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Spät gewählt und doch zum Star geworden

NHL.com/de wirft vor dem NHL Draft 2019 einen Blick auf einige der größten Überraschungen der Vergangenheit

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Der NHL-Draft 2019 findet vom 21. bis 23. Juni in der Rogers Arena in Vancouver statt. NHL.com/de bietet dazu eine umfassende Berichterstattung über die spannendsten Themen an. In dieser Ausgabe blicken wir auf die größten Überraschungen vergangener Jahre.

Der NHL Draft ist das wohl wichtigste Ereignis während der Sommerpause. Hier wählen die 31 Teams der NHL die besten Nachwuchsspieler der Welt aus und geben ihnen eine Chance, sich für die große Bühne in Nordamerika zu beweisen. Mit besonders viel Spannung werden die Spieler erwartet, die in der ersten Runde gedraftet werden. Sie haben beste Chancen auf eine große Karriere.

Allerdings überraschen immer wieder auch Spieler, die in den späteren Runden gewählt werden und schaffen es sich durchzusetzen. Vergangenes Jahr schafften es etwa die Größen Brett Hull, Luc Robitaille und Joe Pavelski, sowie die legendären Torhüter Dominik Hasek und Henrik Lundqvist in die Auswahl von NHL.com/de. Die Liste der Spieler, deren späte Wahl aus heutiger Sicht nicht zu verstehen ist, ist jedoch noch deutlich länger. Sie alle aufzuzählen, ist kaum möglich, hier sind jedoch einige weitere Beispiele.

Jari Kurri, Edmonton Oilers (1980, 4. Runde, Nr. 69)

Es ist durchaus verständlich, dass die Edmonton Oilers Jari Kurri im Draft 1980 nicht in der ersten Runde wählten. Immerhin bekamen sie mit dem sechsten Draft der ersten Runde keinen geringeren als Paul Coffey. Dass der Finne jedoch bis zur vierten Runde warten musste, ehe sein Name ausgerufen wurde, ist jedoch kaum zu glauben. Der langjährige Weggefährte von Wayne Gretzky gilt für viele als bester europäischer Spieler aller Zeiten. Mit 1398 Punkten (601 Tore, 797 Assists) liegt er in der ewigen Statistik der NHL nach Punkten auf Platz 21, nach Toren auf Platz 20 und nach Assists auf Rang 32. Er gewann fünf Mal den Stanley Cup und nahm neun Mal am All-Star-Spiel teil. Er ist längst Mitglied der Hockey Hall of Fame und wurde unter die 100 besten Spieler der NHL-Geschichte gewählt.

Video: Das Beste von Jari Kurri

Theo Fleury, Calgary Flames (1987, 8. Runde, Nr. 166)

Der Draft 1987 hätte für die Calgary Flames richtig bitter enden können. In einem starken Jahrgang, der von Brendan Shanahan und Pierre Turgeon angeführt wurde, entschieden die Kanadier sich in der ersten Runde für Brian Deasley, der kein einziges Spiel in der NHL austrug. Erst in der achten Runde landeten sie mit Theo Fleury einen großen Fang, wie sich später herausstellen sollte. Er wurde wohl vor allem wegen seiner geringen Körpergröße von 168 Zentimetern ignoriert. Mit seiner Schnelligkeit, starker Technik und gutem Torinstinkt kam er in 1084 Spielen jedoch auf 1088 Punkte (455 Tore, 633 Assists) und verhalf den Flames in seiner ersten Saison mit 34 Punkten (14 Tore, 20 Assists) in 36 Spielen zum Stanley Cup.

Daniel Alfredsson, Ottawa Senators (1994, 6. Runde, Nr. 133)

Bei den Ottawa Senators vermutete wohl niemand, wie entscheidend der Pick der sechsten Runde 1994 für die Zukunft des Teams war. Daniel Alfredsson ging an die Kanadier, musste sich zunächst aber noch ein Jahr gedulden, ehe er seine erste Chance bekam. In seiner ersten Saison überzeugte er schon mit 61 Punkten (26 Tore, 35 Assists) und holte die Calder Trophy als bester Rookie des Jahres. Er wurde in den folgenden Jahren zum Gesicht des Franchise und führte die Mannschaft 14 Jahre lang als Kapitän an. In 1246 Spielen erzielte er 1157 Punkte (444 Tore, 713 Assists) und hält die Rekorde für die meisten Punkte, Tore und Assists in Diensten der Senators. Seine Nummer 11 wird in Ottawa seit 2016 nicht mehr vergeben.

Video: DET@OTT: Alfredssons Nr. 11 wird unters Dach gezogen

Mark Messier, Edmonton Oilers (1979, 3. Runde, Nr. 48)

Mark Messier gilt als der größte Anführer der NHL-Geschichte und ist mit 1887 Punkten (694 Tore, 1193 Assists) der drittbeste Scorer aller Zeiten. Umso verwunderlicher, dass 1979 47 Spieler vor ihm gewählt wurden. Messier gewann den Stanley Cup fünf Mal mit den Oilers und 1994 ein weiteres Mal mit den New York Rangers. Er diente beiden Teams als Kapitän. In seinen sensationellen 25 Saisons in der NHL kam er auf 1992 Spiele in der regulären Saison und den Playoffs, mehr als jeder andere Spieler. Er ist wie Kurri Mitglied der Hockey Hall of Fame und der 100 besten Spieler aller Zeiten. Er ist der einzige Spieler, der als Kapitän zwei verschiedene Teams zum Titel führte. Damit ist die Entscheidung der NHL vollkommen berechtigt, ihm zu Ehren den Mark Messier Leadership Award einzuführen, der seit 2006 den größten Anführer der Liga auszeichnet.

Video: Das Beste von Mark Messier

Pekka Rinne, Nashville Predators (2004, 8. Runde, Nr. 258)

2004 landeten die Nashville Predators mit Pekka Rinne einen absoluten Glücksgriff. Der Finne spielte zunächst weiter in seiner Heimat für Kärpät Oulu und gewann 2004 und 2005 die Meisterschaft. Seit der Saison 2008/09 ist er Stammtorhüter der Predators, war 2011, 2012 und 2015 im Finale um die Vezina Trophy für den besten Torhüter und gewann die Trophäe 2018. 2017 führte er sein Team in das Stanley Cup Finale und 2018 zur Presidents' Trophy als punktbeste Mannschaft der regulären Saison. Er ist mit 341 Siegen (341-187-70), 55 Shutouts und 2,38 Gegentoren pro Spiel der beste Torhüter der Franchise-Geschichte und mit 91,8 Prozent Fangquote auf Rang zwei hinter Juuse Saros (92 Prozent).

Johnny Gaudreau, Calgary Flames (2011, 4. Runde, Nr. 103)

Die heutige Mannschaft der Calgary Flames ist ohne Johnny Gaudreau kaum vorstellbar. Er ist die zentrale Figur der Mannschaft aus Alberta, wurde im Draft 2011 jedoch drei Runden lang ignoriert. Johnny Hockey, wie er genannt wird, erzielte seit 2014 386 Punkte (132 Tore, 254 Assists). In diesem Zeitraum kommt kein Spieler der Flames auf mehr Assists oder Punkte und nur Sean Monahan erzielte mehr Tore (150). Er nahm seit 2015 an jedem All-Star-Spiel teil und gewann 2017 die Lady Byng Memorial Trophy.

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