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Bis zum Start der NHL-Saison 2021/22 dauert es noch eine Weile. Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentiert NHL.com/de eine Serie mit Bestenlisten in verschiedenen Kategorien im Hinblick auf die kommende Spielzeit.
In dieser Ausgabe: Die Top 10 der Unterzahlspezialisten

Die Specialteams sind in engen Partien häufig ein entscheidender Faktor. Wenn sich Mannschaften bei Gleichzahl auf dem Eis neutralisieren, geht es darum, aus Strafen den größtmöglichen Vorteil zu ziehen. Auf der anderen Seite wollen die Unterzahlfachmänner mit allen Mitteln den Gegentreffer vermeiden.
1. Brad Marchand, Boston Bruins
Brad Marchand verkörpert mit seiner giftigen Spielweise den optimalen Unterzahl-Stürmer. Mit nur 1,75 Metern Körpergröße besticht er nicht durch seine Reichweite, sondern durch sein Positionsspiel und die schnellen Beine.
In der vergangenen Saison konnte er sein Spielverständnis für sieben Unterzahlpunkte nutzen. Viermal traf er selbst, drei weitere Tore bereitete er vor, als die Boston Bruins mit weniger Spielern auf dem Eis standen. Seine Punkteausbeute wurde von keinem andere NHL-Spieler übertroffen. Ebenso war sein Wert von 4,95 Punkten pro 60 Unterzahl-Minuten der Ligabestwert.
2. Connor Brown, Ottawa Senators
Wie auch Marchand verkörpert Connor Brown, der in Unterzahl für die Ottawa Senators auf dem Eis steht, einen offensiv ausgerichteten Spezialisten bei numerischer Unterlegenheit. Fünf Shorthander konnte er 2020/21 sammeln, so viele wie kein anderer NHL-Akteur. Mit 20 Schüssen war er auch noch der aktivste Schütze der Liga und gab den Senators in Unterzahl eine zweite Dimension neben der puren Defensive.
So sehr der Fokus auf der Verteidigung des eigenen Drittels liegt, so sehr ist eine offensive Komponente ein spannender Baustein. Sobald sich der Gegner neben dem eigenen Überzahl-Angriff auch auf Konter und Gegentreffer einstellen muss, verbessert das die Situation für die Mannschaft in Unterzahl. Brown ist genau dafür ein hervorragendes Beispiel.

3. Alexander Edler, Los Angeles Kings
Alexander Edler war der PK-Spezialist in Diensten der Vancouver Canucks und wird in der kommenden Spielzeit die Unterzahl-Formation der Los Angeles Kings verstärken. In Vancouver bekam Edler das volle Vertrauen bei numerischer Unterlegenheit und stand 3:28 Minuten pro Partie in Unterzahl auf dem Eis. Kein anderer NHL-Spieler übertraf diesen Wert. Auch in der Gesamtzeit lag er mit 180:12 Minuten auf dem Top-Rang und war damit bei 63,8 Prozent der Canucks-Unterzahl-Zeit auf dem Spielfeld gestanden.
Mit seiner Körpergröße von 1,92 Metern bringt der Schwede die optimalen Voraussetzungen für einen Unterzahl-Verteidiger mit und kann mit seiner großen Reichweite die Passwege der Kontrahenten kontrollieren. Ein Vorteil, der ihm auch in L.A. viel Eiszeit im Penaltykill bringen wird.
4. Jay Beagle, Arizona Coyotes
Wie Edler stand auch Jay Beagle in der vergangenen Saison für die Canucks auf dem Eis, ehe er in der Sommerpause zu den Arizona Coyotes wechselte. Beagle war der Stürmer, der in der NHL die meisten Minuten pro Partie in Unterzahl absolvieren durfte (3:14).
Der 35-jährige ist ein ausgewiesener Defensivspezialist, der es in 613 NHL-Spielen auf 142 Punkte (57 Tore, 85 Vorlagen) gebracht hat. Seine Punkteausbeute übertraf nur selten die 20-Zähler-Marke, doch für seine Qualitäten bei weniger Spielern auf dem Eis wird Beagle bei seinen Trainern und Mitspielern geschätzt.
5. Esa Lindell, Dallas Stars
Wenn die Dallas Stars in Unterzahl agieren müssen, schlägt die Zeit von Esa Lindell. Der finnische Verteidiger ist ähnlich wie Edler der ultimative Shorthanded-Defender. 64,6 Prozent der Zeit mit weniger Akteuren stand er 2020/21 auf dem Eis und absolvierte so 167:48 Minuten. Wie Edler glänzt er mit viel Reichweite (1,91 Meter Körpergröße).
Lindell konnte als Verteidiger sogar ein Unterzahltor erzielen und gab sechs Schüsse auf das Tor ab. Mit ihrem Assistenz-Kapitän haben die Stars einen wahren PK-Spezialisten im Kader.

