Ovi 7-5

Seit die Carolina Hurricanes am 14. Juni das Stanley Cup Finale 2026 für sich entschieden haben, gab es für die General Manager der 32 NHL-Teams viel zu tun. Der NHL Draft 2026 ging am 26. und 27. Juni über die Bühne, viele Spieler wechselten in Transfers die Mannschaft und am 1. Juli endeten die Verträge vieler Spieler, denen seitdem wieder neue Angebote als Free Agents gemacht werden können. Während manche Teams relativ untätig blieben oder sogar Spieler verloren, konnten andere sich hingegen deutlich verstärken und sehen bisher nach den Gewinnern der diesjährigen Free Agency aus.

Sharks verstärken Abwehr

Die San Jose Sharks schafften es vergangene Saison nicht in die Stanley Cup Playoffs, machten aber klar, dass sie mit ihrem jungen Team einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hatten. Die Offensive konnte sich mit jungen Talenten wie Macklin Celebrini, Will Smith und Collin Graf sehen lassen, die Abwehr war aber eine Schwachstelle.

In den vergangenen Tagen schaffte General Manager Mike Grier es, die Veteranen Jacob Trouba und Darnell Nurse für seine Defensive zu gewinnen. Trouba unterschrieb als Free Agent, Nurse kam in einem Transfer von den Edmonton Oilers. Bereits zwei Wochen zuvor hatte Grier in einem Transfer mit den Buffalo Sabres Michael Kesselring einen weiteren Verteidiger gesichert. Als Free Agents unterschrieben außerdem Torwart Eric Comrie und Stürmer Mason Marchment.

Die Sharks haben nun eine deutlich verbesserte Abwehr, mehr Härte und mehr Tiefe im Tor. Mit diesen Zugängen könnten sie ernstzunehmende Playoff-Anwärter sein.

Ein letztes Hurra für Ovi

Die Washington Capitals verpassten die Playoffs vergangene Saison knapp um einen Platz und vier Punkte. Es war nicht der Abschied, den sie sich für ihre lebende Legende Alex Ovechkin vorgestellt hatten. Der Vertrag des besten Torschützen der NHL-Geschichte lief im Alter von 40 Jahren aus und er ließ offen, ob er seine Karriere beenden würde.

WSH@UTA: Ovechkin trifft dreifach gegen die Mammoth

Um Ovechkin für ein weiteres Jahr zu überzeugen, musste GM Chris Patrick zeigen, dass das Team in der kommenden Saison bessere Chancen haben würde. In Transfers kamen die Veteranen Alex Tuch und Jordan Kyrou als Verstärkung für die Offensive. Als Free Agent unterschrieb Boone Jenner, der bisherige Kapitän der Columbus Blue Jackets. In der Abwehr sorgte Patrick mit den Verpflichtungen von Vincent Desharnais und Justin Holl für mehr Tiefe.

Die Strategie war erfolgreich. Am 2. Juli unterschrieb Ovechkin für ein weiteres Jahr bei den Capitals, um einen letzten Anlauf auf den Stanley Cup zu nehmen. Washington geht deutlich verstärkt aus den frühen Tagen der Sommerpause hervor und sollte nächste Saison ernst genommen werden.

Grundsanierung in Toronto

Bei kaum einer Mannschaft gab es so viel Bewegung wie bei den Toronto Maple Leafs. Nachdem sie die Playoffs deutlich verpasst hatten, wechselten sie den General Manager und ersetzten Brad Treliving durch John Chayka. Der neue GM wurde umgehend tätig, entließ Trainer Craig Berube und stellte stattdessen Jim Hiller ein. Danach gingen die Umbauarbeiten im Kader weiter.

