Avalanche und Wild schießen 15 Tore

Die Colorado Avalanche ist der strahlende Sieger von Spiel 1 der Zweiten Runde in der Western Conference gegen die Minnesota Wild. Die Mannschaft aus Denver behielt am Sonntag zu Hause in der Ball Arena in einem vogelwilden Duell mit 9:6 die Oberhand. Es war das erste Mal in der Franchise-Geschichte, dass sie in den Stanley Cup Playoffs neun Treffer in einer Partie erzielte. Für die 15 Tore auf beiden Seiten zeichneten 14 verschiedene Schützen verantwortlich. Lediglich Colorados Verteidiger Cale Makar schlug zweimal zu.

„Ich glaube nicht, dass zu Beginn irgendjemand damit gerechnet hat, dass wir 9:6 spielen würden“, sagte Avalanche-Kapitän Gabriel Landeskog. „So hatten wir uns das Ganze auch nicht vorgestellt. Eigentlich muss man zu dieser Zeit des Jahres anders auftreten, um zu gewinnen. Aber sei’s drum. Wir haben zumindest in der Offensive überzeugt. An anderen Dingen müssen wir allerdings arbeiten, um uns zu verbessern.“

Treibende Kraft bei der Avalanche im Spiel nach vorne war das offensivstarke Defensivcorps. Vier Blueliner machten als Scorer von sich reden. Sie steuerten zusammengerechnet fünf Tore und zehn Punkte zum Erfolg bei. Devon Toews brachte es auf vier Zähler (ein Tor, drei Assists), Makar gelangen drei Punkte (zwei Tore, ein Assist), Sam Malinski kam auf zwei Punkte (ein Tor, ein Assist) und Nick Blankenburg auf einen (ein Tor).

Die Leistung von Makar ist umso bemerkenswerter, als er früh im ersten Drittel nach einem Check von Wild-Angreifer Marcus Foligno in die Kabine musste und erst im zweiten Durchgang aufs Spielfeld zurückkehren konnte. „Es ist nicht schön, wenn man sich weh tut, aber sowas passiert. Man muss darauf vorbereitet sein. Es galt sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist. Danach ging es wieder raus“, erklärte der Betroffene.

MIN@COL, Sp 1: Makar markiert seinen zweiten Treffer im Spiel

Die Avalanche ist jetzt das dritte Team in der Historie der NHL, dessen Abwehrverbund in einer Playoff-Begegnung fünfmal ins Schwarze traf. Davor gelang dies bereits den Los Angeles Kings (Spiel 2 im Divisionshalbfinale 1992) und den Minnesota North Stars (Spiel 4 im Divisionsfinale 1985). Mindestens zehn Punkte in einem Match der Postseason hatten zuvor schon Defensivcorps von drei anderen Klubs gesammelt. Das betraf zweimal die Edmonton Oilers (Spiel 1 im Conference Finale 1985 und Spiel 5 im Divisionsfinale 1983) sowie je einmal die New York Rangers (Spiel 3 im Divisionshalbfinale 1983) und die Toronto Maple Leafs (Spiel 6 im Viertelfinale 1976).

Toews avancierte zum zweiten Verteidiger der Avalanche in den vergangenen 20 Jahren, der vier Zähler in einem Playoff-Spiel zusammentrug. Seinem Teamkollegen Makar war dies in Spiel 4 des Conference Finales 2022 und in Spiel 1 der Zweiten Runde 2021 gelungen.

Mit Nathan MacKinnon hatte auch ein Stürmer aus den Reihen von Colorado besonderen Grund zur Freude. Mit seinem Empty-Net-Goal zum 9:6 etwas mehr als zwei Minuten vor Ablauf der Uhr stockte er sein Scorerkonto auf 132 Punkte aus 100 Spielen in der Postseason auf. Im gleichen Zeitraum produzierten lediglich Wayne Gretzky (208), Mario Lemieux (168), Connor McDavid (154), Leon Draisaitl (148) und Jari Kurri (139) mehr Zähler als MacKinnon.

Mit seinen drei Punkten (ein Tor, zwei Assists) zum Auftakt der Best-of-7-Serie gegen die Wild gehörte MacKinnon neben Toews, Makar und Martin Necas (drei Assists) zu den vier Akteuren der Avalanche mit mindestens dieser Ausbeute.

MIN@COL, Sp 1: Kadri ffindet bei Breakaway die Lücke zum 7:5

Die Begegnung zwischen der Avalanche und den Wild stand bis in die Schlussphase auf des Messers Schneide. Colorado legte zu Beginn los wie die Feuerwehr und schoss in den ersten 14 Minuten einen 3:0-Vorsprung heraus. Doch Minnesota erholte sich von dem Schock und kam zusehends besser in die Partie. Nach 37 Minuten lagen sie selbst mit 5:4 vorne. Aber die Gäste konnten die Führung nicht verteidigen. Drei Minuten vor Ultimo sorgte Makar mit dem 8:6 für die Vorentscheidung und MacKinnon machte wenig später mit einem Empty-Net den Deckel drauf.

Bei Minnesota zählte Nico Sturm zum vierten Mal in den laufenden Playoffs zum Aufgebot. Der deutsche Stürmer bekam 11:15 Minuten Eiszeit und blieb ohne Scorerpunkt.

Spiel 2 der Serie zwischen der Avalanche und den Wild wird am Dienstag (8 p.m. ET; Mi. 2 Uhr MESZ) wiederum in der Ball Arena von Denver ausgetragen.

Verwandte Inhalte