6. Chandler Stephenson, Vegas Golden Knights
Nicht so viel Spielzeit wie die zuvor Genannten erhielt Chandler Stephenson von den Vegas Golden Knights in der vergangenen Saison in Unterzahl. 69,47 Minuten stand er in solchen Situationen auf dem Eis, was pro Partie 1,22 Minuten entspricht und 30,1 Prozent der Unterzahlzeit der Golden Knights darstellt.
Gerade bei numerischer Unterlegenheit geht es um das Verhindern von Gegentreffern. Stephenson hat genau hier seine Stärken. Nur 0,86 Gegentore fielen pro 60 Unterzahl-Minuten, die er auf dem Eis war. Das ist Ligabestwert, genau wie das Unterzahlspiel der Golden Knights mit 86,8 Prozent in der vergangenen Spielzeit.
7. Tyler Toffoli, Montreal Canadiens
Mit Marchand und Brown rangieren zwei offensive Penaltykiller auf den Top-Rängen. Tyler Toffoli von den Montreal Canadiens übertrifft die beiden, rein auf die Effizienz blickend noch. Der Angreifer der Canadiens stand in der Vorsaison nur 0,47 Minuten pro Match in Unterzahl auf dem Eis, konnte aber zwei Treffer erzielen. Damit lag er bei einem Wert von 2,94 Toren pro 60 Unterzahl-Minuten. Kein anderer NHL-Spieler war gefährlicher.
8. Ryan Graves, New Jersey Devils
Die zweitmeiste Zeit (178:57 Minuten) in Unterzahl erhielt Ryan Graves, der 2020/21 noch das Trikot der Colorado Avalanche trug und kommende Saison für die New Jersey Devils aktiv sein wird. Graves überzeugt mit herausragenden Maßen (1,95 Meter) und einer hohen Arbeitslast. Dazu rangiert er mit 91 geblockten Schüssen, davon sicher ein erheblicher Teil in Unterzahl, auf Rang 27 in der NHL-Statistik.
9. Shea Weber, Montreal Canadiens
Gerade in den Stanley Cup Playoffs werden die Specialteams immer wichtiger. Mit Shea Weber zeigte der Kapitän der Montreal Canadiens, wie sehr er in diesen Situationen ein entscheidender Faktor sein kann. 2,57 Minuten pro Partie stand er in Unterzahl auf dem Eis, musste dabei nur 0,93 Gegentore pro 60-Unterzahl-Minuten hinnehmen und konnte selbst zwei Vorlagen für Shorthander beisteuern. 57,8 Prozent der Zeit mit weniger Feldspielern absolvierte der Kapitän der Canadiens in den Playoffs.
10. Blake Coleman, Calgary Flames

Mit den Tampa Bay Lightning gewann Blake Coleman zweimal in Folge den Stanley Cup, ehe er jetzt zu den Calgary Flames wechselte. Gerade in den Playoffs konnte Coleman mit seinen besonderen Fähigkeiten in Unterzahl glänzen. Einen Shorthander erzielte er in seinen 40:42 Minuten auf dem Eis. Das entsprach 38,7 Prozent der Penaltykill-Situationen der Lightning. In dieser Zeit fiel nur ein Gegentor für Tampa Bay, was Coleman zum erfolgreichsten Unterzahl-Spieler des Champions machte (1,47 Gegentreffer pro 60 PK-Minuten).