zähne an US-Torwart Jeremy Swayman aus.

Deutschland - Tschechien 1:4
Bundestrainer Toni Söderholm nahm keinerlei personelle Veränderungen in seiner Aufstellung vor. Mit Starter Philipp Grubauer (Seattle Kraken) und Verteidiger Moritz Seider (Detroit Red Wings) standen somit erneut zwei NHL-Exporte im Lineup.
Bei Tschechien standen mit Torwart Karel Vejmelka (Arizona Coyotes), den Verteidigern Filip Hronek (Detroit Red Wings), Michal Kempny (Washington Capitals) und Radim Simek (San Jose Sharks) sowie den Stürmern Tomas Hertl (San Jose Sharks), David Kampf (Toronto Maple Leafs), David Pastrnak (Boston Bruins) und Jakub Vrana (Detroit Red Wings) gleich acht NHLer in der Aufstellung.
In einem ersten Drittel auf Augenhöhe nutzten effektive Tschechen zwei frühe Powerplays, um in Führung zu gehen: David Krejci legte in Slot-Position für seinen ehemaligen Bruins-Reihenkollegen Pastrnak ab, der per Direktabnahme zum 1:0 traf (3.). Im nächsten Überzahlspiel lief die Scheibe gekonnt mit Direktpässen über mehrere Stationen bis aufs Tape von Roman Cervenka, der am Ende dieser sehenswerten Kombinationskette aus der Nahdistanz auf 2:0 stellte (11.)
Ansonsten war die Partie sehr ausgeglichen, allerdings tat sich Deutschland ungewohnt schwer bei der Chancenverarbeitung. Das lag einerseits am aggressiven Forechecking der Tschechen im Offensivdrittel, andererseits an einem konsequenten und engen Abwehrblock in der Defensivzone. Kurz vor der ersten Pause aber entwischte das deutsche Talent Lukas Reichel (Rockford Ice Hogs, Farmteam der Chicago Blackhawks) mit einem schnellen Sprint, traf vor Vejmelka aber nur den rechten Pfosten (19.).
Auch im zweiten Drittel biss sich Deutschland an gut sortierten Tschechen die Zähne aus. Team Czechia hielt die Abstände eng, besetzte den Gefahrenbereich vor dem Tor mit vielen Spielern und spielte schnörkellos nach vorne. Dabei hatte Tschechien immer wieder zermürbende Drangphasen mit viel Zeit in der deutschen Zone.
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Den Unterschied machte einmal mehr das Powerplay: Nach einem Pastrnak-Querpass erhöhte dieses Mal Krejci auf 3:0 (33.). Damit war Tschechien perfekt im Powerplay (3/3).
Mit einer spektakulären Rettungsaktion von Grubauer, der weit vor seinem Tor gekonnt mitspielte und gegen Matej Blümel klärte (34.), startete die DEB-Auswahl einen regelrechten Sturmlauf: Stefan Loibl scheiterte mit zwei Abstaubern am Torkreis gegen Vejmelka (35.). Marcel Noebels riss die Arme in Erwartung eines Tores bereits in die Höhe, doch sein Abschluss in einer 2-auf-1-Situation lenkte der starke Vejmelka noch an die Latte (36.).
Auch im Schlussdrittel betrieb Deutschland noch einmal großen Aufwand, doch wollte die Scheibe einfach nicht ins Tor. Gleichzeitig war Grubauer bei tschechischen Entlastungsangriffen hellwach und hielt die Hoffnung auf ein Comeback am Leben.
Bereits 9:10 Minuten vor dem Ende ging Söderholm voll ins Risiko und nahm Grubauer erstmals vom Eis. Mit Erfolg: Nach drei Minuten Dauerdruck, zwei davon im Powerplay, war es ein Laserstrahl von Seider, der zum 1:3 einschlug (54.).
4:40 Minuten vor Schluss wurde Grubauer erneut gezogen und sah von draußen, wie die Nationalmannschaft weiter Druck machte. Reichels Versuch aus der Nahdistanz perlte erneut an der Latte ab (37.).
Die Entscheidung führte schlussendlich Jiri Smejkal mit einem von Kämpf vorbereiteten Empty-Net-Tor herbei (39.).
Damit ist die WM für Deutschland im Viertelfinale beendet, Tschechien zieht dank seiner Top-Formation um Pastrnak (1-1-2), Krejci (1-2-3) und Cervenka (1-2-3), einem perfekten Powerplay (3/3) und einem starken Vejmelka (21 Saves, 95 Prozent Fangquote) ins Halbfinale ein. Beide Halbfinal-Partien werden am Samstag (28. Mai 2022) jeweils in Helsinki ausgetragen.
Schweden - Kanada 3:4 n.V.
