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Stars sind in keinem Bereich zu unterschätzen

Dallas zeigte sich in der ersten Runde gegen Nashville als komplette Mannschaft und wird es St. Louis nicht leicht machen

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Nach 77:02 Minuten war es am Montag endlich so weit. Das American Airlines Center explodierte förmlich und die Spieler und Trainer lagen sich in den Armen. Doch so richtig realisierte in diesem Moment wohl kaum jemand, was man gerade miterlebte. John Klingberg schoss die Dallas Stars in der Verlängerung des sechsten Spiels der Serie der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference zum Sieg gegen die Nashville Predators. Damit war die Serie mit 4:2 entschieden und die Stars ziehen in die nächste Runde ein.

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"Sie haben so gut verteidigt und uns wahnsinnig unter Druck gesetzt", zollte Stürmer Austin Watson von den Predators dem Gegner Anerkennung. "Sie haben es uns wirklich schwer gemacht, höchsten Respekt vor dieser Truppe. Ihre Topspieler Jamie Benn, Tyler Seguin und Alexander Radulov, ihre jungen Verteidiger, sie haben alle eine unglaubliche Serie gespielt."

Einer dieser jungen Verteidiger ist Miro Heiskanen. Er hatte am Montag die meiste Eiszeit der Stars (32:25). Ob er sich an den letzten Serien-Sieg der Stars auf eigenem Eis erinnert ist fraglich. Die Stars gewannen zuletzt 2016 eine Playoff-Serie, damals im Stadion der Minnesota Wild. Der letzte Sieg in der eigenen Halle datiert aus dem Jahr 2008, als die Stars die San Jose Sharks im Halbfinale der Western Conference aus dem Rennen warfen. Heiskanen war damals acht Jahre alt. In seiner Rookie-Saison konnte er absolut überzeugen und gehört in den Playoffs zu den zentralen Figuren in einer Parade-Abwehr, die zu den entscheidenden Faktoren der Stars zählt.

 

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"Ich erinnere mich, wie ich heute Morgen mit Miro gesprochen habe und ihn gefragt habe, wie ihm sein Spiel zuvor gefallen hat und er meinte, er hätte nicht gut gespielt. Da habe ich einfach gesagt: 'Dann beweg heute Abend deine Beine.' Ich glaube er ist heute 15 Meilen gerannt."

Diese Anstrengung kam jedoch nicht nur von Heiskanen. Alle Feldspieler der Stars brachten vollen Einsatz, um den Puck nicht bis zum eigenen Tor durchzulassen. Sie blockten in sechs Partien 124 Schüsse, nur die Vegas Golden Knights warfen sich in mehr Schüsse (131). Wenn der Puck doch seinen Weg fand, stand zwischen den Pfosten kein Geringerer als Ben Bishop. Der Torhüter der Stars ist in absoluter Bestform. Er lieferte so viele Saves wie kein anderer Torwart in den Playoffs (206), hatte die drittbeste Fangquote (94,5 Prozent) und den drittbesten Gegentorschnitt (1,9).

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"Das ist das Beste an unserem Team, vom ersten bis zum letzten Mann kann man sich auf sie verlassen", schwärmte Trainer Jim Montgomery. "Vom Torwart angefangen gibt jeder alles und jeder leistet seinen Beitrag." Auf die Frage nach dem Gefühl, in seiner ersten Saison als Trainer im Team eine Playoff-Serie zu gewinnen, antwortete er schlicht: "Trainer gewinnen nichts, Spieler gewinnen. Unsere Spieler haben gewonnen."

Die ganze Abwehrleistung bringt nichts, wenn man nicht selbst Tore erzielt. In dieser Hinsicht gestalteten sich die ersten drei Spiele der Serie zäh. In diesen Auftritten fielen 13 Tore, der geringste Wert aller Playoff-Serien. Danach fanden die Stars jedoch ein Mittel gegen die Defensive der Predators und trafen in den nächsten beiden Partien je fünf Mal. Angeführt wurde dieser Ansturm von den drei Spitzenspielern, die auch Watson nannte. Benn, Seguin und Radulov führten die Stars zu zwei überzeugenden Siegen, in denen sie gemeinsam vier Tore und neun Punkte verbuchten. Hinzu kamen vier Tore von den jungen Stürmern Roope Hintz und Jason Dickinson.

"Ich finde, er wird in unserem Team wirklich unterschätzt", lobte Kapitän Benn seinen Kollegen Dickinson. "Er ist ein sehr zuverlässiger Spieler und wir vertrauen sehr auf ihn. Er trifft immer die richtigen Entscheidungen und ist ein intelligenter Spieler. Er macht all die kleinen Dinge richtig und dass macht ihn zu einem wahnsinnig wichtigen Spieler für unsere Mannschaft."

 

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Die Stars warten schon lange auf erfolgreiche Playoffs, obwohl sie oft ein gutes Team hatten und hoch gehandelt wurden. Am Ende sollte es nie klappen, doch dieses Jahr könnte sich das ändern. Der erste Erfolg ist eingefahren, nun gilt es, die Stärken aus der ersten Runde mitzunehmen und in der zweiten Runde gegen die St. Louis Blues wieder aufs Eis zu bringen. Keine leichte Aufgabe, wie sich auch die Stars bewusst sind.

"Sie spielen extrem gutes Eishockey und sind seit Januar das beste Team der Liga", zeigte Bishop Respekt vor der nächsten Aufgabe. "Da liegt eine harte Prüfung vor uns. Wir müssen uns jetzt einfach ausruhen und bereit sein."

Vor den Playoffs wäre die Favoritenrolle ganz eindeutig bei den Blues gewesen. Nach der Leistung der Stars gegen die Predators, wird aber wohl niemand in St. Louis den Wildcard-Gewinner aus Texas unterschätzen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, wie sie Nashville in der ersten Runde erlebt hat, ist die Serie komplett offen.

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