Bobrovsky-Andersen Split 7-5

Seit 1. Juli dürfen die NHL-Franchises Spieler verpflichten, die keinen gültigen Vertrag haben – die Unrestricted Free Agents. Dabei haben sich die Teams bislang nicht gerade in Zurückhaltung geübt. Vor allem bei den Torhütern war schon viel Bewegung drin. Den dicksten Fisch haben dabei die Toronto Maple Leafs an Land gezogen. Die Edmonton Oilers, Team des deutschen Superstars Leon Draisaitl, nehmen mit einem frisch gebackenen Stanley Cup Sieger einen neuen Anlauf in Richtung Titel. Die San Jose Sharks haben dagegen in Abwehr und Angriff nachgelegt. NHL.com/de hat die Verpflichtungen zusammengetragen, die aller Voraussicht nach den größten Einfluss auf ihre neuen Teams haben.

Frederik Andersen (Edmonton Oilers)

Ist er das fehlende Puzzleteil, das den Edmonton Oilers zum Gewinn des Stanley Cups noch gefehlt hat? Seit Jahren scoren Connor McDavid, Leon Draisaitl und Co. quasi nach Belieben. Abwehr und Torhüter stehen allerdings genauso regelmäßig in der Kritik. Zumindest auf der Torhüterposition haben sich die Kanadier jetzt mit Frederik Andersen einen Spieler geholt, der alleine ein Spiel entscheiden kann. Der Däne kommt als frisch gebackener Stanley Cup Sieger in die Provinz Alberta. 13-2 lautete seine Bilanz (drei Shutouts) in den Playoffs der abgelaufenen Spielzeit bei einem Gegentorschnitt von 1,89 und einer Fangquote von 91,0 Prozent. Mit 36 Jahren bringt Andersen genügend Erfahrung mit, um vom Start weg in Edmonton der Mannschaft die benötigte Sicherheit zwischen den Pfosten zu geben. Das Risiko, das die Oilers mit der Verpflichtung des Routiniers eingehen, ist relativ gering. Andersen, der im NHL Draft 2012 von den Anaheim Ducks in der dritten Runde an 87. Stelle gezogen wurde, hat einen Vertrag über eine Saison unterschrieben und verdient in dieser 2,8 Millionen US-Dollar. Das könnte für die Oilers eine sehr gute Investition sein.

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Jacob Trouba (San Jose Sharks)

Die San Jose Sharks haben in der anstehenden Saison einiges vor. Und sie rüsten im Sommer entsprechend auf. In der Abwehr soll Routinier Jacob Trouba für mehr Stabilität Sorgen. Für die kommenden vier Saisons hat er sich dem Team aus Nord-Kalifornien angeschlossen und verdient dort nach offiziellen Angaben pro Jahr im Schnitt 8,25 Millionen US-Dollar. Das spült ihn an Position zwei in der Gehaltsrangliste bei den Sharks. Entsprechend hoch werden die Erwartungen an den 32-Jährigen sein. In der vergangenen Saison hatte er zehn Tore und 25 Vorlagen in der vergangenen Saison für die Anaheim Ducks. Aber Trouba versteht sich auch darauf, das physische Element ins Spiel zu bringen. Er war in der abgelaufenen regulären Spielzeit Dritter mit 143 Hits und hatte mit 149 die meisten geblockten Schüsse. Diesen Einsatz werden sie auch in San Jose von Trouba erwarten. Der Verteidiger bringt auch jede Menge Erfahrung mit nach San Jose. 906 NHL-Spiele hat er schon auf dem Buckel. 2024 erhielt er den Mark Messier Leadership Award. 

