Draisaitl führt Oilers zum Spiel-2-Sieg gegen Kings

Leon Draisaitl und seine Edmonton Oilers haben das aus ihrer Sicht bisher wohl wichtigste Spiel der Saison 2022/23 für sich entschieden. In Spiel 2 der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs setzten sich die Oilers gegen die Los Angeles Kings am Mittwoch nach hartem Kampf mit 4:2 durch und glichen die Best-of-7-Serie zum 1:1 aus. Wie schon in Spiel 1 am Montag, zeigten sich die Gäste aus L.A. als äußerst unbequemer Gegner, der den Oilers erneut alles abverlangte.

Nachdem die Oilers im ersten Kräftemessen der K.o.-Runde einen zwischenzeitlichen 3:1-Vorsprung noch verspielt hatten, die Begegnung nach Verlängerung mit 3:4 verloren, drohte ihnen im zweiten Vergleich ein ähnliches Schicksal nach einer 2:0-Führung. Doch Draisaitl und seine Mitstreiter behielten die Nerven und glichen die Serie aus.
"Wir wollen nicht, dass das in jedem Spiel passiert", erklärte ein erleichterter Draisaitl nach der Schlusssirene. "Aber diese Situationen passieren in den Playoffs. Das Momentum schwankt viel stärker, viel dramatischer als in der regulären Saison. ... Wir müssen auch in den kommenden Begegnungen wieder da rausgehen, versuchen unser Spiel zu machen und es auf die richtige Art und Weise tun."
Der gebürtige Kölner glänzte einmal mehr als zuverlässiger Punktelieferant. Nachdem er schon im ersten Duell mit zwei Toren zur Stelle war, gelangen ihm zwei Tage später ein weiterer Treffer und zwei Torvorlagen. Für Draisaitl war es das 19. Multi-Punkte-Spiel seiner Karriere in den Playoffs. Damit zog er mit Charlie Huddy auf Rang acht in der Klub-Geschichte gleich.
Mit fünf Punkten aus zwei Auftritten kann sich die Ausbeute des Deutschen zum Playoff-Auftakt sehr gut sehen lassen. Sie dürfte ihm weiteres Selbstvertrauen geben, welches die Oilers im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung mit den Kaliforniern sicherlich gut gebrauchen können.
"Ich denke, er war in den beiden Spielen der Serie der mit Abstand beste Spieler auf dem Eis", lobte ihn Edmontons Trainer Jay Woodcroft. "Er hat einen Weg gefunden, die Dinge auf verschiedene Arten zu erledigen, und das war ein wichtiger Grund dafür, dass wir das Spiel heute Abend gewonnen haben."

LAK@EDM, Sp2: Kostin bringt Oilers im 3. 3:2-Führung

Bevor die Serie nun für die kommenden zwei Spiele nach Los Angeles umsiedelt, ist allen im Lager der Oilers klar, welch große Herausforderung die Kings sind. Wer zwei Mal einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen kann, und das auch noch auswärts, der darf im weiteren Verlauf der Serie keinesfalls unterschätzt werden. Zumal die Kings in der heimischen Crypto.com Arena mit 26-11-4 die fünftbeste Heimbilanz aller 32 Teams vorweisen. Edmonton seinerseits belegte mit einer Heimbilanz von 23-12-6 lediglich Rang zehn.
Neben Draisaitl glänzten beim Serienausgleich in erster Linie Derek Ryan und Klim Kostin, die beide als Torschützen der Oilers in Erscheinung traten. Torhüter Stuart Skinner lieferte 22 Paraden ab und ermöglichte so den im Schlussdrittel herausgeschossenen Heimsieg. Kostin erzielte mit einem Schuss vom linken Bullykreis in der 43. Minute die spielentscheidende 3:2-Führung. Es war sein erstes Tor in den Stanley Cup Playoffs.

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"Zuallererst habe ich nach Draisaitl gesucht", gab er hinterher zu Protokoll. "Ich habe versucht, ihn anzuspielen", sagte Kostin. "Ich vertraue ihm mehr als mir selbst. Aber ich habe nur drei Jungs um mich herum gesehen und ich konnte nichts machen. Also habe ich den Puck einfach in Richtung Tor geschossen und er ging rein."
Die Erleichterung im Lager der Gastgeber über diesen Treffer war riesengroß. Ihnen war zuvor eine Führung entglitten. Diese war zustandegekommen, da die Kings den Spielstart verschlafen hatten. Im ersten Spielabschnitt dominierte Edmonton das Geschehen mit 11:3 Torschüssen.
Die Folge war eine 2:0-Führung durch Tore von Derek Ryan und Draisaitl. Bei Draisaitls Powerplaytreffer assistierte unter anderem Kapitän Connor McDavid. Es war dessen erster Punkt in der Serie, nachdem er mit 64 Toren, 89 Assists und 153 Punkten die Liga in der regulären Saison dominiert hatte.
Die Unzufriedenheit im Lager der Kings war nach den ersten 20 Minuten entsprechend groß. "Ich denke, es war ziemlich offensichtlich", sagte Gabriel Vilardi. "Im ersten Drittel dürfen wir nicht so rauskommen. Es ist schwer, sich nach einem 0:2-Rückstand zu erholen. Erst danach haben wir uns so richtig gewehrt. Aber am Ende hat es diesmal leider nicht gereicht", beklagte er.
Im Mitteldrittel sorgten Phillip Danault und Vilardi für das Comeback der Kings und kurzzeitiges Nervenflattern bei den Gastgebern. Edmonton wankte, wie schon in Spiel 1, fiel diesmal aber nicht. Der Treffer zum 3:2 sorgte für erste Erleichterung bei den Oilers. Der Empty Netter von Evander Kane in der Schlussminute sorgte schließlich für befreiten Jubel in der Halle.
Mattias Ekholm freute sich über die Reaktion der Mannschaft nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich: "Wir haben dominant begonnen. Sie kamen etwas überraschend zurück, aber diesmal haben wir uns nicht verunsichern lassen. Wir haben das heute viel besser gemacht, denke ich. Das Ergebnis war dann die verdiente Belohnung dafür."
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Lob es gab es für die gezeigte Nervenstärkte auch vom Coach: "Wir haben gegen ein Team gespielt, das auch heute eine wirklich gute Leistung geliefert hat. Trotzdem waren wir, bis auf ein paar Minuten im zweiten Drittel, die wir gerne zurück gehabt hätten, die bessere Mannschaft", befand Woodcroft. "Ich denke, wir haben zum Großteil beide Spiele kontrolliert." Dass es in der Serie nach zwei Spielen dennoch 'nur' 1:1 steht, zeigt, wie schwierig es selbst für einen Favoriten ist, in den NHL-Playoffs zu bestehen.
Weiter geht es mit Spiel 3 der Serie am Freitag (10 p.m. ET; NHL.tv; Sa. 4 Uhr MESZ) in Los Angeles.