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Dominik Kahun exklusiv: Mit Selbstvertrauen zum Erfolg

Der deutsche Stürmer der Chicago Blackhawks spricht mit NHL.com/de exklusiv über seinen erfolgreichen Start in die NHL

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-à-tete" eine exklusive Konversation mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL über alle Bereiche auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Dominik Kahun von den Chicago Blackhawks.

Im April diesen Jahres gaben die Chicago Blackhawks bekannt, dass sie einen der großen Spieler der DEL unter Vertrag genommen haben. Dominik Kahun, Publikumsliebling und Starspieler des EHC Red Bull München, unterschrieb nach drei Meisterschaften mit den Bayern und starken Leistungen mit der deutschen Nationalmannschaft, unter anderem der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang, für zwei Jahre bei dem Traditionsklub aus Illinois.

 

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Der 23-jährige wurde nie gedraftet und ist mit 180 cm und 78 kg eher schmächtig für die nordamerikanische Liga, eine schwierige Ausgangsposition, um sich in einem NHL-Team durchzusetzen. Kahun bestand die Testphase im Trainings Camp aber mit wehenden Fahnen und machte seinen großen Traum war. Er erkämpfte sich nicht nur einen Platz im Kader der Blackhawks, er wurde sogar von Beginn der Saison an in der ersten Reihe neben Kapitän Jonathan Toews und Topscorer Alex DeBrincat eingesetzt.

Die erste Reihe sorgt in Chicago nach einer enttäuschenden Saison 2017/18 wieder für Punkte und Siege und führte die Blackhawks wieder auf Playoff-Kurs. NHL.com/de unterhielt sich nun mit Kahun über seinen sensationellen Start in die NHL.

Video: CHI@MIN: Kahun verwertet Zuspiel von Toews

Du warst bereits im Nachwuchs für zwei Jahre in Kanada, bist danach aber wieder, nach Deutschland gekommen. Wie groß ist die Umstellung im Alltag, nun da du wieder in Nordamerika bist, hast du dich schon eingelebt? Was sind die größten Unterschiede?

"Es ist dieses Mal ein viel größerer Unterschied, als damals, als ich in die Juniorenliga kam. Damals war es Junioreneishockey und jetzt die NHL. Das ist ein viel größerer Unterschied. Man merkt die kleinere Eisfläche, es ist enger, in Europa ist das Eis größer, hier hat man viel weniger Zeit, die Jungs sind viel schneller an dir dran. Da muss man die Entscheidungen, ob mit oder ohne Scheibe, viel schneller treffen."

Man hat auf dem Eis das Gefühl, dass du dich schon richtig zu Hause fühlst. Gibt es Spieler, die sich besonders Mühe geben, dir auch abseits der Eisfläche dieses Gefühl zu geben?

"Natürlich. Alle sind hier sehr nett und haben mir geholfen hier anzukommen. Die Leader der Mannschaft, Keith, Seabrook, Toews, Kane, die kommen immer wieder und fragen, ob alles gut ist und ob alles läuft. Vor allem auch Toews, mit dem ich ja in einer Reihe spiele, der hilft mir sehr viel auf dem Eis. Wir reden viel, er sagt mir, was er auf dem Eis von mir braucht, wie ich ihm helfen kann und wie er mir helfen will,"

Du hast bei den Chicago Blackhawks jetzt von Anfang an mit den großen Stars in einer Reihe gespielt. Du kennst das Gefühl mit einem der großen Stars zu spielen bereits aus der Nationalmannschaft, wo du neben Leon Draisaitl gespielt hast. Ist das im Klub nochmal etwas anderes?

"Das ist natürlich schon etwas ganz anderes. Das ist jetzt die NHL, es war schon immer mein Traum hier zu spielen. Dass es bis jetzt so klappt, ist natürlich super für mich. Mein Ziel war es, es in die NHL zu schaffen und hier auch zu bleiben. Das ich jetzt so eine Chance bekomme, in der ersten Reihe, da kann ich natürlich stolz darauf sein, das habe ich mir erarbeitet. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als weiter so hart zu arbeiten, dass es auch so bleibt."