Mason Marchment (San Jose Sharks)

Mit Macklin Celebrini, Michael Misa, Igor Chernyshov und Ivar Stenberg verfügen die San Jose Sharks schon über etliche vielversprechende junge Offensivkräfte. Da braucht es als Gegenstück allerdings auch routinierte Spieler, die die Jungen anleiten, ihnen Tipps und Tricks geben und sie im Alltag an die Hand nehmen. Diese Rolle soll auch Mason Marchment übernehmen. Und nach dem Trade von William Eklund hatten die Sharks noch eine Position in den ersten beiden Sturmreihen frei. Marchment ist pro Saison für 20 Tore gut. Der Stürmer verdient in den nächsten fünf Jahren insgesamt 33,75 Millionen US-Dollar. In der vergangenen Saison trug er die Trikots der Columbus Blue Jackets und Seattle Kraken. In San Jose kommt er an die alte Wirkungsstätte seines Vaters Bryan, der sechs Spielzeiten lang für die Sharks auflief. 

Sergei Bobrovsky (Toronto Maple Leafs)

Den vermeintlich dicksten Fisch in der diesjährigen Free-Agent-Periode haben sich die Toronto Maple Leafs geangelt. Torwart Sergei Bobrovsky hat die Florida Panthers verlassen und will nun in Toronto zeigen, dass er mit 37 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Der Russe hat zweimal 2024 und 2025 mit den Panthers den Stanley Cup gewonnen und wurde zweimal mit der Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL ausgezeichnet. Da sind die Erwartungen in Toronto selbstverständlich enorm. Und auch wenn die Statistiken in der vergangenen Spielzeit beim Russen nicht überragend waren (3,07 Gegentore pro Spiel bei einer Fangquote von 87,7 Prozent und vier Shutouts in 52 Spielen), so ist ihm doch mit seiner Erfahrung und seinen Fähigkeiten zuzutrauen, dass er der Defensive der Maple Leafs die dringend benötigte Sicherheit gibt, um es zum einen in die Playoffs zu schaffen und dort auch endlich wieder um den Stanley Cup mitzuspielen.

Story Bobrovsky Photo 7-5

Boone Jenner (Washington Capitals)

Auf der Centerposition hatten die Washington Capitals in der abgelaufenen Saison ein paar Probleme, was die Kadertiefe angeht. Dem haben sie mit der Verpflichtung von Boone Jenner gegengesteuert. Ja, mit 33 Jahren biegt er langsam aber sicher auf die Zielgerade seiner aktiven Karriere ein. Aber der ehemalige Kapitän der Columbus Blue Jackets kann mit seiner Erfahrung und seiner Präsenz vor dem Tor ein wertvoller Baustein sein, wenn das Team aus der US-Hauptstadt ein der kommenden Saison einen ernsthaften Angriff auf den Titel unternehmen möchte. 

Stuart Skinner (Winnipeg Jets)

Zweimal – 2024 und 2025 – stand Stuart Skinner mit den Edmonton Oilers im Stanley Cup Finale. Beide Male scheiterte das Team an den Florida Panthers. Nach seinem Trade zu den Pittsburgh Penguins versucht Skinner jetzt sein Glück in Winnipeg. Nach aktuellem Stand als klare Nummer zwei hinter Connor Hellebuyck. Allerdings halten sich um diesen hartnäckige Trade-Gerüchte. Insofern haben sich die Jets doppelt abgesichert. Sie haben entweder eine sehr erfahrene Nummer zwei hinter Hellebuyck, der auch den Job des Starters übernehmen kann, sollte sich die Nummer eins verletzen. Und Skinner könnte auch die Nummer eins sein, falls sich das Management der Jets dazu entscheidet, Hellebuyck zu traden. 

Jaden Schwartz (Colorado Avalanche)

Mit Jack Drury und Ross Colton hatten die Colorado Avalanche zwei Offensivkräfte aus der dritten und vierten Sturmreihe via Trade abgegeben. Mit Jaden Schwartz haben sie die Lücke zumindest zum Teil geschlossen. Der 34-Jährige bringt die Erfahrung von über 800 NHL-Spielen mit nach Denver, wo er auch auf dem College Eishockey gespielt hat. Zudem zeichnet ihn aus, dass er hart arbeitet und auch weiß, wo das Tor steht.  

