Möglicherweise gab es bereits den einen oder anderen Fan der Montreal Canadiens, der drei Minuten vor Spielende die Halle verließ, um ohne Stau den Heimweg antreten zu können. Oder der den Fernseher abschaltete, weil das Spiel ohnehin schon entschieden zu sein schien. Die Canadiens führten im Heimspiel am Dienstag gegen die Winnipeg Jets mit 4:0. Das Zwischenergebnis war nicht einmal überraschend.
Die Canadiens befanden sich mit fünf Siegen in Serie in einem Lauf, während die Jets seit neun Spielen auf einen Sieg warteten. Der Sieg schien den Canadiens sicher zu sein. Das Problem: Auch die Akteure auf dem Eis glaubten offenbar an den sicheren Sieg – zu früh. „Einige von uns dachten, das Spiel sei vorbei“, gab später Canadiens-Stürmer Cole Caufield zu. Doch es folgte eines der spektakulärsten Comebacks der NHL-Geschichte.
Vier Tore in 126 Sekunden
Die Jets brauchten nur 2:06 Minuten, um das Spiel mit vier Treffern kurz vor Spielende auszugleichen. Tyrel Bauer (58.) leitete mit seinem ersten NHL-Tor die Aufholjagd ein, dann legten Morgan Barron (59.) und Kyle Connor (59.) nach. Spätestens beim Anschlusstreffer zum 3:4 dürften die Canadiens nervös geworden sein. Alexandre Carrier kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe für Beinstellen, sodass die Jets sich in der Schlussphase in Überzahl befanden. Dies nutzte Connor, um in Überzahl mit einem One-Timer den Ausgleich zu erzielen.
In der Overtime sprach das Momentum für die Jets. Gabriel Vilardi gewann den Puck im gegnerischen Drittel, Adam Lowry nahm die Scheibe auf und spielte einen langen Querpass auf Dylan Samberg, der völlig frei zum Abschluss kam und das 5:4 erzielte. Während die Jets den Siegtreffer stürmisch bejubelten, blickten die Canadiens-Spieler ungläubig drein. Fast so, als würden sie unter Schock stehen. Kein Wunder: Eine solche Aufholjagd hatte es noch nie zuvor gegeben.



















