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Weiterentwicklung statt Umbruch in Montreal

NHL.com/de 31 in 31: Kaum Veränderungen bei den Canadiens, die den nächsten Entwicklungsschritt des Teams setzen

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Montreal Canadiens.

Nur zwei Punkte trennten die Montreal Canadiens am Ende der vergangenen Saison von weiteren Spielen in den Playoffs. Bis zum 81. Spieltag hatten die Canadiens eine Chance auf die Playoff-Teilnahme, doch die Carolina Hurricanes und die Columbus Blue Jackets schnappten dem Traditionsteam die Wildcard-Plätze vor der Nase weg.

Die Canadiens übertrafen in der vergangenen Saison die an sie gestellten Erwartungen. In einem klaren Schnitt nach der enttäuschenden Saison 2017/18 wurde der Umbruch in Montreal eingeläutet. Bereits ein Jahr später war das neu formierte Team im Kampf um die Playoffs. Mit gezielten Anpassungen und der erwarteten Entwicklung der jungen Akteure hofft Montreal auf den nächsten Schritt.

Bilanz 2018/19: 44-30-8, 9. Platz in Eastern Conference
Playoffs 2019: keine Teilnahme
Trainer: Claude Julien, 3. Saison
Zugänge: Nick Cousins, Ben Chiarot, Phil Varone, Riley Barber, Keith Kinkaid
Abgänge: Andrew Shaw, Nicolas Deslauries, Jordie Benn, Brett Lernout, Antti Niemi

Neuzugang Ben Chiarot wird ab dieser Saison die Defensive der Canadiens verstärken. "Ich glaube, dass dieses Team sich in Richtung der Playoffs entwickelt. Letztes Jahr war es sehr knapp," sagte der Verteidiger nach seiner Vertragsunterschrift. Chiarot wird bei der Weiterentwicklung Montreals ein wichtiger Teil zukommen. Die Canadiens veränderten nur wenig in ihrer Mannschaft aus der Vorsaison. Chiarot soll als linksschießender Verteidiger die Lücke auf eben dieser Position füllen. Der 28-jährige fühlt sich in Montreal ein bisschen wie bei seinem alten Team, den Winnipeg Jets: "Alles hier erinnert mich an Winnipeg vor ein paar Jahren, mit jungen Spielern und einigen Veteranen."

 

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Den Aufreger in der Free-Agent-Phase lieferten die Canadiens, als sie Sebastian Aho am 1. Juli einen Fünfjahres-Vertrag anboten. Aho war als Restricted Free Agent gelistet, so dass sein bisheriges Team, die Hurricanes, das Angebot der Canadiens mitgehen durften. Carolina konterte schnell und sichert sich die Dienste ihres Top-Centers für weitere fünf Spielzeiten. Montreal muss hingegen weiter auf den gesuchten Nummer-Eins-Mittelstürmer warten. Manager Marc Bergevin ist sich jedoch sicher, dass "wir auch so eine wirklich gute Mannschaft haben."

Auch Chiarot stößt in das gleiche Horn wie Bergevin: "Ich glaube wir haben alles, was wir brauchen um erfolgreich zu sein." Mit nur wenigen Veränderungen im bestehenden Kader liegt die Verantwortung auf den Spielern, die in der Vorsaison mit Karrierebestmarken glänzten. Brendan Gallagher traf 33 Mal und war in seiner besten Saison auch der Top-Torschütze der Canadiens. Max Domi punktete in seinem ersten Jahr in Montreal 72 Mal, davon 44 Vorlagen und 28 Tore. Alle drei Werte waren Rekorde für Domi, und auch Tomas Tatar verbesserte seine Bestmarken in Assists (33) und Punkten (58). Alle drei werden auch in der kommenden Saison das Habs-Trikot tragen.

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Neben Chiarot verpflichteten die Canadiens Goalie Keith Kinkaid. Der 30-jährige wird der Vertreter der klaren Nummer-Eins Carey Price. Kinkaid hat sich mit der Rolle des Backup-Torwarts abgefunden und will dem Top-Goalie die nötigen Pausen geben: "Ich bin einfach glücklich hier zu sein, die Chance zu haben, in der besten Liga der Welt zu spielen und mit Carey Price zu arbeiten wird fantastisch. Ich hoffe ich kann ihm etwas Arbeit abnehmen und es leichter für ihn machen. Ich will derjenige sein, auf den sich alle verlassen können, wenn ein Spiel gewonnen werden muss und Carey eine Nacht frei hat."

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Im Draft zogen die Canadiens Cole Caufield an 15. Position. Der Angreifer wird noch Zeit benötigen, um in der NHL anzukommen. Anders sieht es bei Jesperi Kotkaniemi aus. Der 2018 an dritter Stelle gedraftete Angreifer wird nach der gescheiterten Verpflichtung von Aho noch mehr Verantwortung übertragen bekommen. Mit Ryan Poehling und Nick Suzuki stehen noch zwei weitere Top-Sturm-Talente in den Startlöchern. Beide könnten es über das Trainingscamp, zumindest zeitweise, in den NHL-Kader schaffen. "Ich denke die Montreal Canadiens haben eine gute Basis an jungen Spielern in der Hinterhand und können lange davon zehren," sagte Bergevin nach dem Draft von Caufield.

Montreal hat eine klare Vision, wie das Team aufgebaut sein soll. Mit den Veteranen Price, Weber, Petry und dem auch schon sehr erfahrenen Gallagher ist eine Basis geschaffen. Mit jungen und hungrigen Spielern, die diese Basis ergänzen, sind die Canadiens auf einem guten Weg. Die aggressive Spielweise mit vielen Checks und Schüssen führte das Team nahe an die Playoffs und unterstreicht den Aufwärtstrend.

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