Jamie Benn (Dallas Stars)

Die gute Nachricht für alle Fans der Dallas Stars: Der Kapitän bleibt an Bord. Jamie Benn wird seine 18. Saison im Trikot der Texaner absolvieren. Technisch gesehen war er ein Unrestricted Free Agent, weshalb er in dieser Liste auftaucht. Mit der Weiterverpflichtung von Benn sichern sich die Stars die unbestrittenen Führungsqualitäten des Angreifers. Seit 19. September 2013 ist er der Kapitän des Teams, bei dem er bislang seine komplette Karriere verbracht hat. Sein großes Ziel ist es, den Stanley Cup zu gewinnen. Benn will das mit der Franchise erreichen, die ihn 2007 im NHL Draft in der fünften Runde an Position 129 gezogen hat. Und als Anführer auf dem Eis und in der Kabine kann er dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Alex Ovechkin (Washington Capitals)

Bleiben wir bei Spielern, die man sich in einem anderen Trikot schlecht vorstellen kann. Ähnlich wie Jamie Benn, so will es auch Alex Ovechkin noch einmal wissen – selbstverständlich im Trikot „seiner“ Washington Capitals. Der Unterschied: Der Russe hat mit dem Team aus der US-Hauptstadt 2018 schon einen Stanley Cup gewonnen. Aber gegen einen zweiten Titel ist ja auch nichts einzuwenden. Folglich hat er für die Saison 2026/27 noch einmal bei den Capitals unterschrieben. Bleibt er von Verletzungen verschont, spricht nichts dagegen, dass er erneut 30 bis 40 Tore schießt und somit seine Position als bester Torschütze der NHL-Geschichte weiter ausbaut. Als Kirsche auf der Sahnetorte könnte im Frühsommer nächsten Jahres der zweite Titel winken.

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Anders Lee (Utah Mammoth)

Im Unterschied zu Benn und Ovechkin hat sich Anders Lee dazu entschieden, die Franchise, bei der er groß geworden und zum Führungsspieler gereift ist, zu verlassen. Der US-Amerikaner, der die Islanders auch als Kapitän aufs Eis führte, hat sich den Utah Mammoth angeschlossen. Mit seiner Erfahrung kann er vor allem in der Kabine ein wertvoller Faktor für das Team sein. Zudem ist er immer noch für 20 Tore und 40 Scorerpunkte pro Saison gut. 

John Carlson (Tampa Bay Lightning)

Nach dem Abgang von Darren Raddysh (Toronto Maple Leafs) mussten die Lightning etwas tun, um die Lücke auf der rechten Abwehrseite zu füllen. Das ist ihnen mit Veteran John Carlson gelungen. Carlson, seit 2009 in der Liga, hat einen guten Aufbaupass, kann das Überzahlspiel lenken und ist jeden Abend immer noch für 23 bis 25 Minuten Eiszeit gut. Und das, obwohl er schon 36 ist. Auch was die offensive Produktion betrifft, kann er die Rolle von Raddysh übernehmen. 50 bis 60 Scorerpunkte kann er liefern. Das würde den Lightning helfen.

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Viktor Arvidsson (Detroit Red Wings)

Die Red Wings waren in der vergangenen Saison auf Platz 30 in der Liga, was Tore bei Fünf gegen Fünf angeht. Genau da hat Arvidsson seine Stärke. 45 Scorerpunkte hat er in der abgelaufenen Runde bei gleicher Spielerzahl auf dem Eis abgeliefert. Er kann außerdem eine verlässliche Rolle in einer der beiden Überzahlformationen einnehmen. Hinzu kommt die Unsicherheit in Detroit, wie es mit Dylan Larkin weitergeht. Er würde gerne zu einem anderen Team getradet werden. Und Routinier Patrick Kane ist noch Unrestricted Free Agent.

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