In dieser Ausgabe: Dominik Kahun feiert Comeback und unterstreicht seinen Wert für den SCB
Für Dominik Kahun vom SC Bern hat eine lange Leidenszeit ihr Ende gefunden. Nach fast drei Monaten Verletzungspause ist er vor Kurzem in der Schweizer National League aufs Eis zurückgekehrt und hat gleich im ersten Spiel bewiesen, wie wertvoll er für seine Mannschaft ist. Beim 5:6 n. V. gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers am 13. Januar gelangen ihm zwei Assists.
In den inzwischen vier Begegnungen seit seinem Comeback brachte es Kahun auf drei Scorerpunkte (ein Tor, zwei Assists). Insgesamt sind für ihn in der laufenden Saison elf Zähler (drei Tore, acht Assists) aus elf Einsätzen verzeichnet. Seine durchschnittliche Einsatzzeit beträgt 19:51 Minuten.
Kahun hatte sich am 22. Oktober in der Partie gegen den HC Ambri-Piotta bei einem Bully eine Schulterverletzung zugezogen, die sich als schwerwiegend und langwierig entpuppte. Umso mehr freute er sich, als er erstmals nach der Unterbrechung wieder im Ligabetrieb mitmischen konnte. "Als Erstes merkt man, wie dankbar man sein darf, wenn man gesund ist und spielen kann", sagte der 27 Jahre alte frühere NHL-Profi nach dem Auftritt gegen die Lakers zu MySports. "Am Anfang war es schwierig, nach so langer Zeit das Tempo aufzunehmen. Das ganze Timing hat ein bisschen gefehlt. Ab dem zweiten Drittel habe ich langsam zu meinem Spiel gefunden."
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Das Duell mit Rapperswil-Jona vor eigenem Publikum war ein echter Härtetest für Kahun, den er nicht nur wegen seiner zwei Torbeteiligungen erfolgreich absolvierte. Auch sonst ließ er seine Klasse mehrfach aufblitzen. "Das hatte schon einen Hauch von Playoffs. Die Partie war hitzig, die Fans machten sich lautstark bemerkbar und beide Teams haben alles gegeben", meinte er zum Aufeinandertreffen mit der Vertretung aus dem Kanton St. Gallen.
Darüber hinaus brachte der Center die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Leistungen des SCB in den kommenden Wochen stabilisieren. "Wir dürfen in den Spielen nicht den Rhythmus verlieren, sondern müssen uns konsequent an unser System halten. Wenn uns das gelingt, sind wir auf einem guten Weg", betonte er.
Besonders glücklich über die Rückkehr von Kahun ist SCB-Trainer Toni Söderholm. "Dominik würde jedes Team in dieser Liga besser machen", hatte der Coach noch im alten Jahr gegenüber Schweizer Medienvertretern verlauten lassen. Die lobenden Worte des ehemaligen Bundestrainers, der Mitte November das Kommando in Bern übernommen hatte, verwundern beim Blick auf die Scorerbilanz seines Schützlings nicht.
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Bereits in der vergangenen Saison hatte er seine Qualitäten in der Offensive eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit 44 Punkten (16 Tore, 28 Assists) avancierte er zum Topscorer des SCB, und mit einer Eiszeit von 20:19 Minuten im Schnitt landete er teamintern auf der vierten Position.
Mit einem Kahun in Bestform erhoffen sich die Verantwortlichen des Klubs die direkte Qualifikation für die Playoffs. Notwendig wäre dafür mindestens der sechste Platz in der National League. Im Moment rangieren die Berner mit 59 Punkten an achter Stelle. Auf den Tabellenfünften HC Davos und den Sechsten Fribourg-Gottéron fehlen jeweils drei Zähler.
Ein Selbstläufer wird die Endrunden-Qualifikation für den 16-fachen Schweizer Meister jedoch nicht. Zumal dem SCB das Verletzungspech treu bleibt: Kaum ist Kahun wieder mit von der Partie, fällt mit Kapitän Simon Moser der nächste Leistungsträger für einige Wochen aus. Grund ist eine Knöchelverletzung, die er sich Anfang dieses Monates zugezogen hatte. Er biss zunächst auf die Zähne, bis er vorige Woche von der medizinischen Abteilung eine Ruhepause verordnet bekam.
"Simon wollte dem Team unbedingt helfen. Aber wenn er jetzt nicht pausiert, riskiert er eine Verschlimmerung, die eine Operation nach sich ziehen würde", verriet Sportchef Andrew Ebbett in einer Stellungnahme auf der SCB-Webseite. Nach dessen Angaben könnte Moser bei optimalem Heilungsverlauf ab Mitte Februar wieder zur Verfügung stehen.