Bertuzzi76

Seit dem 1. Juli ist in der NHL der Free Agent Markt geöffnet. NHL.com/de hat eine Übersicht über die Free-Agent-Neuzugänge zusammengestellt, die einen großen Einfluss auf ihr neues Team haben dürften.

Tyler Bertuzzi (Toronto Maple Leafs)

"Wir müssen dreckiger spielen", gab Brad Treliving, der General Manager der Toronto Maple Leafs, die Richtung für seine Free-Agent-Verpflichtungen vor und präsentierte Stürmer Tyler Bertuzzi. Der 1,85 Meter große Linksschütze bringt viel Energie und Aggressivität mit, geht gerne dahin, wo es wehtut und sucht den Körperkontakt. Er passt also genau ins Anforderungsprofil der Maple Leafs und bringt zudem noch Elemente eines Technikers, Spielmachers und Scharfschützen mit. Bertuzzi spielte in der Vorsaison erst für die Detroit Red Wings und wurde dann zu den Boston Bruins getradet, die ihn gerne behalten hätten, immerhin war er mit fünf Toren und zehn Punkten der teaminterne Playoff-Top-Scorer. Mit 5,5 Millionen US-Dollar Jahressalär ist der 28-Jährige ein echtes Schnäppchen.

DET@ANA: Bertuzzi verwertet das Zuspiel von Staal

Dmitry Orlov (Carolina Hurricanes)

Die Carolina Hurricanes setzen seit geraumer Zeit auf einen qualitativ hochwertigen und tief besetzten Abwehr-Kern. Danach schaut es auch für die neue Saison 2023/24 auf, denn die Hurricanes lotsten Dmitry Orlov nach Raleigh. Der 31-jährige Russe war der gewünschte Linksschütze und kann bei Carolina als variabler Zwei-Wege-Verteidiger in allen drei Defensiv-Paaren spielen. Der 1,81 Meter große Orlov ist mobil, verbreitet Gefahr von der blauen Linie, spielt aber auch konsequent in der Rückwärtsbewegung. Die meiste Zeit seiner NHL-Karriere verbrachte er bei den Washington Capitals. Vor der NHL Trade Deadline 2023 wechselte er zu den Boston Bruins. Nun schlägt Orlov bei den Hurricanes ein neues Kapitel auf, er unterschrieb für zwei Jahre mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 7,75 US-Dollar und passt wie die Faust aufs Auge zum aufwändigen, laufintensiven und aggressiven Stil in Carolina.

Ryan O'Reilly (Nashville Predators)

Bei den Nashville Predators war der Aderlass auf der Center-Position gewaltig: Der neue GM Barry Trotz plant ohne die langjährigen Mittelstürmer Ryan Johansen (via Trade zu den Colorado Avalanche) und Matt Duchene (erst Buyout, dann als Free Agent zu den Dallas Stars) und bezeichnete die Akquise von Ryan O'Reilly als neuen Nummer-1-Center deshalb als "entscheidendes Puzzlestück". Die Verantwortlichen statten ihn direkt mit einem Vierjahresvertrag über 18 Millionen Dollar (im Schnitt 4,5 Mio. p.a.) aus. O'Reilly soll die "neuen Predators" unter Trotz - der als Trainer übrigens großen Wert auf die Defensive legte - als Führungsspieler anführen. Immerhin bringt der 32-jährige Stanley Cup Champion von 2019 (mit den St. Louis Blues als Playoff-MVP mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet) Erfahrung aus 15 NHL-Saisons (991 Spiele, 256-446-702) und von sieben Runs in den Stanley Cup Playoffs (75 Spiele, 25-40-65) mit. Ferner ist der 1,85 Meter große Kanadier einer der besten Zwei-Wege-Stürmer und geht als harter Arbeiter mit gutem Beispiel voran. "Die Spieler folgen ihm. Er macht die Dinge, die nicht immer einfach sind, um zu gewinnen. Und er macht das überall auf dem Eis", sagt Trotz. "Es gibt keine Zone, auf die er keinen Effekt hat. Er beeinflusst die Offensivzone, die Defensivzone, den Bullykreis und ist der richtige Mann, wenn es spät im Spiel eng wird." Neben dem Eis scheint O'Reilly ebenfalls perfekt nach Nashville zu passen: Der Mittelstürmer schreibt Songs und spielt Gitarre.

