DEV CAMP | Malhotra & Aaram-Olsen

Eine Woche nach dem NHL Draft 2026 haben die jungen Talente, die von den 32 NHL-Teams gewählt wurden, ihre ersten Erfahrungen mit ihren Organisationen gemacht. Unter den hoffnungsvollen Nachwuchsspielern ist auch Caleb Malhotra, der in der ersten Runde mit dem dritten Pick von den Vancouver Canucks auserkoren wurde.

Zeitreise in die Kindheitstage

Malhotra bekam die Gelegenheit, verschiedene Mitarbeiter der Canucks und die anderen Nachwuchsspieler des Franchise kennenzulernen und auf dem Eis mit ihnen zu arbeiten. Er befindet sich allerdings in einer besonderen Situation. Sein Vater, der langjährige NHL-Spieler Manny Malhotra, ist nämlich der Trainer der Canucks. Dementsprechend ist er für viele Mitglieder der Canucks kein ganz so unbekanntes Gesicht wie die anderen jungen Spieler.

„Ich habe ihm gesagt, dass ich mich an ihn erinnere, er sich aber wohl kaum an mich“, lachte Mikael Samuelsson. Er ist in Vancouver der für die Spielerentwicklung zuständige Trainer und spielte von 2009 bis 2012 für die Canucks, die letzten zwei Jahre davon gemeinsam mit Malhotra Senior. „So alt bin ich. Es ist wie mit meinen Kindern. Caleb ist als Kind durch die Kabine und die Arena gerannt. Jetzt ist er ein sehr guter Eishockeyspieler geworden und noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung.“

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Guter erster Eindruck

Während den verschiedenen Übungen auf dem Eis bekam Malhotra eine erste Gelegenheit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Er ist ein vielversprechender Zwei-Wege-Center, der mit einer Mischung aus guter Technik, Körpereinsatz, Spielverständnis und harter Arbeit in Offensive und Defensive besticht. Vergangene Saison kam er in der Ontario Hockey League auf für die Brantford Bulldogs auf 84 Punkte (29 Tore, 55 Assists) und eine Plus-Minus-Bilanz von +33 in 67 Spielen.

Jetzt gilt es, diese Fähigkeiten auf das nächste Level zu bringen und auch auf NHL-Niveau zu zeigen. Das ist für starke Nachwuchsspieler keine Selbstverständlichkeit. Nicht jeder, der in den kanadischen Juniorenligen solche Leistungen bringt, kann das auf das härtere und schnellere Spiel der NHL übertragen. Malhotra machte aber einen guten ersten Eindruck und sammelte bei Samuelsson Pluspunkte.

„Man sieht seine gute Technik und seinen Willen“, sagte Samuelsson über Malhotras erste Woche. „Er will vielleicht nicht unbedingt angeben, aber er zeigt seine Fertigkeiten und wie sehr er sich bemüht. Die ganze Woche hat er Fragen gestellt und war voll involviert. Wenn man eine Präsentation gibt, merkt man, wer genau aufpasst. Er hört zu und lernt. Das ist der erste Schritt. Erst wächst man, dann kann man anfangen mitzureden. Er ist ein super Schüler.“

Lernen von Legenden

Für die jüngsten Canucks ging es auch darum, die Organisation kennenzulernen und etwas über die Identität, die Erwartungen und die Ziele in Vancouver zu erfahren. Dafür gab es neben dem Training auf dem Eis verschiedene Vorträge und Treffen mit wichtigen Mitarbeitern und Funktionären wie General Manager Ryan Johnson.

„Ich verstehe jetzt etwas besser, was es bedeutet, ein Canuck zu sein, nachdem ich mit einigen Leuten in der Organisation gesprochen habe“, betonte Malhotra. „Wenn man die Präsentationen der Sedin-Zwillinge hört, lernt man einiges über Professionalität und die harte Arbeit, die man leisten muss, um es in die NHL zu schaffen. Wenn man es dann geschafft hat, muss man immer weiterkämpfen. Sie haben das alles selbst durchgemacht und wissen, was nötig ist, um der Beste zu sein. Ich versuche auf jeden Fall, sie nachzuahmen und so viel wie möglich von ihnen zu lernen.

Das Treffen mit den Sedin-Zwillingen war für den Canucks-Nachwuchs sicherlich ein Höhepunkt. Immerhin sind sie die wohl größten Legenden der Franchise-Geschichte. Daniel Sedin und Henrik Sedin prägten die Mannschaft für beinahe zwei Jahrzehnte von der Saison 2000/01 bis 2017/18. Henrik ist mit 1070 Punkten (240 Tore, 830 Assists) der beste Scorer und Vorbereiter in der Geschichte der Canucks, gefolgt von Daniel, der der beste Torjäger ist, mit 1041 Punkten (393 Tore, 648 Assists).

Sedin Brothers

Die vergangenen vier Jahre machten die beiden Sedins noch Samuelssons Job als Development Coach. Nun steigen sie in der Rangfolge auf und teilen sich den Titel des President of Hockey Operations. Das Engagement für die heranwachsenden Talente wollen sie aber wohl weiterführen, was auch Sinn macht, denn kaum jemand genießt vom ersten Moment an so einen Respekt wie die beiden Schweden.

„Wenn sie in den Raum kommen, merkt man, wie jeder sich aufsetzt und sich konzentriert“, berichtete Malhotra über den Respekt, den die Sedins genießen. „Sie sind angesehene Spieler, jeder achtet sie. Sie sprechen nicht besonders laut, deshalb wird jeder sofort still, wenn sie anfangen zu reden und passt auf.“

Harte Arbeit, Disziplin und professionelles Verhalten sind einige der Eckpfeiler, die die Sedins für eine langjährige und erfolgreiche Karriere predigen. Laut Samuelsson scheint das für Malhotra nicht nur machbar zu sein, sondern ihm, seiner Persönlichkeit und seiner Spielweise sogar in die Karten zu spielen. Macht sich der Trainersohn weiterhin so gut, wie Samuelsson es ihm nach seiner ersten Woche bescheinigte, könnte er der nächste große Führungsspieler der Canucks werden.

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