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Der Start für die reguläre Saison 2020/21 in der NHL ist für den 13. Januar vorgesehen. Zur Einstimmung präsentiert NHL.com/de eine Serie mit den drei wichtigsten Fragen, mit denen sich die 31 Teams auseinandersetzen müssen.
In dieser Ausgabe: Toronto Maple Leafs

Die Toronto Maple Leafs wollen es dieses Jahr wissen. Nach einer weiteren verkorksten Postseason im Vorjahr mit dem Aus in der Stanley Cup Qualifikation gegen die Columbus Blue Jackets (2:3) haben sie kräftig investiert und den Kader mit vier neuen Routiniers bestückt.
Mit Joe Thornton und Wayne Simmonds verpflichtete der Klub zwei Stürmer mit jeder Menge Erfahrung. Gleiches gilt für die Verteidiger TJ Brodie und Zach Bogosian. Mit Hilfe dieses Quartetts soll es endlich mit dem langersehnten Triumph im Stanley Cup klappen. Den letzten von insgesamt 13 Meistertiteln gewannen die Maple Leafs in der Saison 1966/67.
"Das Warten muss endlich ein Ende haben. Wir müssen jetzt rausgehen, unser Potenzial abrufen und die Gegner zwingen, auf unser Spiel zu reagieren", fordert General Manager Kyle Dubas von seiner Belegschaft im Hinblick auf die Saison 2020/21.
\[Schauen Sie sich die drei größten Fragen an, mit denen jedes NHL-Team in die Saison 2020/21 geht\]
Thornton und Simmonds, die beide einen Einjahresvertrag erhielten, dürften die bereits mit Top-Spielern, wie Auston Matthews, Mitch Marner, John Tavares und William Nylander besetzte Abteilung Attacke noch schlagkräftiger machen. Dennoch bleiben vor dem Saisonstart ein paar Fragen offen.
1. Wie viel Sprit hat Thornton noch im Tank?
Mit seinen Qualitäten als Spielmacher und im Powerplay ist Thornton zweifellos eine Verstärkung für die Maple Leafs. Ob er sich in der körperlichen Verfassung befindet, um dauerhaft Top-Niveau zu bieten, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten herausstellen. Der Angreifer ist mittlerweile 41 Jahre alt und geht in seine 23. NHL-Saison. In der zurückliegenden Spielzeit ließ er zumindest noch keine physischen Defizite erkennen. Er bestritt alle 70 Hauptrunden-Partien bei den San Jose Sharks und sammelte 31 Punkte (sieben Tore, 24 Assists). Acht Zähler (drei Tore, fünf Vorlagen) gelangen ihm im Powerplay. Seine durchschnittliche Eiszeit pro Match betrug 15:30 Minuten.
Thornton steht unter allen noch aktiven NHL-Spielern bei den Assists (1089) und den Powerplay-Punkten (540 - 143 Tore, 397 Assists) an der Spitze. Im Herbst hielt er sich beim HC Davos in der Schweizer National League fit.

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GM Dubas ist davon überzeugt, dass Thornton die Erwartungen erfüllen wird. "Selbst in seinem Alter ist er immer noch in der Lage, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Seine Einsatzzeiten haben in den vergangenen Jahren nicht übermäßig abgenommen und lagen beständig um die 15-Minuten-Marke", sagte er.
2. Verleiht Brodie der Abwehr mehr Stabilität?
Die Defensive der Maple Leafs war in der abgelaufenen Saison äußerst anfällig (227 Gegentore, Platz zwölf in der Eastern Conference). Mit Neuzugang Brodie soll sich das ändern. Der 30-jährige Verteidiger stand zehn Jahre in Diensten der Calgary Flames und bildete dort zuletzt mit Mark Giordano ein erfolgreiches Paar. 2019/20 brachte es Brodie auf 19 Punkte (vier Tore, 15 Assists) aus 64 Hauptrunden-Spielen. In den Playoffs kamen vier Zähler (ein Tor, drei Assists) aus zehn Einsätzen hinzu. Insgesamt stehen für den Linksschützen 266 Punkte (48 Tore, 218 Assists) aus 634 regulären Saisonspielen für die Flames zu Buche.
"Er füllt bei uns eine Lücke auf der rechten Abwehrseite. Auf dieser Position hat er während seiner gesamten Laufbahn geglänzt", begründete GM Dubas, warum er den Defensivmann an Land zog und ihn mit einem Vierjahresvertrag ausstattete.
Brodie wird mit großer Wahrscheinlichkeit zusammen mit Morgan Reilly das erste Verteidiger-Paar bilden und darüber hinaus auch im Powerplay eine wichtige Rolle einnehmen. Als zweites Defensivduo gelten Jake Muzzin und Justin Holl bei den Maple Leafs als gesetzt. Die Bewerber für die verbleibenden Plätze sind Bogosian, Travis Dermott, Rasmus Sandin, Timothy Liljegren und Mikko Lehtonen.
3. Kann Torhüter Andersen die Zweifel ausräumen?
Nach dem Ausscheiden gegen die Blue Jackets schossen in Toronto die Spekulationen über einen Trade von Torhüter Frederik Andersen ins Kraut. Doch GM Dubas erteilte dem Ganzen eine Absage und sprach stattdessen dem 31-jährigen Schlussmann das Vertrauen aus. "Ich gehe davon aus, dass er in der neuen Saison unsere Nummer eins ist", stellte er klar.

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Für Andersen beginnt die letzte Saison seines Fünfjahresvertrages, den er im Juni 2016 unterschrieben hatte. In der Historie der Maple Leafs rangiert er mit 136 Siegen an fünfter Stelle und mit einer Fangquote von 91,6 Prozent auf dem dritten Platz unter allen Torleuten des Teams mit mindestens 100 Spielen.
Über Jahre hinweg war Andersen ein unumstrittener Rückhalt der Mannschaft. In jüngster Vergangenheit erlaubte er sich jedoch die ein oder andere Schwäche, weshalb zunehmend Zweifel an ihm laut wurden. Diese gilt es nun mit starken Leistungen auszuräumen.
Erster Anwärter auf den Posten des Backups im Tor ist Jack Campbell. Mit Aaron Dell und Michael Hutchinson sind zwei weitere Keeper mit NHL-Erfahrung zum Team hinzugekommen.