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Superstars wie Connor McDavid, Leon Draisaitl und Cale Makar stehen immer im Rampenlicht. Diese Aufmerksamkeit verdienen sie sich auch durch absolute Spitzenleistungen. Doch es gibt viele Spieler in der NHL, die ebenfalls unverzichtbar für ihr Team sind und vielleicht nicht die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Teilweise stehen sie im Schatten von spektakuläreren Spielern, teilweise ist ihre Qualität einfach deshalb nicht so auffällig, weil ihr Team nicht zur Elite der Liga gehört. NHL.com/de präsentiert hier die Top 5 der unterschätzten Spieler der NHL:

1. Aleksander Barkov (Florida Panthers)

Die National Hockey League Players Association (NHLPA) befragte nach der abgelaufenen Saison 626 Spieler zu den Spitzenspielern in verschiedenen Kategorien. Auf die Frage nach dem Aktiven, der am meisten unterschätzt wird, antworteten ganze 23 Prozent Aleksander Barkov.

Der Kapitän der Florida Panthers ist zweifellos ein absoluter Leistungsträger, doch er wurde oft von Mitspielern aus dem Rampenlicht verdrängt, die schlicht mehr Punkte erzielten. Von 2020 bis 2022 war Jonathan Huberdeau drei Mal in Folge der Topscorer des Teams. Nach dessen Abgang vor der vergangenen Saison lieferte Matthew Tkachuk mit 109 Punkten (40 Tore, 69 Assists) nicht nur spektakuläre Leistungen, sondern wurde durch sein Auftreten auch zum Liebling der Medien.

In diesen vier Spielzeiten, in denen Huberdeau und Tkachuk ihn nach Punkten übertrumpften, gelangen Barkov aber trotzdem 286 Punkte (108 Tore, 178 Assists) in 251 Spielen. In der abgelaufenen Saison sammelte er 78 Zähler (23 Tore, 55 Assists) in nur 68 Partien. Barkov ist aber nicht nur ein fähiger Scorer, sondern auch ein angesehener Führungsspieler und einer der besten Zwei-Wege-Stürmer der Liga, was ihm 2021 die Selke Trophy als defensivstärkster Angreifer einbrachte.

2. Roope Hintz (Dallas Stars)

Bei den Dallas Stars gibt es jede Menge Spieler, die Qualität haben und Gesprächsstoff liefern, wie der wortkarge Kapitän Jamie Benn, Veteran Joe Pavelski, der in hohem Alter noch unglaubliches leistet, der junge Torhüter Jake Oettinger und Topscorer Jason Robertson. Daher ist es kein Wunder, dass es in diesem Team schwierig ist, die verdiente Anerkennung in der Öffentlichkeit zu erhalten.

Ein Spieler, der bei relativ wenig Aufmerksamkeit eine unglaubliche Entwicklung hinlegte, ist Roope Hintz. Der 26-jährige Center verbesserte sich über die vergangenen fünf Jahre konstant und erreichte diese Saison ein neues Spitzenniveau. Nach 72 Punkten (37 Tore, 35 Assists) in 80 Spielen in der vorherigen Spielzeit brachte er es dieses Jahr auf 75 Zähler (37 Tore, 38 Assists), obwohl er sieben Spiele weniger bestritt. Gleichzeitig hatte er mit +31 die drittbeste Plus-Minus-Bilanz des Teams. In den Stanley Cup Playoffs war er mit 24 Punkten (10 Tore, 14 Assists) sogar ihr Topscorer und der drittbeste Punktesammler überhaupt.

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3. Joel Eriksson Ek (Minnesota Wild)

Über Spieler, die viele Punkte erzielen, wird immer auch viel geredet. Tore sind spektakulär, sie bleiben im Gedächtnis. Zweikämpfe an der Bande, geblockte Schüsse und Pässe, oder eine Situation, in der ein Spieler dem anderen den Puck vom Schläger stochert, bevor er abschließen oder den entscheidenden Pass spielen kann, hinterlassen meist weniger Eindruck, obwohl sie genauso entscheidend sein können.

