"Zuallererst habe ich nach Draisaitl gesucht", gab er hinterher zu Protokoll. "Ich habe versucht, ihn anzuspielen", sagte Kostin. "Ich vertraue ihm mehr als mir selbst. Aber ich habe nur drei Jungs um mich herum gesehen und ich konnte nichts machen. Also habe ich den Puck einfach in Richtung Tor geschossen und er ging rein."
Die Erleichterung im Lager der Gastgeber über diesen Treffer war riesengroß. Ihnen war zuvor eine Führung entglitten. Diese war zustandegekommen, da die Kings den Spielstart verschlafen hatten. Im ersten Spielabschnitt dominierte Edmonton das Geschehen mit 11:3 Torschüssen.
Die Folge war eine 2:0-Führung durch Tore von Derek Ryan und Draisaitl. Bei Draisaitls Powerplaytreffer assistierte unter anderem Kapitän Connor McDavid. Es war dessen erster Punkt in der Serie, nachdem er mit 64 Toren, 89 Assists und 153 Punkten die Liga in der regulären Saison dominiert hatte.
Die Unzufriedenheit im Lager der Kings war nach den ersten 20 Minuten entsprechend groß. "Ich denke, es war ziemlich offensichtlich", sagte Gabriel Vilardi. "Im ersten Drittel dürfen wir nicht so rauskommen. Es ist schwer, sich nach einem 0:2-Rückstand zu erholen. Erst danach haben wir uns so richtig gewehrt. Aber am Ende hat es diesmal leider nicht gereicht", beklagte er.
Im Mitteldrittel sorgten Phillip Danault und Vilardi für das Comeback der Kings und kurzzeitiges Nervenflattern bei den Gastgebern. Edmonton wankte, wie schon in Spiel 1, fiel diesmal aber nicht. Der Treffer zum 3:2 sorgte für erste Erleichterung bei den Oilers. Der Empty Netter von Evander Kane in der Schlussminute sorgte schließlich für befreiten Jubel in der Halle.
Mattias Ekholm freute sich über die Reaktion der Mannschaft nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich: "Wir haben dominant begonnen. Sie kamen etwas überraschend zurück, aber diesmal haben wir uns nicht verunsichern lassen. Wir haben das heute viel besser gemacht, denke ich. Das Ergebnis war dann die verdiente Belohnung dafür."
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Lob es gab es für die gezeigte Nervenstärkte auch vom Coach: "Wir haben gegen ein Team gespielt, das auch heute eine wirklich gute Leistung geliefert hat. Trotzdem waren wir, bis auf ein paar Minuten im zweiten Drittel, die wir gerne zurück gehabt hätten, die bessere Mannschaft", befand Woodcroft. "Ich denke, wir haben zum Großteil beide Spiele kontrolliert." Dass es in der Serie nach zwei Spielen dennoch 'nur' 1:1 steht, zeigt, wie schwierig es selbst für einen Favoriten ist, in den NHL-Playoffs zu bestehen.
Weiter geht es mit Spiel 3 der Serie am Freitag (10 p.m. ET; NHL.tv; Sa. 4 Uhr MESZ) in Los Angeles.