ANA 31 in 31 main 11.13

Der Start für die reguläre Saison 2020/21 in der NHL ist für den 13. Januar vorgesehen. Zur Einstimmung präsentiert NHL.com/de eine Serie mit den drei wichtigsten Fragen, mit denen sich die 31 Teams auseinandersetzen müssen. Zunächst beschäftigen wir uns mit den sieben Mannschaften, die sich nicht für die Postseason qualifiziert hatten.

In dieser Ausgabe: Anaheim Ducks
Die goldene Ära der Anaheim Ducks fand ein bitteres Ende. Von der Saison 2012/13 bis zur Saison 2016/17 dominierten sie die Pacific Division und zogen fünf Jahre in Folge als Spitzenreiter in die Stanley Cup Playoffs ein. Es folgte eine weitere Qualifikation für die Playoffs, ehe sie 2019 erstmals wieder eine frühe Sommerpause erlebten. Die Hoffnung, dass das womöglich nur ein Ausrutscher war, wurde vergangene Saison bitter enttäuscht.

Top-10-Spielszenen der Ducks ... bis jetzt

Die Ducks landeten mit 67 Punkten aus 71 Spielen (29-33-9) auf dem drittletzten Platz der Western Conference und reihten sich in allen nennenswerten Statistiken unter den letzten Teams der NHL ein. Hoffnungslos ist die Situation aber nicht. Immerhin lagen die Ducks nur fünf Punkte hinter den Chicago Blackhawks, die es als letztes Team im Westen in die Stanley Cup Qualifikation schafften. Außerdem stehen junge Talente zur Verfügung, die die Ducks bereits in der kommenden Saison verbessern könnten.
Bei einem kaum veränderten Kader stellen sich jedoch einige entscheidende Fragen, die für den Verlauf der Saison entscheidend sein dürften.
1. Können die jungen Spieler der Offensive auf die Sprünge helfen?
Der Angriff der Ducks war mit 2,56 Toren pro Spiel der drittschlechteste der Liga, Adam Henrique war mit lediglich 43 Punkten (26 Tore, 17 Assists) der Topscorer des Teams und er und Jakob Silfverberg waren die einzigen Spieler, die die Marke von 20 Toren erreichten.
Das soll sich in der kommenden Saison dank nachrückender Talente ändern. In der vergangenen Spielzeit schafften bereits die 22-jährigen Stürmer Max Jones und Sam Steel, sowie der 23-jährige Stürmer Troy Terry den Sprung in den Kader. Terry kam auf 15 Punkte (vier Tore, elf Assists), Jones verbuchte zwölf Punkte (acht Tore, vier Assists) und Steel führte das Trio mit 22 Zählern (sechs Tore, 16 Assists) an. Von allen dreien wird eine deutliche Steigerung erwartet, die auch nötig sein wird, um der schwächelnden Offensive auf die Sprünge zu helfen.
Zusätzlich hoffen die Ducks auf Verstärkung aus den Minor Leagues. Der schwedische Center Isac Lundestrom verzeichnete bei seinen ersten 15 NHL-Spielen für die Ducks vergangene Saison vier Assists und könnte den Schritt zum Stammspieler schaffen.
Die größten Hoffnungen und Erwartungen ruhen jedoch auf Trevor Zegras. Der 19-jährige Center gilt als das größte Offensivtalent der Organisation. Er erzielte 36 Punkte (elf Tore, 25 Assists) in 33 Spielen für die Boston University und könnte der nächste große Spielmacher des Franchise werden.

ANA 31 in 31 prospects 11.13

2. Welchen Einfluss hat Shattenkirk?
Die Ducks gaben seit Ende der Saison nur einen wirklich großen Neuzugang bekannt, der ihnen auf die Sprünge helfen könnte. Mit Kevin Shattenkirk verpflichteten sie einen erfahrenen und erfolgreichen Verteidiger, der nicht nur die Aufgabe haben wird, der Defensive auf die Sprünge zu helfen.
Der 31-jährige Veteran gewann erst kurz vor seiner Verpflichtung am 9. Oktober mit den Tampa Bay Lightning den Stanley Cup und kommt in 679 NHL-Spielen auf 383 Punkte (83 Tore, 300 Assists).
Neben der Mission, die Defensive, die mit 3,17 Gegentoren auf Platz 25 der Liga war, zu stabilisieren, soll Shattenkirk als Anführer und Mentor für die jungen Spieler agieren und mit einem verbesserten Spielaufbau, auch in der Offensive ein Faktor werden. Seine Form könnte großen Einfluss auf den Erfolg von Anaheim haben.

TBL@DAL, Sp4: Shattenkirk trifft in Überzahl zum Sieg

3. Lösen die Ducks das Problem der Special Teams?
Große Probleme bereiteten Anaheim vergangene Saison die Special Teams. Die Unterzahlformationen ließen mit einer schwachen Quote von 77 Prozent (26. Platz) zu viele Gegentore zu, die Überzahl war mit 14,7 Prozent (30. Platz) bei weitem nicht durchschlagskräftig genug.
Hier soll erneut Shattenkirk ins Spiel kommen, der als Dirigent im Powerplay für mehr Torgefahr sorgen kann. Alleine wird er das Problem aber nicht lösen können, er braucht tatkräftige Unterstützung von Veteranen wie Kapitän Ryan Getzlaf, Silfverberg und Henrique, der mit fünf Toren und vier Assists der erfolgreichste Spieler in Überzahl war.

VAN@ANA: Getzlaf bezwingt Markstrom zum OT-Sieg

In Unterzahl werden Shattenkirks Kollegen in der Defensive gefragt sein. Dort steht mit Hampus Lindholm, Cam Fowler und Josh Manson viel Erfahrung zur Verfügung. Zusätzlich hoffen die Ducks darauf, dass Stammtorwart John Gibson wieder zu seiner Form findet. Er lieferte mit 90,4 Prozent Fangquote und im Schnitt 3,0 Gegentoren pro Spiel die statistisch schlechteste Saison seiner Karriere. Wenn es den Ducks gelingt ihre Special Teams in den Griff zu kriegen, dürfte sich das am Ende in der Tabelle deutlich bemerkbar machen.