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Schlechter Saisonstart muss nicht viel bedeuten

Mit den Rangers, Panthers und Red Wings haben drei Teams einen Lauf, die zunächst ganz hinten lagen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Gute Vorbereitung absolviert, alle Mann an Bord und dann mit Vollgas in die Saison starten ist der Wunsch eines jeden Trainers. Die Mannschaft hat sich auf Anhieb gefunden, die Chemie stimmt und alle ziehen an einem Strang. Was will man mehr?

Nicht bei jedem Team verläuft der Beginn einer neuen Spielzeit so reibungslos! In einem solchen Fall gilt es Ruhe zu bewahren, Fehler zu analysieren und an den richtigen Stellschrauben zu drehen, damit sich möglichst schnell der gewünschte Erfolg einstellt, es sich kein Unmut breit macht und nicht zu viel Boden gegenüber der Konkurrenz verloren geht. Nicht jeder Mannschaft will das gelingen!

 

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Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es durchaus möglich ist, einen famosen Endspurt hinzulegen, doch wenn am Ende die Ziellinie in Form der Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs um Haaresbreite verpasst wird, war alle Mühe umsonst.

Nachdem am 27. Oktober die meisten Teams zwischen neun und elf Partien absolviert hatten, hätten die Anhänger der Detroit Red Wings, New York Rangers und Florida Panthers beim Betrachten des Klassements, dem Zeitgeist entsprechend, am liebsten ihr Smartphone umgedreht. In jener Reihenfolge zierten die drei Franchises das Tabellenende der Eastern Conference. Bereits in der vergangenen Saison waren deren Fans gezwungen gewesen, die heiße Saisonphase ohne ihr Team mitzuerleben. Sollte es diesmal sogar noch früher abgehängt werden?

Für ein Traditionsfranchise wie die Detroit Red Wings war die Ausbeute von zwei Punkten nach sieben Spielen (0-5-2) und einem Sieg nach zehn Partien ein Fiasko. Von außen eindringende Forderungen nach personellen Veränderungen, verhallten hinter den Hunderten, unter dem Hallendach der Little Caesars Arena angebrachten Scheinwerfern.

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Als Red Wings-Coach Jeff Blashill nach der siebten Niederlage und dem schlechtesten Saisonstart in der 92-jährigen Klub-Historie davon sprach, dass sich seine Mannschaft 'deutlich besser präsentiert hat', öfters 'so spielte, wie es nötig sei', 'Chancen vergaben, da sie nicht rechtzeitig schossen und sie das einstellen müssen', hätte man das ebenso als Schönrednerei interpretieren können, wie die Aussage von Red Wings-Stürmer Dylan Larkin nach der Niederlage gegen die Winnipeg Jets - der neunten in zehn Partien (1-7-2).

"Wir haben mit einem der stärksten Teams in der NHL mitgehalten. Wir haben im ersten Drittel das gleiche Tempo hingelegt wie sie, wenn nicht sogar besser", zog Larkin ein positives Fazit über den Heimauftritt, der mit 1:2 verloren ging.

Es war kein leeres Gerede des 22-jährigen Center, wie sich an den daraufhin folgenden Resultaten der Red Wings ablesen lässt. Am Dienstagabend bezwang Detroit die Arizona Coyotes mit 6:1 und keiner der gut 18.000 Besucher verschwendete nach dem vierten Sieg in Folge auch nur einen Gedanken daran, die Wettbewerbsfähigkeit des Kaders in Frage zu stellen.

 

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"So läuft das eben manchmal in dieser Liga", erläuterte Mike Green, der dem Erfolg ein Tor und zwei Assists beisteuerte. "Man steckt viel Arbeit rein, bleibt konsequent dran und auf dem Weg dorthin, zahlt es sich auch aus."

Auf eine noch bessere Serie können die Panthers verweisen. Sie gewannen am selben Abend ihre Auswärtspartie bei den Philadelphia Flyers mit 2:1 und sind mittlerweile sogar schon seit fünf Spielen ungeschlagen, nachdem sie in acht ihrer ersten zehn Saisonbegegnungen den Kürzeren gezogen hatten.

Unisono der Ereignisse in Detroit, war eine Niederlage gegen die Jets in Helsinki der Wachrüttler. Mit dem 4:2-Sieg im "Rückspiel" begann der Lauf der Panthers, während dem sie die Konkurrenz mit 19:6-Toren deklassierten.

Floridas-Erfolg trägt nicht nur einen Namen, doch es sei gestattet einen besonders hervorzuheben. Mike Hoffman, der im Sommer in einem Trade von den Ottawa Senators zu den Panthers kam, punktete in jedem der letzten 13 Partien und zog durch diese Serie mit keinem Geringeren als Klub-Rekordhalter Pavel Bure gleich.

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Für Hoffmann spielt das persönlich Erreichte nur eine untergeordnete Rolle: "Man legt sein Augenmerk darauf, der Mannschaft zu helfen damit sie gewinnt. Es ist cool auf andere Dinge, meinen Erfolg in der Liga, zurückzublicken, wenn ich ein bisschen älter bin. Jetzt liegt der Fokus darauf Eishockeyspiele zu gewinnen."

Was dem 28-Jährigen und seinen Teamkollegen mit Bravour gelingt.

Etwas dagegen, dass die Panthers ihre Serie fortsetzen, dürften am kommenden Samstag die Rangers haben. Der Dritte im Bunde der diesjährigen Punktejäger nach schwachem Saisonstart wird dann im Madison Square Garden als Gastgeber fungieren.

Von den Rangers war nicht erwartet worden, dass sie in dieser Saison sportlich viel bewirken würden, nachdem das Management bereits zum Ende der vergangenen Spielzeit begonnen hatte, den Kader umzubauen.

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Eine magere Bilanz von 3-7-1 wies das Team nach elf Begegnungen aus. Nach der Auswärtsniederlage bei den Los Angeles Kings, dem Tabellenletzten der Western Conference, der sechs Spiele in Folge nicht mehr gewonnen hatte, redete New Yorks Trainer David Quinn Tacheles: "Wir müssen aufhören, uns selbst zu schlagen. Es ist in dieser Liga schon schwer genug andere zu schlagen, wenn man sich nicht selbst schlägt. Wir haben ihnen zum Sieg verholfen und das muss aufhören. Das liegt an mir und wir werden weitermachen."

Es waren keine leeren Worthülsen von Quinn! Die Rangers punkteten in sechs ihrer letzten sieben Spiele doppelt und schossen sich auf den dritten Platz in der Metropolitan Division.

Ein schlechter Saisonstart ist noch lange kein Grund zum Verzweifeln. Es gibt einen Weg aus der Krise, wenn man sein Ziel fest im Blick behält und alles im Rahmen der eigenen Möglichkeiten tut. Sollte es am Ende dennoch nicht gereicht haben, sind Vorwürfe völlig fehl am Platz.

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