Du spielst als neuer Mann in der Liga, ungedraftet, mit einem beeindruckenden Selbstvertrauen. Woher nimmst du diese Sicherheit? Wie bedeutend sind dafür die Erfolge mit München und der Nationalmannschaft?

"Das hat mir natürlich extrem geholfen, dass ich in meiner Mannschaft wie München war. Dass ich in einer Mannschaft war, die jetzt öfter gewonnen hat, das gibt natürlich auch Sicherheit und das Wissen, wie man ein Spiel gewinnt, wie man sich verhält. Das ist hier natürlich eine andere Welt, das ist klar. Auf der anderen Seite weiß ich, wie unglaublich schnell es hier geht. Deshalb gehe ich jeden Tag in die Halle und weiß, heute muss ich wieder besser sein als gestern. Hier ist das normal, wenn du ein paar schlechte Spiele hast, bist du in einer anderen Reihe... Ich versuche einfach mein Bestes zu geben."

Mit sechs Punkten in neun Spielen hast du einen großartigen Start hingelegt. Man nimmt sich natürlich immer viel vor und hofft das Beste, aber hast du wirklich so einen Erfolg erwartet?

"Ich hatte das Selbstvertrauen, das ich hier spielen kann. Das habe ich von mir erwartet und das habe ich jetzt bewiesen. Dass ich so einen Start habe und so schnell meine ersten Punkte mache, das habe ich nicht unbedingt erwartet, umso mehr freut es mich natürlich. Ich weiß aber auch, dass es nicht unbedingt so weiterläuft, dass ich jedes Spiel meine Punkte mache."

Aktuell machst du nach Punkten Leon Draisaitl als bester deutscher Scorer Konkurrenz. Wie fühlt es sich an mit diesem Spieler, der international das Gesicht des deutschen Eishockeys ist, zu konkurrieren?

"Ich kenne Leon schon sehr lange, wir haben ja auch schon lange zusammen gespielt und sind auch gute Freunde. Deshalb habe ich diese Vergleiche von mir und Leon nicht so gerne. Wir sind beide und das hat er schon länger bewiesen als ich, sehr gute Spieler. Er ist schon länger in der Liga und es ist nicht mein Ziel mich mit ihm zu vergleichen. Ich mache mir keine Sorgen, ob er mehr Punkte macht, oder ich."

 

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Welche Ziele hast du dir persönlich für diese Saison gesteckt? Haben sich diese Ziele nach dem guten Start geändert?

"Mein Ziel war einfach hierhin zu kommen und zu zeigen was ich kann. Das habe ich jetzt getan und das nächste Ziel ist es einfach hier in der Mannschaft zu bleiben. Bis jetzt bin ich auf einem guten Weg, aber wie schon erwähnt, hier ist es unglaublich schwer. Kann sein, dass ich in zwei Spielen in einer ganz anderen Reihe bin. Das ist auch nicht schlimm, weil hier alle Reihen gut sind. So ist das eben. Ich strebe einfach danach, mein Bestes zu zeigen und vielleicht auch weitere Tore zu machen."

Die Blackhawks haben ihre eigenen hohen Anforderungen an sich selbst vergangene Saison nicht erreicht. In der aktuellen Saison steht ihr gut da. Was habt ihr euch für diese Saison vorgenommen und wie wollt ihr eure Ziele erreichen?

"Letztes Jahr hat es hier in Chicago nicht für die Playoffs gereicht, unser Ziel für diese Saison ist es ganz klar die Playoffs zu erreichen, darüber wird hier auch viel geredet. Das ist das einzige Ziel, dafür arbeiten wir jeden Tag sehr hart."

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