Forsberg_Predators_celebrates

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.

In der heutigen Ausgabe: Nashville Predators
Die Predators sind ein Dauergast in den Stanley Cup Playoffs: Seit der Saison 2014/15 klappte die Qualifikation für die Postseason fast immer - einzig 2019/20 zog das Team aus Nashville in der wegen der Covid-Pandemie eingeführten Qualifikationsrunde den Kürzeren und spielte streng genommen nicht in den Playoffs. In der Vorsaison rutschten die Predators über den letzten Wildcard-Platz im Westen noch in die K.o.-Phase, wurden in der 1. Runde aber vom späteren Stanley Cup Champion Colorado Avalanche gesweept (Serie: 0:4). Zur neuen Saison will Nashville wieder angreifen, es erneut in die Playoffs schaffen und dort sogar weiterkommen.

Das Beste der Nashville Predators

Schlüsselspieler
Der entscheidende Schlüsselspieler bei den Predators ist Verteidiger Roman Josi. Der 32-jährige Schweizer ist nicht nur Kapitän und Abwehrchef, sondern auch seit drei Jahren in Folge Nashvilles Top-Scorer - wohlgemerkt vor allen Stürmern. Josi wird in allen wichtigen Situationen aufs Eis geschickt, spielt im ersten Verteidiger-Paar, im Powerplay, in Unterzahl und wenn sein Team einen Rückstand aufholen oder einen Vorsprung verteidigen möchte. Bildlich gesprochen: Josi spielt in Music City die erste Geige. Mit satten 96 Scorerpunkten (23-73-96) in 80 Spielen in der Saison 2021/22 war der 1,87 Meter große und 91 Kilogramm schwere Linksschütze mit Abstand der punktbeste Verteidiger in der gesamten NHL.

Josis Top 5 Tore in 2021/22

Im Angriff erlebte Center Matt Duchene eine Wiederauferstehung und legte sogar ein Karrierejahr aufs Eis: Der Mittelstürmer sammelte 86 Punkte, die Hälfte davon waren Tore (43-43-86). Duchene sollte damit der ultimative Go-to-Guy im Predators-Sturm sein, genauso wie Flügelspieler Filip Forsberg, mit dem sich Nashville auf einen neuen Achtjahresvertrag (Gesamtvolumen: 68 Millionen US-Dollar) einigen konnte. Forsberg performte ähnlich stark wie Duchene und kam in 78 Spielen auf 84 Punkte, auch bei ihm waren die Hälfte davon Treffer (42-42-84). Hinter diesem Duo, das über 40 Tore erzielte, klafft eine größere Torjäger-Lücke. Auf Platz drei folgt Ryan Johansen (26-37-63).
Auch Torwart Juuse Saros zählt zu den absoluten Führungsspielern beim Team aus Tennessee. Der 27-jährige Finne bestätigte, dass er ein würdiger Nachfolger für Pekka Rinne ist, überzeugte mit einem Gegentorschnitt von 2,64, einer Fangquote von 91,8 Prozent sowie vier Shutouts und ist die unumstrittene Nummer 1.
Stärken
Die Predators sind ein Team, das auf drei Säulen aufgebaut ist: Tempo, Laufstärke und Physis. Diese drei Elemente sollen auch 2022/23 wieder zum Erfolg führen. Trainer John Hynes bekam außerdem das über mehrere Jahre schwächelnde Powerplay in den Griff und formierte das fünfbeste Überzahl-Team der Liga (24,4 Prozent Erfolgsquote). Entsprechend soll das Überzahlspiel auch zur neuen Saison wieder ein wichtiger Faktor sein.
Verbesserungspotenziale
Nashville braucht mehr Scoring-Touch aus der Tiefe und muss sein Secondary Scoring steigern. Das gilt insbesondere bei gleicher Mannschaftsstärke auf dem Eis. Doch auch bei den Special Teams gibt es noch Arbeit: Das Penalty Killing (79,2 Prozent Erfolgsquote, Rang 18) ist noch ausbaufähig. Auch würde den Predators noch ein Top-6-Stürmer gut zu Gesicht stehen, der den Top-Performern Duchene und Forsberg die Scoring-Last ein wenig abnimmt.
Spieler aus DACH
Nashville ist traditionell ein guter Standort für Schweizer: Zwei-Wege-Verteidiger Roman Josi drückt seit Jahren als Kapitän und Top-Scorer seinen Stempel auf (siehe oben). Zur Saison 2022/23 hat Josi wieder einen Landsmann im Kader, denn die Predators verpflichteten den Schweizer Flügelstürmer Nino Niederreiter (siehe Extra-Story).

Forsbergs Top 5 Tore in 2021/22

Vielversprechende Talente
Mit Philip Tomasino (21, 1. Runde, 24. Stelle) und Yegor Afanasyev (21, 2. Runde, 45. Stelle) könnten zwei im NHL Draft 2019 ausgewählte Stürmer nun in wichtige Rollen schlüpfen. Tomasino ist ein kompletter, explosiver und gefährlicher Rechtsschütze, der in seiner Rookie-Saison in der Liga bereits 32 Scorerpunkte (11-21-32) in 76 Spielen beisteuerte. Afanasyev ist ein wuchtiger und schussgewaltiger Angreifer mit guter Übersicht, der beim Farmteam Milwaukee Admirals in 74 AHL-Partien 33 Punkte (12-21-33) verbuchte. Beide Talente könnten für eine Blutauffrischung und frischen Wind in Nashvilles Sturm sorgen.
Auch Goalie-Talent Yaroslav Askarov (20, Draft 2020, 1. Runde, 11. Stelle) ist der Sprung in die NHL zuzutrauen. Hinter Stammtorwart Saros ist Kevin Lankinen als Backup eingeplant, doch dürfte auch der Russe erste NHL-Luft schnuppern. Seine Qualität stellte der hochveranlagte Keeper schon in der KHL unter Beweis und wurde schon in jungen Jahren mit Andrei Vasilevskiy (Tampa Bay Lightning) verglichen.
Die Zeit von Angreifer Zachary L'Heureux (19, Draft 2021, 1. Runde, 27. Stelle) dürfte auch bald schlagen: Der in Montreal geborene Kanadier gilt als Kämpfernatur, ist ein physisch starker Spieler und geht dem Gegner unter die Haut. Mit diesen Eigenschaften passt L'Heureux perfekt zum System der Predators und dürfte bald die ersten NHL-Schritte gehen.
Playoff-Chancen
Mit Nashville ist auch 2022/23 wieder zu rechnen. Über den Sommer konnte das Team verstärkt werden: Kaum schmerzhaften Abgängen stehen sinnvollen Neuverpflichtungen wie den erfahrenen Abwehrmann Ryan McDonagh oder Niederreiter gegenüber. Die Predators zählen zwar erneut nicht zu den Top-Favoriten in der Central Division, doch ist ein Playoff-Platz absolut realistisch.