Alex Killorn (Anaheim Ducks)

Bei den Anaheim Ducks gibt es zweifelsohne viel Talent. Was dem Team allerdings fehlte, war ein Gerüst an Routiniers, an dem sich die jungen Spieler orientieren und wachsen können. Einen solchen Spieler fanden die Ducks nun auf dem Free Agent Markt und banden Stürmer Alex Killorn vier Jahre an sich (25 Mio. Gesamtvolumen, durchschnittlich 6,25 Mio. p.a.). Der 33-jährige Kanadier ist zweimaliger Stanley Cup Sieger (2020 und 2021 mit den Tampa Bay Lightning) und spielte jüngst ein Karrierejahr mit 64 Punkten (27-37-64) in 82 Spielen. Anaheims neuer GM Pat Verbeek, der mit Verteidiger Radko Gudas einen weiteren Veteranen verpflichtete, betont: "Sie wissen, was es braucht, um zu gewinnen. Und dazu zählt, nicht zu akzeptieren, dass man verliert. Diese Jungs stehen genau dafür, wenn sie die Umkleidekabine betreten."

PHI@TBL: Killorn fälscht in Überzahl ab

Blake Wheeler (New York Rangers)

Die New York Rangers wollen zur neuen Saison unter ihrem neuen Coach Peter Laviolette giftiger und physischer werden. Da passt ein Power Forward wie Blake Wheeler perfekt ins Anforderungsprofil. GM Chris Drury gelang beim Jahresvertrag über 0,8 Millionen US-Dollar ein echtes Schnäppchen. Er hofft beim Neuzugang sowohl auf knackige Checks als auch auf Scoring-Touch. Wheeler war in der Vorsaison der viertbeste Torjäger und fünftbeste Scorer (16-39-55 in 72 Spielen) bei den Winnipeg Jets und wechselt als deren All-Time-Scoring-Leader nach Manhattan.

Matt Duchene (Dallas Stars)

Dass noch viel Hockey in Matt Duchene steckt, zeigte dieser in den letzten beiden Jahren bei den Nashville Predators: Nach dem Karriere-Jahr 2021/22 (78 Spiele, 43-43-86) ließ der 32-jährige Kanadier eine Saison als zweitbester Predators-Scorer folgen (71 Spiele, 22-34-56). Nach dem Buyout in Nashville heuerte der erfahrene Mittelstürmer nun bei den Dallas Stars an, die sich von ihm noch mehr Tiefe auf der Center-Position versprechen und 2023/24 ernsthaft um den Stanley Cup mitspielen wollen.

Jonathan Drouin (Colorado Avalanche)

Die Colorado Avalanche haben Jonathan Drouin für ein Jahr und 800.000 Dollar unter Vertrag genommen. An sich kein bedeutungsvoller Wechsel? Falsch: Drouin (28) hat nämlich eine gemeinsame Vergangenheit mit Colorados Nummer-1-Center Nathan MacKinnon (27). Beide spielten zwischen 2011 und 2013 zusammen bei den Halifax Mooseheads in der QMJHL und ließen es zusammen ordentlich krachen: Während Mittelstürmer MacKinnon auf 78 (31-47-78) und 75 Punkte (32-43-75) kam, explodierte Flügelstürmer Drouin in seinem zweiten Jahr mit 105 Punkten (41-64-105). Beide wurden 2013 gedraftet, MacKinnon als First-Overall-Pick von den Avalanche, Drouin als Third-Overall-Pick von den Lightning. Nun treffen sich beide in Denver wieder - hat die Chemie zwischen beiden auch nach zehn Jahren noch Bestand?

TBL@MTL: Drouin verwandelt am langen Pfosten

Max Domi (Toronto Maple Leafs)

"Zu Hause", postete Max Domi nach der Unterschrift bei den Toronto Maple Leafs samt einem blauen Herzen auf seinen Social-Media-Kanälen. Der 28-jährige Kanadier wurde zwar in Winnipeg geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Toronto, denn sein Vater Tie Domi war in seinem Geburtsjahr von den Jets zu den Maple Leafs gewechselt, wo er nach über elf Jahren seine Karriere beendet hatte. Max Domi selbst wurde zwei Autostunden südwestlich von Toronto bei den London Knights in der OHL ausgebildet, spielte in seiner NHL-Karriere aber bislang für die Arizona Coyotes, Montreal Canadiens, Columbus Blue Jackets, Chicago Blackhawks und Dallas Stars. Nun ist der 1,78 Meter große Flügelstürmer wieder daheim und unterschrieb für ein Jahr und 3,0 Mio. Dollar bei den Maple Leafs. Die Heimatgefühle dürften beim explosiven, schnellen und passstarken Flügelspieler ein paar Extra-Prozente entfesseln.