EDM@VAN: Puljujarvi netzt bei Überzahl ein

Die Edmonton Oilers haben einen Lauf: Bei der Reise an die Westküste Kanadas gab es zuletzt einen Doppelsieg bei den Vancouver Canucks (4:3, 3:0), davor zwei Siege im prestigeträchtigen "Battle of Alberta" gegen die Calgary Flames (2:1, 7:1) und davor noch einen Heimsieg gegen die Winnipeg Jets (3:2). Unterm Strich macht das fünf Siege in Serie, zudem gewannen die Oilers acht ihrer letzten neun Spiele (8-1-0).

In der Tabelle der Scotia North Division ist Edmonton (14-8-0, 28 Punkte) auf Rang zwei geklettert und geht nun mit breiter Brust in die beiden Gipfeltreffen mit den Toronto Maple Leafs (15-4-2, 32 Punkte). Mit zwei Siegen nach regulärer Spielzeit könnten die Oilers sogar mit dem Spitzenreiter gleichziehen.
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Beste Offensive der Liga: Kahun wieder neben Draisaitl
Edmontons Erfolgswelle fußt auf mehreren Säulen. Zum einen auf der produktiven Offensive, die mit durchschnittlich 3,59 Toren pro Spiel die beste in der gesamten NHL ist.
Zuverlässig wie eine gut geölte Maschine schrauben die Top-Scorer Connor McDavid (14-26-40, 1.) und Leon Draisaitl (10-24-34) ihre Punktekonten nach oben. McDavid hat eine Scoring-Serie von drei Spielen vorzuweisen. Acht Punkte (fünf Tore, drei Assists) sammelte er in diesem Zeitraum. Draisaitl punktete ebenfalls in jeder der zurückliegenden drei Partien und brachte es dabei auf sechs Zähler (allesamt Assists).
Der Kölner hat seit dem Trip nach Vancouver übrigens wieder seinen Landsmann und Freund Dominik Kahun an seiner Seite. Zwischenzeitlich war Kahun in die Bottom-Six-Reihen rotiert, lief in den beiden Begegnungen mit den Canucks aber wieder in einer Linie mit Draisaitl und Kailer Yamamoto auf. Das Vertrauen zahlte er mit zwei Toren zurück.
Es scheint aber auch, als hätten die Oilers mehr Tiefe im Sturm: 20 unterschiedliche Torschützen sprechen für ein besseres Secondary Scoring. Als beispielsweise weder McDavid noch Draisaitl im vorletzten Derby gegen die Flames scorten, sprangen Jesse Puljujarvi und der Schweizer Gaetan Haas mit Toren sowie Tyson Barrie, Darnell Nurse, James Neal und Alex Chiasson mit Assists ein. Chiasson kommt als Bottom-Six-Stürmer auf sechs Punkte (vier Tore, zwei Assists) aus den letzten vier Spielen.

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Stabilere Defensive: Barrie schlägt voll ein
Auffällig ist zudem, dass Edmonton in der Defensive weniger anfällig ist als in der Vorsaison. Während ihrer Siegesserie von fünf Spielen kassierten die Oilers gerade mal sieben Gegentore. Neuzugang Barrie erwies sich als Volltreffer und entfacht Gefahr von der blauen Linie: Mit 18 Punkten (drei Tore, 15 Assists) ist er der vierbeste Scorer seiner Mannschaft. Er hat eine Assist-Serie von vier Spielen am Laufen und sammelte 15 Scorerpunkte (drei Tore, zwölf Assists) in den letzten 15 Partien.
Barrie bildet zusammen mit Nurse ein gut funktionierendes Verteidiger-Tandem. Nurse ist mit 16 Scorerpunkten (sechs Tore, zehn Assists) der fünfbeste Scorer in Edmonton und hat mit einer Plus-Minus-Bilanz von +15 den besten Wert bei den Oilers (zusammen mit Draisaitl).
Jetzt ist auch noch Ethan Bear nach überstandener Verletzung zurück. Er hatte die letzten elf Spiele verpasst und erweitert die Optionen in der Oilers-Defensive. Beim jüngsten Sieg in Vancouver lief Edmonton mit sieben Abwehrspielern und elf Angreifern auf.
Besseres Goaltending: Smith stark verbessert
Eine beeindruckende Entwicklung hat Torwart Mike Smith genommen. Der 38-Jährige ist mit einer 6-0-0-Bilanz in die Saison gestartet. Nachdem er die ersten 13 Spiele verletzungsbedingt verpasst hatte, brachte er es in sieben Einsätzen auf eine Fangquote von 94,4 Prozent und zwei Shutouts.
"Mir ist egal, ob es ein Shutout ist oder nicht. Mir ist auch egal, wie viele Tore fallen. Ich möchte gewinnen", betonte Smith. "Shutouts sind schwer zu erreichen, vor allem in der heutigen Zeit, wenn es so viele Powerplays gibt. Aber es ist nicht nur der Verdienst des Torhüters: Es ist der Lohn für das gesamte Team vor ihm."
Das Goaltending war lange die Achillesferse der Oilers. Nun aber verleiht Smith neue Sicherheit. "Mir gefallen die Fortschritte, die wir machen", sagte Trainer Dave Tippett. "Seitdem Smitty spielt, hat uns die Torhüterleistung einen Schub gegeben."

Zwei packende Duelle stehen bevor
Nun geht es zu einem echten Härtetest nach Toronto. Dort trifft Edmonton nicht nur auf den Spitzenreiter der Scotia North, sondern auch auf die viertbeste Offensive (3,52 Tore/Spiel), das viertbeste Powerplay (31,3 Prozent Erfolgsquote) und die achtbeste Defensive (2,62 Gegentreffer/Partie) der NHL.
Bei den Maple Leafs stürmt mit Auston Matthews (18-13-31) der drittbeste sowie mit Mitchell Marner (9-21-30) der fünftbeste Scorer der Liga. Es dürften also zwei packende Duelle am Samstag (7 p.m. ET; NHL.TV; So. 1 Uhr MEZ) und Montag (10 p.m. ET; NHL.TV; Di. 4 Uhr MEZ) werden.