EDM@WPG, Sp3: Draisaitl mit seinem zweiten Tor

Viel bitterer hätte der Sonntagabend aus Sicht der Edmonton Oilers nicht verlaufen können. Obwohl ihre Offensiv-Superstars Connor McDavid und Leon Draisaitl ihre zuletzt beklagte Ladehemmung auf beeindruckende Art und Weise ablegen konnten und die Mannschaft zu Beginn des dritten Abschnitts im Bell MTS Place mit 4:1 führte, unterlagen die Oilers den Winnipeg Jets mit 4:5 n. V. Den Hausherren gelangen in den letzten neun Minuten der regulären Spielzeit drei Tore und später der Lucky Punch in der Verlängerung.

Beim Stand von 3:0-Siegen für Winnipeg droht Edmonton in der Best-of-7-Serie beim nächsten Kräftemessen am Montag (9:45 p.m. ET; NHL.TV; Di. 3:45 Uhr MESZ) das frühzeitige Aus in der Stanley Cup First Round. Schnelle Lösungen sind nach dem abermaligen Tiefschlag nun gefragter denn je beim Team von Trainer Dave Tippett.
"Vier Tore in einem Playoff-Spiel sollten genug sein, um zu gewinnen", sagte Draisaitl. "Es ist kein Problem für uns, Tore zu schießen. Wir wissen, wie man das macht. Wir haben es das ganze Jahr über hinbekommen. Die Schwierigkeit liegt auf der anderen Seite des Eises. Wie wir das lösen, müssen wir noch herausfinden."
Nikolaj Ehlers erzielte seinen zweiten Treffer in der zehnten Minute der Verlängerung und sorgte damit für lange Gesichter im Lager der Oilers. Er traf nach einem gewonnenen Bully von Paul Stastny. Für Ehlers war es das erste Spiel seit 24. April, als er sich eine nicht näher benannte Verletzung an der oberen Körperhälfte zugezogen hatte.
Zurück blieben bitter enttäuschte Oilers, die trotz guter Ansätze und eines klaren Vorsprungs am Ende mit leeren Händen dastanden. Da nützte es auch nichts, das Draisaitl seine ersten beiden Postseason-Treffer der Saison erzielte und Kapitän Connor McDavid drei Assists lieferte. McDavid (105 Punkte) und Draisaitl (84), die in der regulären Saison den ersten und zweiten Platz in der Scorer-Wertung der Liga belegten, waren in den ersten beiden Spielen der Serie jeweils leer ausgegangen.
Das erste Tor von Draisaitl fiel in der siebten Minute. Es war der mustergültige Start in die Begegnung, den sich die Oilers erhofft hatten. Nachdem McDavid seinen Teamkollegen Slater Koekkoek gekonnt in Szene gesetzt hatte, kam die Scheibe zu Draisaitl. Der Kölner umspielte den ausgestreckten linken Schoner von Jets-Torwart Connor Hellebuyck und schob den Puck knapp am Pfosten vorbei zum 1:0.

EDM@WPG, Sp3: Draisaitl stochert ihn rein

Im weiteren Verlauf des ersten Drittels erhöhte Edmonton durch den zweiten Treffer von Draisaitl auf 2:0 (10., Powerplay). Dieses Tor hätte die Gäste eigentlich beruhigen müssen. Gleiches galt, als die Oilers nach Toren von Zack Kassian (39.) und Jujhar Khaira (45.), bei einem Gegentreffer von Ehlers (38., Powerplay), im letzten Drittel mit 4:1 führten. Aber es sollte anders kommen. Die Jets drehten mächtig auf und Edmonton verlor zunehmend die Kontrolle.
"Wir waren nach dem 4:1 in einer sehr guten Position", räumte McDavid ein. "Dann treffen sie im Powerplay. Wir haben ihnen damit sozusagen den Rettungsanker zugeworfen. Aber wir werden nicht aufgeben. Wir müssen morgen Abend einen Weg finden, um zu gewinnen."
Dass sich die Jets erfolgreich in die Begegnung zurückkämpfen konnten, lag auch an der Leistung ihres Torhüter Connor Hellebuyck, der 44 Rettungstaten vollbrachte und in der Endphase des Spiels nicht mehr zu überwinden war.
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So ging es in die Verlängerung, in der Ehlers mit seinem zweiten Tor den Sieg für die Jets und das Unglück für die Oilers perfekt machte.
"Jedes Mal, wenn man ein Spiel in den Playoffs verliert, tut das weh", sagte Oilers-Verteidiger Darnell Nurse. "Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, so wie wir es gerade tun, fühlt sich das nicht gut an. Aber wir haben immer noch die Möglichkeit, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen."
Viel Zeit, diesen erneuten Nackenschlag zu verarbeiten, haben die Oilers nicht. Aber zumindest sind die Vorzeichen nun völlig klar. Ab sofort helfen dem Team nur noch Siege weiter, wenn es die zweite Runde der Playoffs erreichen will.