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Der Start für die reguläre Saison 2020/21 in der NHL ist für den 13. Januar vorgesehen. Zur Einstimmung präsentiert NHL.com/de eine Serie mit den drei wichtigsten Fragen, mit denen sich die 31 Teams auseinandersetzen müssen.
In dieser Ausgabe: Vegas Golden Knights

Nach dem völlig überraschenden Erreichen des Stanley Cup Finales in ihrer Premierensaison 2017/18, in dem sie den Washinton Capitas mit 1:4-Siegen unterlagen, kamen die Vegas Golden Knights dem Gewinn des Stanley Cups nicht mehr so nahe wie damals.
Nach einer Bilanz von 39-24-8 in der verkürzten regulären Saison 2019/20 landete der Klub auf Rang drei in der Western Conference. Er zog damit einmal mehr souverän in die Postseason ein.
In der K.o.-Phase überzeugten die Golden Knights nach den Platzierungsspielen mit 4:1-Siegen in einer Best-of-7-Serie gegen die Chicago Blackhawks und ließen dann anschließend einen 4:3-Sieg in der Serie gegen die Vancouver Canucks folgen. Im Western Conference Finale angekommen, kassierte das Team eine 1:4-Pleite gegen die Dallas Stars.
Nach drei erfolgreichen Stanley Cup Playoff-Qualifikationen hintereinander, kann das Ziel in Vegas für die kommende Spielzeit 2020/21 nur der Titelgewinn sein.
Begleitet werden die Hoffnungen von Fragen, die sich ihnen stellen.
Welchen Einfluss wird Pietrangelo haben?
Ein Grund für die hohen Erwartungen der Golden Knights ist die vielbeachtete Verpflichtung von Alex Pietrangelo in der Offseason. Mit ihm hatte Vegas den wohl größten Fisch aus dem Free-Agent-Pool herausgeangelt.
Der Defensivspezialist, der in Nevada einen Siebenjahresvertrag unterschrieb, soll den Verlust von Paul Stastny und Nate Schmidt kompensieren.
Nur durch deren Abgänge, konnten sich die Golden Knights überhaupt die 8,8 Millionen US-Dollar Jahressalär leisten, die ihnen die Dienste von Pietrangelo im Durchschnitt zukünftig kosten werden.
Ähnliches: [Pietrangelo als fehlendes Puzzlestück der Golden Knights]
Der Abwehrspieler, der die ersten zwölf Spielzeiten seiner NHL-Karriere in Reihen der St. Louis Blues verbrachte und dort Kapitän des Teams war, kommt nach Las Vegas, um dort gemeinsam mit Brayden McNabb das Top-Verteidiger-Paar zu bilden.
Pietrangelos Offensivfähigkeiten verbunden mit seinem soliden Defensivspiel stellt eine signifikante Verbesserung gegenüber den Darbietungen von Schmidt in der Vergangenheit dar.
Es wird in jedem Fall spannend, zu beobachten, wie sich die Zusammenarbeit von DeBoer und Pietrangelo anlässt und was der Neue in Zusammenarbeit mit etablierten Kollegen wie Mark Stone und Max Pacioretty bei ausgeglichener Mannschaftsstärke auf dem Eis und auch im Powerplay leisten kann.
Wer ist zukünftig der Top-Center?
Der Abgang von Stastny war ein deutliches Indiz dafür, dass die Verantwortlichen des Klubs in Zukunft Cody Glass deutlich mehr zutrauen, als dieser bisher für das Team aus Vegas leisten und beitragen konnte.
Nach einer verletzungsreichen Rookie-Saison und der Ungewissheit, wo er eingesetzt werden soll, kam Glass deutlich fitter und körperlich kräftiger in das Trainingscamp der Golden Knights als bei seinem Debüt im Oktober zuvor.
Sein Spielverständnis und seine Übersicht wurden unter anderem von den Kollegen Pacioretty und Stone oft gelobt. Glass hat sein bestes Eishockey mit diesen in einer Formation gezeigt. Wenn beide Kollegen zuletzt sagten, dass der 21-jährige Glass einer der klügsten Spieler sei, mit denen sie je zusammengespielt haben, dann spricht das für ihn.
In Vegas erhoffen sie sich, dass Glass die angedeutete Entwicklung ungebremst fortsetzen kann.

SJS@VGK: Glass nutzt tolle Vorlage zum ersten Tor

Allerdings sollte ein zukünftiger Top-Center eben auch in den entscheidenden Minuten spielen. Bisher war das in Vegas William Karlsson und an ihm müsste Glass sich erst einmal vorbeispielen.
Selbst wenn Karlsson zuletzt Glanzzeiten (15 Tore, 31 Assists in 63 Hauptrundenspielen) nicht mehr so treffsicher war, wie in seinen, als er bis zu 43 Tore (2017/18) markieren konnte, gilt er immer noch als die Nummer eins auf der Position.
Es wird erwartet, dass Karlsson in Zukunft weiterhin zusammen mit Reilly Smith und Jonathan Marchessault agieren wird, auch wenn diese Reihe in den Playoffs recht schwach war. Aber noch gilt das Rennen um die Position des Top-Centers in Vegas als offen.
Wird es eine Torwartkontroverse geben?
Es gilt ebenfalls als noch nicht entschieden, wer als die auserkorene Nummer eins im Tor der Golden Knights stehen wird. Der Favorit auf diese Rolle dürfte Robin Lehner sein, der in der vergangenen Postseason zu überzeugen wusste.
Doch auch die Anhänger von Marc-Andre Fleury müssten sich in diesem Falle nicht grämen.
Der Spielplan der kommenden Wochen und Monate ist so eng gestrickt, dass beide prominenten Torhüter ihre Einsatzzeiten bekommen dürften.
Der vorliegende Spielplan sieht für Vegas acht Back-to-Backs vor, und Spiele an jedem zweiten Tag sind über die gesamte Hauptrunde hinweg die Regel. Beide Goalies werden somit immer wieder Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen. Gut möglich, dass auch der dritte Mann im Bunde, Oscar Dansk, die Chance auf ein paar Einsätze in der NHL erhält.

Top 10 Saves von Robin Lehner in 2019/20

Es ist ein entscheidendes Jahr für die Karrieren beider Torhüter. Lehner, der einen frisch unterzeichneten 5-Jahres-Vertrag bei den Golden Knights in der Tasche hat, wird wahrscheinlich alles daransetzen, zu zeigen, dass er dieses Vertrauen rechtfertigen kann. Auf der anderen Seite lastet wohl auf keinem anderen Spieler im Kader ein größerer Druck als auf Fleury, der in den vergangenen Playoffs nur vier Mal zum Einsatz kam.
Die Gefahr, dass zwei dermaßen gute Torhüter sich in einer solchen Situation nicht gegenseitig zu Höchstleistungen treiben, sondern das Duell vielleicht sogar beiderseits zu Verunsicherung führt, ist durchaus gegeben. Es bleibt die Frage, ob es gutgehen wird, sich ein solch prominentes Gespann auf der Torwartposition zu leisten.