Lindy Ruff 110426

Am Dienstag gab es in Montreal ein spektakuläres Comeback, mit dem niemand gerechnet hatte. Die Winnipeg Jets lagen bis 2:39 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit 0:4 gegen die Montreal Canadiens zurück. Die wenige verbleibende Zeit reichte den Jets aber, um durch Tyrel Bauer, Morgan Barron und einen Doppelpack von Kyle Connor noch auszugleichen. In der Verlängerung gewannen sie die Partie dann sogar durch einen Treffer von Dylan Samberg. Noch größer war die Genugtuung für die Jets, da sie mit einer Serie von neun Niederlagen in Folge (0-7-2) in die Partie gegangen waren.

Nach diesem Paukenschlag sprach Lindy Ruff, der Trainer der Buffalo Sabres, über die neuen Realitäten in der NHL. Im modernen Eishockey, mahnte Ruff, sei aufgrund der Qualität und Schnelligkeit der Spieler keine Führung mehr sicher. Daran wurde seine Mannschaft erst vor Kurzem erinnert, denn die Sabres lagen am Donnerstag bei den Anaheim Ducks im Schlussabschnitt mit 7:3 in Führung, brachten den Vorsprung aber nur ganz knapp zu einem 7:6-Sieg über die Zeit.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Los Angeles Kings und den Buffalo Sabres

„Ja, die Führung von vier Toren ist jetzt vielleicht die gefährlichste Führung“, sagte Ruff, halb scherzend. „Wir haben früher über die Zwei-Tore-Führung gesprochen, das ist jetzt die Vier-Tore-Führung. Das hatten wir in Anaheim, da ist es fast genauso gelaufen... Das zeigt, wie viel Talent da im Spiel ist. Eine Zwei-Tore-Führung darf man nicht als sicher sehen. Wenn man das tut, kann man schnell überrannt werden."

Wie schnell es in der heutigen NHL gehen kann, war am Dienstag nicht nur in Montreal zu sehen. Die Ducks verspielten bei den Vancouver Canucks im dritten Drittel innerhalb von fünf Minuten beinahe eine 5:2-Führung und gewannen knapp mit 5:4. Die Minnesota Wild schafften gegen die Philadelphia Flyers in der fünften Minute mit einem Doppelschlag innerhalb von 31 Sekunden die Vorentscheidung für ihren 4:2-Sieg. Die Columbus Blue Jackets überrollten die Colorado Avalanche mit 7:2 und trafen innerhalb von 8:23 Minuten vier Mal.

„Man muss ein gewisses Risiko aus seinem Spiel nehmen, wenn man eine Führung oder eine komfortable Führung hat“, betonte Ruff. „Darüber sprechen wir in fast jedem Meeting. Selbst spät in einem Drittel, will man nicht das Risiko eingehen, dass man Großchancen zulässt. Von solchen Risiken muss man sich fernhalten.“

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