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Ein Stanley-Cup-Sieger und ein neuer Star

Deutsche Spieler schreiben erneut Geschichte - Die Saisonanalyse von NHL.com/de, Teil 1

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Ein Stanley-Cup-Sieger und ein neuer Star am Horizont: Mit dieser Schlagzeile lassen sich die herausragendsten Begebenheiten aus deutscher Sicht in der abgelaufenen NHL-Saison 2016/17 zusammenfassen. Tom Kuhnhackl verteidigte mit den Pittsburgh Penguins den Titel aus dem Vorjahr. Leon Draisaitl stellte einen deutschen Scorer-Rekord auf und gilt nach seinen überragenden Darbietungen bei den Edmonton Oilers bereits als Großer der Branche. Mit ihren Erfolgen stechen Kühnhackl und Draisaitl aus der Riege der deutschen NHL-Profis zweifellos heraus. Die Bilanz ihrer fünf Landsleute fällt jedoch ebenfalls weitgehend positiv aus, wie die Saisonanalyse von NHL.com/de zeigt.

Dem 25-jährigen Kühnhackl gelang etwas, das in Zukunft nicht so leicht zu toppen sein dürfte. In seiner zweiten Saison in der NHL holte er zum zweiten Mal den Stanley Cup. "Ich finde dafür noch weniger Worte als letztes Jahr. Es ist ja schon schwer, ihn einmal zu gewinnen. Und ihn jetzt mit dieser Truppe gleich nochmal zu holen, ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagte der Landshuter nach dem Triumph im entscheidenden Spiel in Nashville zu NHL.com/de.

Für Kühnhackl war die Saison 2016/17 ein Auf und Ab. Zu Beginn zählte er zur Stammformation. Im November aber setzte ihn Coach Mike Sullivan längere Zeit auf die Tribüne. Doch der Angreifer ließ sich nicht entmutigen und kämpfte sich ins Team zurück. In der Hauptrunde kam er auf 57 Einsätze und verbuchte dabei 16 Scorer-Punkte (vier Tore, zwölf Vorlagen).

Video: DET@PIT: Kuhnhackl schießt SHG nach Letangs Vorlage

Ausgerechnet in der heißen Phase der Playoffs zog sich der Stürmer eine langwierige Verletzung zu. Nach der Begegnung vom 8. Mai gegen die Washington Capitals in der zweiten Playoff-Runde konnte er deshalb an der Mission Titelverteidigung nicht mehr aktiv mitwirken. So blieb es bei elf Partien und zwei Punkten (jeweils ein Tor und eine Vorlage). Dennoch ist sein Name auf der Plakette am Sockel des Pokals eingraviert, weil er im Saisonverlauf die dafür erforderliche Mindestanzahl von Spielen erreicht hatte.

Kühnhackl steht bei den Penguins noch ein Jahr unter Vertrag. Sollte er im Sommer nicht zu einem anderen Verein transferiert werden, hat er im nächsten Jahr eine gute Chance aufs Triple. Damit würde er sogar die deutsche NHL-Legende Uwe Krupp übertreffen, der es ebenfalls auf zwei Stanley-Cup-Siege brachte.

Im zweiten Jahr seiner NHL-Karriere hatte es Leon Draisaitl mit den Oilers erstmals in die Playoffs geschafft. Mit 16 Punkten (sechs Tore, zehn Vorlagen) aus 13 Begegnungen war er Edmontons gefeierter Top-Scorer. Beim fulminanten 7:1-Sieg in der zweiten Playoff-Runde gegen den späteren Conference-Finalisten Anaheim Ducks glänzte Draisaitl mit einem Fünf-Punkte-Spiel (drei Tore, zwei Assists).

Bereits in der Hauptrunde hatte der 21-jährige Kölner nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Mit 77 Zählern (29 Tore, 48 Vorlagen) stellte er einen deutschen Scorer-Rekord in der NHL auf. Er eliminierte damit die elf Jahr alte Bestmarkte von Marco Sturm aus der Saison 2005/06 (59 Punkte). Der amtierende Bundestrainer trug den Verlust seines Rekordes mit Fassung. "Das deutsche Eishockey kann stolz sein, einen so talentierten Spieler in der NHL zu haben", sagte er. Draisaitl äußerte sich über seine starken Leistungen gewohnt zurückhaltend und sachbezogen: "Ich habe den nächsten Schritt gemacht."