Ein klangvolles und hochwertiges Viertelfinale stieg zwischen den Eishockey-Nationen Schweden und Kanada in Tampere. Dabei kamen die Kanadier im dritten Drittel auf einen 0:3-Rückstand zurück und siegten am Ende mit 4:3 n.V.
Lange sah es nach einem Sieg für die Tre Kronor aus: Carl Klingberg sorgte bereits nach 87 Sekunden für die Führung (2.), die William Nylander (Toronto Maple Leafs, 8.) und Max Friberg (29.) später ausbauten. Im dritten
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Drittel verhinderte Kanadas Ryan Graves (New Jersey Devils, 42.) den Shutout von Linus Ullmark (Boston Bruins) und machte das Spiel wieder spannend. Spät gelang Pierre-Luc Dubois (Winnipeg Jets) der Anschlusstreffer zum 2:3 (59., im Powerplay, mit Extra-Angreifer).
In einem Herzschlag-Finale schaffte Kanada dann tatsächlich noch den Ausgleich: 1:23 Minuten vor dem Ende knipste Matt Barzal die Torlampe zum 3:3 an (59., mit Extra-Angreifer) und rettete die Ahornblätter damit in die Overtime. Dort war das Momentum nun auf Seiten von Kanada, das mit einem Powerplay-Treffer von Drake Batherson (Ottawa Senators) das Halbfinal-Ticket löste (61.).
Schweiz - USA 0:3
Die Schweiz ist als Favorit ins Viertelfinale gegen die USA gegangen, musste nach einer 0:3-Niederlage aber die Heimreise antreten.
Bei der Nati waren mit den Verteidigern Dean Kukan (Columbus Blue Jackets), J.J. Moser (Arizona Coyotes) und Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils) sowie den Stürmern Nico Hischier (New Jersey Devils), Philipp Kurashev (Chicago Blackhawks), Timo Meier (San Jose Sharks) und Pius Suter (Detroit Red Wings) insgesamt sieben NHL-Spieler an Bord.
Insbesondere im ersten Drittel kam die Schweiz kaum auf, was an einem hervorragend eingestellten US-Team lag: Die Vereinigten Staaten limitierten die eigentlich schnellen und offensivstarken Eidgenossen mit einem ausgeklügelten Defensivsystem auf nur vier Schüsse. Derweil brachte Ben Myers die USA im Powerplay mit 1:0 in Führung (12.). Sehenswert war das 2:0 durch Adam Gaudette (Ottawa Senators), der den Puck im Fallen und aus der Luft am herausstürzenden Schweizer Torwart Leonardo Genoni vorbei ins Tor lenkte (17.).
Im zweiten Durchgang drehte die Schweiz auf, erhöhte den Druck und kam in der Offensive besser zur Geltung, was 17 Schüsse in diesem Drittel eindrucksvoll belegten. Allerdings biss sich die Nati reihenweise die Zähne am starken US-Goalie Jeremy Swayman (Boston Bruins) aus, der teils überragende Paraden zeigte.
Auch im Schlussabschnitt rannte die Nati vergeblich an. Stattdessen sorgte die USA für die Vorentscheidung: Nach starker Vorarbeit von Karson Kuhlman (Seattle Kraken) musste Myers am zweiten Pfosten nur noch die Kelle aufs Eis drücken und stellte per Tip-in auf 3:0 (55.).
Bereits 5:41 Minuten vor dem Ende nahm der Schweizer Trainer Patrick Fischer Torwart Genoni für einen Extra-Angreifer aus dem Tor. Doch Swayman war an diesem Abend einfach nicht zu überwinden und feierte einen verdienten Shutout.
Die bis dahin ungeschlagene Schweiz, die in der Gruppenphase 20 von 21 möglichen Punkten geholt hatte, verlor ihr einziges WM-Spiel ausgerechnet im ersten K.o.-Spiel und muss nun die bittere Heimreise antreten.
Finnland - Slowakei 4:2
WM-Gastgeber Finnland tat sich schwer gegen die Slowakei, setzte sich am Ende aber mit 4:2 durch. Die Slowaken gingen dank Adam Sykora (9.) und Pavol Regenda (16.) nicht unverdient mit 2:0 in Führung. Doch der finnische Hüne Marko Anttila (2,03 Meter groß, 104 Kilogramm schwer) brachte seine Farben mit einem Doppelpack (19., 24.) wieder auf 2:2 heran.
Zu Beginn des dritten Drittels sorgte Sakari Manninen für die erste Führung für Suomi und stellte auf 3:2 (45.). Eine Sekunde vor Schluss setzte Saku Mäenalanen mit einem Empty-Net-Tor noch den Schlusspunkt (60.).