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Genau deshalb gehört Joel Eriksson Ek zu den unterschätzten Spielern. Er kann, was die Punkte angeht, bei den Minnesota Wild nicht mit Superstar Kirill Kapirzov, Matts Zuccarello oder Matt Boldy mithalten. 61 Punkte (23 Tore, 38 Assists) sind aber immer noch eine starke Ausbeute für einen Spieler, der noch so viel mehr leistet. Mit 55 geblockten Schüssen führte er die Stürmer der Wild an und von allen Stammspielern hatte er mit nur 0,56 Puckverlusten pro 60 gespielten Minuten den besten Wert. Das bedeutet, dass er nur etwa alle drei Spiele einmal den Puck verliert. Außerdem macht er vieles, was in keiner Statistik auftaucht. Er zieht Strafen, arbeitet vor dem Tor und versperrt dem Goalie die Sicht, zieht Verteidiger auf sich und ist schlicht ein Allrounder, der von unschätzbarem Wert für die Mannschaft ist.

4. Miro Heiskanen (Dallas Stars)

Miro Heiskanen leidet wie viele Spieler unter dem Problem, dass andere, vielleicht spektakulärere Spieler, ihn nicht unbedingt übertrumpfen, aber schlicht mehr Aufmerksamkeit bekommen. Kein Verteidiger konnte in der vergangenen Saison mit Erik Karlssons 101 Punkten mithalten und teamintern ist es bei den Stars wie bereits angesprochen schwierig, in den Vordergrund zu treten.

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Deshalb wird Heiskanen in der Diskussion um die besten Verteidiger der Liga zwar oft erwähnt, bekommt aber vielleicht nicht den Respekt, den er verdient. Karlsson, Roman Josi, Cale Makar und Adam Fox laufen ihm den Rang ab, obwohl der 24-jährige Finne diese Saison mit 73 Punkten (11 Tore, 62 Assists) einen spektakulären Lauf hatte und seinen persönlichen Punkterekord mehr als verdoppelte. In den Stanley Cup Playoffs legte er in 19 Spielen weitere 12 Punkte (1 Tore, 11 Assists) nach. Gleichzeitig ist er kein reiner Offensivverteidiger und hat in der Abwehr seine Qualitäten, wie er besonders in der ersten Playoff-Runde gegen Minnesota zeigte, als er auf Kaprizov angesetzt wurde und den Elitestürmer schier zur Verzweiflung brachte.

5. J.J. Moser (Arizona Coyotes)

Der junge Schweizer Verteidiger J.J. Moser mag angesichts der etablierten und hochkarätigen Namen in dieser Liste fehl am Platz scheinen, doch genau das ist der Punkt. Die Arizona Coyotes landeten diese Saison auf dem 27. Platz. Nur fünf Teams der Liga hatten eine schlechtere Offensive und nur acht eine schlechtere Defensive. Trotzdem schaffte es Moser in seinen ersten beiden Spielzeiten zu beeindrucken.

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Mosers bisherige Leistungen lassen sich nämlich mit denen keines Geringeren als Roman Josi vergleichen. Superstar Josi erzielte in seiner Rookie-Saison 16 Punkte (5 Tore, 11 Assists) in 52 Spielen. Moser kam in seiner ersten Saison 2021/22 auf 15 Punkte (4 Tore, 11 Assists), obwohl er neun Einsätze weniger hatte. In seiner zweiten NHL-Saison brachte es Josi auf 18 Punkte (5 Tore, 13 Assists) in 48 Spielen, während Moser in 82 Spielen 31 Zähler (7 Tore, 24 Assists) sammelte. Das muss nicht heißen, dass er wie Josi die Norris Trophy gewinnen wird, doch es zeigt sein Potenzial und ist ein deutliches Zeichen, dass man ihn nicht unterschätzen sollte.