Für die kommende Saison hat er bei den Oilers noch keine gültigen Arbeitspapiere. Es ist allerdings fest davon auszugehen, dass er in Edmonton bleibt - zu deutlich höheren Konditionen als bisher. Oilers-Idol Wayne Gretzky freut sich schon auf weitere Gala-Auftritte des Deutschen. "Leon Draisaitl und Connor McDavid sind wirklich gut und haben das Zeug zu einem Traumpaar in der Liga zu werden", lobte er die beiden herausragenden Stürmer von Edmonton in der abgelaufenen Spielzeit.

Eine durchwachsene Saison haben die New York Islanders mit Goalie Thomas Greiss und Verteidiger Dennis Seidenberg hinter sich. Lange Zeit krebste die Mannschaft in den unteren Tabellenregionen herum. Doch mit dem im Januar verpflichteten Trainer Doug Weight starteten sie eine fulminante Aufholjagd, die das Teams fast noch in die Playoffs geführt hätte. Die beiden Deutschen im Team hatten großen Anteil am Aufschwung.

Seidenberg verlieh der Defensive durch seine Erfahrung viel Stabilität. Der 35-jährige Schwenninger absolvierte trotz eines Kieferbruchs 73 Begegnungen und hatte am Ende 22 Punkte (fünf Tore, 17 Vorlagen) auf seinem Konto. In der Plus/Minus-Statistik der Islanders lag er mit einem Wert von +25 einsam an der Spitze. Seidenberg bleibt der Franchise aus Brooklyn ein weiteres Jahr erhalten. Vor der Weltmeisterschaft verlängerte er seinen Vertrag um diesen Zeitraum.

Video: NYI@CAR: Greiss streckt sich für wichtigen Save

Greiss sicherte den Islanders mit spektakulären Paraden viele Punkte. Der 31-jährige Füssener bestritt 51 Begegnungen, davon 49 von Beginn an. 26mal verließen die Islanders mit Greiss zwischen den Pfosten das Eis als Sieger. Im Januar zog er sein Autogramm unter einen neuen Kontrakt, der bis Saisonende 2020 gültig ist. "Die Islanders sind eine großartige Organisation und wir haben tolle Jungs im Team", lobte er seinen Arbeitgeber im Gespräch mit dem Onlineportal Newsday.

Eine solide Bilanz wies Tobias Rieder von den Arizona Coyotes auf. In seiner dritten NHL-Saison hatte er nach 80 Spielen insgesamt 34 Scorer-Punkte (16 Tore, 18 Vorlagen) auf dem Konto. Nach der Hauptrunde war Schluss für den 24-jährigen Landshuter. Die Coyotes schafften es einmal mehr nicht in die Playoffs. Dennoch fällt sein Fazit positiv aus. "Ich bin sehr zufrieden, wie meine Saison gelaufen ist. Ich denke, dass ich wieder einen Sprung nach vorne gemacht und mein Spiel weiterentwickelt habe", betonte er gegenüber NHL.com/de. Rieders Vertrag bei den Coyotes läuft noch bis zum Ende der Saison 2017/18.

Mit einer Reservistenrolle mussten Goalie Philipp Grubauer von den Washington Capitals und Verteidiger Korbinian Holzer von den Anaheim Ducks Vorlieb nehmen. Immerhin wurden beide in den Playoffs eingesetzt.

Grubauer stand in der Hauptrunde in 24 Partien zwischen den Pfosten der Capitals, davon 19mal von Anfang an. Dabei fuhr er mit seinem Team 13 Siege ein. In den Playoffs löste er einmal Braden Holtby ab. Der 25-jährige Rosenheimer ließ mehrfach durchblicken, dass ihm seine Funktion als Holtbys Backup nicht länger genügt. "Ich will irgendwo die Nummer eins sein", fasste er seine Ambitionen in Worte. Durch starke Auftritte in der NHL und bei der Weltmeisterschaft hat er sich nachdrücklich für höhere Aufgaben empfohlen. Sein Arbeitsverhältnis mit den Capitals endet im Sommer. Ab 1. Juli ist Grubauer als Restricted Free Agent auf dem Markt.

Holzer streifte in der Hauptrunde 32mal das Trikot der Ducks über. Dabei erzielte der 29-jährige Münchner sieben Scorer-Punkte (zwei Tore, fünf Vorlagen). In den Playoffs kamen fünf Begegnungen hinzu, bei denen er ohne Zähler blieb. Holzers Zukunft in der NHL ist ebenfalls offen. Die Ducks haben mit ihm bislang nicht verlängert. Sollte sich das nicht ändern, wäre er ab 1. Juli Unrestricted Free Agent und könnte sich einen neuen Verein suchen.

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