Verteidiger Darren Raddysh sollte eigentlich der größte Name der Free Agency werden, doch so weit ließ Chayka es nicht kommen. Er verpflichtete Raddysh in einem Transfer von den Tampa Bay Lightning und schloss mit ihm einen neuen Vertrag ab. Außerdem holte der neue GM Verteidiger Emil Andrae ins Team und nahm die Stürmer Teddy Blueger, Nick Paul, Colton Sissons, Jack Roslovic und Brandon Duhaime unter Vertrag. Der größte Coup neben dem Zugang von Raddysh war aber Torwart Sergei Bobrovsky. Der Stanley Cup Gewinner aus den Jahren 2024 und 2025 unterschrieb für drei Jahre.

BOS@TBL: Raddysh haut die Scheibe rein

Die Maple Leafs haben heute deutlich mehr Tiefe und Härte als noch vor wenigen Wochen, sind flexibler, haben einen der besten Offensivverteidiger der vergangenen Saison und einen der erfolgreichsten Torhüter der Liga.

Zito schafft mit begrenzten Mitteln viel

Die Florida Panthers haben eine katastrophale Saison hinter sich, die von zahlreichen und oft langfristigen Verletzungen geprägt war. Kapitän Aleksander Barkov fiel die gesamte Saison über aus, andere Leistungsträger wie Matthew Tkachuk verpassten große Teile der Saison. Für große Veränderungen hatte GM Bill Zito kaum Platz im Salary Cap, dafür schaffte er aber Einiges.

Der Geniestreich war der Transfer von Brady Tkachuk nach Florida. Bobrovskys Abgang war angesichts des knappen Budgets kaum vermeidbar, daher bereitete Zito sich bereits in den Tagen vor der Free Agency darauf vor und holte mit Jacob Markstrom und dem Schweizer Akira Schmid ein neues Duo ins Tor der Panthers. Außerdem lotste Zito die Verteidiger Radko Gudas und Alex Petrovic sowie Stürmer Lars Eller zu den Panthers.

Mit Tkachuk haben die Panthers einen Spitzenstürmer für sich gewonnen, der Umbau im Tor war notwendig und hätte deutlich schlechter laufen können, das Team hat mehr Tiefe in der Abwehr und Eller ist ein fähiger und erfahrener Angreifer. Mit den Verstärkungen und einem gesünderen Kader sollten die Panthers wieder in die Playoffs zurückkehren und ein Titelanwärter sein.

Brady Tkachuk wird von den Senators zu den Panthers getradet

Verstärkung für Draisaitl und McDavid

Das frühe Aus in den Playoffs gegen die Anaheim Ducks war für die Edmonton Oilers eine bittere Enttäuschung. Immerhin haben sie mit Connor McDavid und Leon Draisaitl zwei der besten Spieler der Welt. GM Ken Holland reagierte nun mit einigen Veränderungen im Kader.

Der hochdotierte Vertrag von Verteidiger Nurse sorgte in Edmonton schon lange für Kritik. 9,25 Millionen US-Dollar pro Jahr schienen schlicht zu viel für ihn zu sein und die Oilers haben ohnehin kaum Platz im Salary Cap. Mit dem Transfer zu den Sharks verschaffte sich Holland mehr Spielraum und erhielt dafür sogar die jungen Abwehrtalente Shakir Mukhamadulin und Zachary Sharp. Als Ersatz für Nurse wurde Ryan Shea verpflichtet. Holland kümmerte sich auch um neue Torhüter, eine schon lange kritisierte Schwachstelle der Oilers. Nun steht mit Frederik Andersen der aktuelle Stanley Cup Champion zwischen den Pfosten, unterstützt von Devon Levi als Nummer zwei. Für mehr Tiefe in der Offensive kam außerdem Mathieu Joseph.

CAR@MTL, ECF, GM4: Andersen zeigt drei Paraden in kurzer Zeit

Den Anker von Nurses Vertrag im Salary Cap loszuwerden, öffnete neue Türen und die Verpflichtung der beiden neuen Torhüter war lange überfällig. Zudem haben die Oilers etwas an Tiefe gewonnen.

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