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Die Blues können es zur Not auch ohne Tarasenko

Das Team aus St. Louis legt ohne seinen Top-Stürmer eine Siegesserie hin

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Freier Autor

Thomas schießt ins Eck ein

STL@EDM: Thomas sichert Führung mit satten Schuss ab

Robert Thomas nimmt Jaden Schwartzs Pass im Kreis an und schießt aus dem Handgelenk ins Tordreieck zur Zwei-Tore-Führung der Blues ein

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Wer hätte vor rund zwei Wochen, bei Bekanntwerden des mehrmonatigen Ausfalls von Vladimir Tarasenko, gedacht, dass die St. Louis Blues ausgerechnet ohne einen ihrer Top-Stürmer eine Siegesserie auf das Eis zaubern können? 

Doch genauso ist es am Ende gekommen. Der 5:2-Erfolg am Mittwoch im Rogers Place über die Edmonton Oilers, mit dem Deutschen Leon Draisaitl in den Reihen, war für St. Louis der sechste doppelte Punktegewinn hintereinander. 

Als am 28. Oktober die Hiobsbotschaft die Verantwortlichen in St. Louis erreichte, dass ihr Top-Angreifer Tarasenko wegen einer Schulteroperation für mindestens fünf Monate ausfallen würde, waren die Sorgen in Reihen des Titelverteidigers groß. Das bereits mehrfach lädierte Gelenk der linken Seite hatte ihm schon während der vergangenen Playoffs im Frühjahr und zuvor in der Saison 2017/18 Probleme bereitet. 

Der Russe erlitt die erneute Verletzung beim 5:2-Erfolg seines Teams gegen die Los Angeles Kings am 24. Oktober. Im ersten Spieldrittel geriet er mit Abwehrspieler Sean Walker aneinander und musste das Eis gut sechs Minuten vor dem Ende des ersten Drittels frühzeitig verlassen, kehrte danach nicht wieder auf das Spielfeld zurück.

"Es ist hart", beklagte damals Teamkollege Ryan O'Reilly. "Er hat eine immense Bedeutung für unsere Mannschaft. Das wird großen Einfluss auf uns haben. Wir müssen uns erheblich steigern, wenn er jetzt nicht mehr mit dabei sein kann."

In seinen zehn absolvierten Spielen dieser Saison gelangen Tarasenko zehn Punkte (drei Treffer, sieben Vorlagen). Im Vorjahr waren seine 33 Saisontreffer aus 76 Spielen der Bestwert in Reihen der Blues. Hinzu kamen weitere elf Tore in den Playoffs, auf dem Weg zum Stanley Cup.

Logisch, dass ein solcher Ausfall die Saisonplanung eines Klubs in Gänze zu gefährden droht. Jetzt, nach dem sechsten Sieg hintereinander, haben die Blues unter Beweis gestellt, dass es im Notfall auch ohne Tarasenko klappen kann. 

Mit einer Ausbeute von 11-3-3 rangieren die Titelverteidiger mit fünf Zählern Vorsprung auf die Nashville Predators (9-4-2) souverän an der Tabellenspitze in der Central Division. Von Titelkater oder Tarasenko-Krise ist weit und breit nichts zu erkennen.

Am Mittwoch sprangen einmal mehr andere Protagonisten für den langzeitverletzten Stürmer ein. Alex Pietrangelo traf gegen die Oilers gleich doppelt, legte zudem zwei Tore auf. Robert Thomas, Tyler Bozak und Ivan Barbashev steuerten die weiteren Treffer für St. Louis bei. 

Ryan O'Reilly bekam einen Assist gutgeschrieben und baute seine persönliche Serie auf neun Punkte (drei Tore, sechs Vorlagen) aus den vergangenen sechs Einsätzen aus. Torhüter Jake Allen untermauerte seine Ambitionen mit 32 Rettungstaten. 

Video: STL@EDM: Allen beraubt Chiasson im Fallen

Acht der vergangenen neun Spiele der Saison 2019/20 konnten die Blues damit erfolgreich beenden. 

Insbesondere Doppeltorschütze Pietrangelo erhielt nach dem am Ende ungefährdeten Erfolg in Alberta lobende Worte. "Er ist aktuell unser Rückgrat, er führt unsere Mannschaft an", befand Thomas. "Er kann das Spiel organisieren, es auch einmal langsam machen, wenn es darauf ankommt. Er gibt uns viel Sicherheit und hat insgesamt einen riesigen Einfluss auf das Geschehen."

Insgesamt haben die Blues die Verantwortung, ähnlich wie in der erfolgreichen Endphase der Vorsaison, auf viele Schultern verteilt, wie Thomas erläuterte: "Am Ende ist es immer eine Sache der gesamten Mannschaft die richtige Einstellung auf das Eis zu bringen. Das gelingt uns aktuell wirklich gut."

Trainer Craig Berube fand nach dem Auswärtssieg in Edmonton in erster Linie lobende Worte für die Torhüterleistung von Allen: "Er hat heute ein wirklich gutes Spiel abgeliefert. Sie (die Oilers) haben uns im finalen Abschnitt gehörig unter Druck gesetzt. Da war er es, der uns mit seinem Spiel den Vorsprung gerettet hat."

 

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Eine bittere Nachricht gab es, bei all der Freude, für die Blues aber doch. Stürmer Alexander Steen musste die Begegnung kurz vor Ende des zweiten Drittels verletzungsbedingt vorzeitig beenden. Ob er längerfristig ausfallen wird, das konnte noch niemand sagen. Nähere Untersuchungen sollen im Verlauf des Donnerstags weitere Klarheit bringen. 

In St. Louis hoffen sie, dass nach Tarasenko nicht eine weitere Offensivkraft längerfristig ausfallen wird, denn insgesamt steht das Team zu diesem Zeitpunkt auch dank Steens Hilfe (fünf Assists aus 17 Spielen) deutlich besser da, als von vielen vor Wochen noch erwartet.

Die nächste Chance ihre gute Form zu untermauern und zugleich die Siegesserie zu verlängern, die bietet sich den Blues am Samstag, wenn sie bei den Calgary Flames zu Gast sein werden (So. 4 Uhr MEZ; NHL.tv).

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