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Einen Monat vor der NHL Trade Deadline am 12. April zeichnen sich erste klarere Konturen ab, welche Teams in den verbleibenden Wochen bis zum Ende der Wechselfrist als Käufer oder Verkäufer auftreten könnten. Vor allem die General Manager jener Klubs, die den Titelgewinn anpeilen, werden den Verstärkungsbedarf längst ermittelt und potentielle Neuerwerbungen ins Auge gefasst haben.

Ob es auf dem Transfermarkt diesmal so heiß hergeht, wie in den Jahren zuvor, ist jedoch keineswegs ausgemacht. Manche Organisationen ächzen wegen des fehlenden finanziellen Spielraums. Und auch die Coronavirus-Pandemie setzt den Aktivitäten bis dato unbekannte Grenzen. Wenn beispielsweise ein kanadisches Team einen Spieler aus den USA verpflichten will, muss dieser 14 Tage in Quarantäne. Wechsel in diese Richtung kurz vor Toresschluss ergeben daher keinen Sinn. Sie werden deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Anfang April über die Bühne gehen.
Zu den Ligavertretern, die sich um ihre Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs kaum Gedanken machen müssen, gehören die Washington Capitals. Mit ihrem mit vielen Stars gespickten Kader nehmen sie die zweite Meisterschaft nach 2018 in Angriff. Auf einer Position besteht aber unter Umständen Handlungsbedarf. Durch den Ausfall von Henrik Lundqvist, der als Backup für die jungen Torleute Ilya Samsonov und Vitek Vanecek vorgesehen war, verfügen die Capitals über keinen in den Playoffs erprobten Schlussmann. Das könnte sich in umkämpften Serien während der Endrunde nachteilig auswirken.

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Falls Washington dieses Risiko nicht eingehen will, wären Jonathan Bernier (Detroit Red Wings) und Antti Raanta (Arizona Coyotes) zwei interessante und darüber hinaus kostengünstige Optionen für einen Trade. Die Verträge der beiden Torhüter enden nach dieser Saison.
Bei den Toronto Maple Leafs ist ebenfalls alles auf die Mission Cup-Sieg ausgerichtet. Um für ein langes Playoff-Rennen gerüstet zu sein, stünde ihnen sowohl für die Defensive als auch für die Offensive ein weiterer Routinier gut zu Gesicht. Dafür gehandelt werden unter anderem Mattias Ekholm, Filip Forsberg und Mikael Granlund (alle Nashville Predators) sowie Eric Staal (Buffalo Sabres) und Marc Staal (Red Wings). Wegen der Quarantäne-Bestimmungen ist damit zu rechnen, dass die Verantwortlichen schon in nächster Zeit aktiv werden, wenn sie einen namhaften Akteur an Land ziehen wollen.
Nach einem durchwachsenen Start in die Saison sind die Edmonton Oilers auf Playoff-Kurs eingeschwenkt. Sollte sich dieser Trend in den nächsten Wochen festigen, dürften auch deren erfahrener General Manager Ken Holland vor der Trade Deadline personelle Veränderungen vornehmen.
Ein neuralgischer Punkt ist nach wie vor die Torhüterposition. Zwar haben sich Mike Smith und Mikko Koskinen stärker präsentiert als in der vergangenen Saison, aber zu den Topleuten der Liga gehören sie nicht. Einen Meister seines Fachs aber braucht man, wenn man es in der Endrunde weit bringen will. Eine gute Alternative könnte Elvis Merzlikins (Columbus Blue Jackets) darstellen. Vor allem dann, wenn die Vertretung aus Ohio die Playoffs verpasst, wonach es im Moment aussieht. Der Vertrag von Merzlikins läuft noch bis Ende 2021/22. Er wäre somit nicht nur eine kurzfristige Lösung für die Oilers, dafür aber natürlich teurer. Sein Kontrakt ist mit vier Millionen US-Dollar pro Jahr dotiert.

hp

Zu den Mannschaften, bei denen sich die Konkurrenz zur Trade Deadline zuletzt regelmäßig bediente, waren die Red Wings. Das ist dieses Jahr mit Sicherheit nicht anders. Obwohl sich Detroit im Vergleich zur zurückliegenden Spielzeit gesteigert hat, sind sie von den Playoffs meilenweit entfernt. Als absolut unverkäuflich gilt lediglich Kapitän Dylan Larkin. Die meisten anderen Spieler würde man wohl ziehen lassen, wenn die Gegenleistung stimmt. Drei Namen, die öfter mit einem Trade in Verbindung gebracht werden, sind die von Marc Staal, Luke Glendening und Bobby Ryan.
Enttäuschend ist die Saison bisher für die Predators verlaufen. Ihnen droht das Aus nach der Hauptrunde. Sollte es Anfang April absehbar sein, dass Nashville tatsächlich keinen Playoff-Spot ergattert, werden die Klubverantwortlichen versuchen, den ein oder anderen Spieler loszuwerden. Neben den bereits genannten Ekholm, Forsberg und Granlund kämen Calle Jarnkrok oder Erik Haula für einen Tausch in Frage. Falls sich ein finanzstarker Abnehmer findet, stünde vermutlich auch einem Transfer von Viktor Arvidsson oder Ryan Johansen nichts im Wege. Beide besitzen noch längerfristige Verträge und gehören zu den Großverdienern der Predators.
Das Gros der 31 NHL-Mannschaften darf sich noch Hoffnungen machen, eines der 16 Playoff-Tickets zu lösen. Wenn sich das Teilnehmerfeld in den nächsten Wochen weiter herauskristallisiert hat, wird die Betriebsamkeit in den Büros der General Manager noch einmal deutlich zunehmen.