Dany Heatley

NHL.com/de blickt auf bedeutende deutschsprachige Spieler zurück, die ihre Schlittschuhe für einzelne Franchises geschnürt haben. In dieser Folge die Ottawa Senators.
Die Ottawa Senators wurden am 16. Dezember 1991 gegründet und nahmen zum Beginn der Saison 1992/93 den Spielbetrieb in der NHL auf.

Wenn ihnen bisher auch noch kein Stanley Cup Sieg gelang, zogen sie immerhin in das Stanley Cup Finale 2007, in dem die Anaheim Ducks mit 4:1 Siegen die Oberhand behielten.
Zwischen 1893 und 1954 gab es bereits ein gleichnamiges Franchise, das von 1917/18 bis 1933/34 in der NHL beheimatet war, und zehnmal den Stanley Cup gewinnen konnte.
Für die vor knapp 30 Jahren neugegründete Organisation waren im Laufe der Zeit sieben Akteure aus dem deutschsprachigen Raum aktiv. Drei davon waren Deutsche und vier von Schweizer Nationalität.

Top 10 Spielzüge der Senators... bisher

Der prominenteste Vertreter dieser Riege ist zugleich ein Sonderfall in unserer Liste der deutschsprachigen Kufen-Cracks. Denn er sprach über viele Jahre gar nicht Deutsch. Zumindest nicht flüssig, wie er betonte, als er im Jahre 2015 zum Ausklang seiner aktiven Zeit zu den Nürnberg IceTigers in die DEL wechselte. Die Rede ist von NHL-Topstar Dany Heatley.
Heatley zählt offiziell, zusammen mit Erich Goldmann und Christoph Schubert, zu den drei Deutschen, die für Ottawa in der NHL aktiv waren.
Der in Freiburg im Breisgau geborene Heatley spielte international für Kanada, besitzt aber auch einen deutschen Pass.
Heatley wurde beim NHL Draft 2000 an Nummer zwei von den Atlanta Thrashers ausgewählt. Er trug von 2005 bis 2009 das Trikot der Senators, war bei ihnen fester Bestandteil der Mannschaft, die es im Frühsommer 2007 bis in das Cup-Finale gegen die Ducks geschafft hatte.
Es war zugleich die sportlich erfolgreichste Phase in seiner langen Karriere, während der er es auf 791 Scorerpunkte in 869 NHL-Spielen gebracht hat. In 77 Playoff-Einsätzen gelangen ihm 16 Tore und 47 Vorlagen.
Bei den Senators erreichte er sowohl 2005/06 als auch 2006/07 die Marke von 50 Saisontreffern. In den Playoffs 2007 gelangen ihm zudem sieben Tore und 15 Vorlagen in 20 Begegnungen. Zahlen, die noch heute beeindrucken.
Mit seinem Wechsel zu den San Jose Sharks zur Saison 2009/10 begann für Heatley ein langsamer sportlicher Abstieg. Seine besten Jahre in der Liga verbrachte der Top-Draft-Pick in Ottawa. Zudem lieferte er bei der kanadischen Nationalmannschaft beeindruckende Leistungen ab. Er wurde Weltmeister (2003, 2004), Olympiasieger (2010) und gewann mit Team Canada den World Cup of Hockey (2004).

Roman Wick

Ebenfalls sehr gute Jahre in Ottawa erlebte Schubert, der nahezu zeitgleich mit Heatley seine Schlittschuhe für die Senators schnürte. Der Verteidiger, ein Viertrundendraftpick des Klubs in 2001, arbeitete sich über das Farmteam aus Binghamton in den NHL-Kader hoch.
Zwischen 2005 und 2009 brachte es Schubert auf 268 reguläre Saisonspiele und 31 Playoffpartien. 23 Tore schoss der Defensivspezialist für die Senators, bevor er seine aktive Karriere nach einem Wechsel zu den Atlanta Thrashers und einem Kurzaufenthalt in Schweden, in Deutschland langsam ausklingen ließ.
Der Eishockey-TV-Experte von 'Sport1', Rick Goldmann, kam auf einen NHL-Einsatz für die Senators. Am 11. November 1999 bestritt Ottawas Achtrundendraftpick (Nummer 212) von 1996 bei der 1:2-Niederlage gegen die Nashville Predators sein einziges Spiel. Ein Punkt oder gar ein Tor wollte ihm allerdings nicht gelingen. Goldmann spielte nach drei Jahren in Nordamerika ab der Saison 2000/01 für die Moskitos Essen, den ERC Ingolstadt und die Iserlohn Roosters in der DEL, bevor er 2008 seine Spieler-Laufbahn beim EHC München in der 2. Liga beendete.
Zahlenmäßig ist die Fraktion der Eidgenossen in der Franchise-Geschichte der Senators größer als die der Deutschen.
Der prominenteste unter ihnen ist Torwart Martin Gerber, der von 2006/07 bis März 2009 in 100 Hauptrundenspielen für Ottawa im Kasten stand (49-36-8). Hinzu kommen für den Schlussmann, der beim Draft 2001 an Position 232 von den Mighty Ducks of Anaheim ausgewählt wurde, vier Playoffeinsätze in der kanadischen Hauptstadt.
Somit hat Gerber, der 2006 den Stanley Cup mit den Carolina Hurricanes gewann, fast die Hälfte seiner 229 NHL-Partien für Ottawa absolviert.
Nach dem Wechsel zu den Toronto Maple Leafs (12 Spiele), hatte der gebürtige Burgdorfer noch drei Einsätze für die Edmonton Oilers in der Saison 2010/11.
In der Saison 2003/04 kam der beim NHL Draft 1998 von den Senators an Position 74 ausgewählte Verteidiger Julien Vauclair zu einem Einsatz. Flügelstürmer Roman Wick brachte es in der Spielzeit 2010/11 auf sieben NHL-Begegnungen bevor er zurück in die Schweiz wechselte.
Der US-amerikanische-schweizerische Torhüter Joey Daccord wurde 2015 an Position 199 von den Senators gedraftet und kann einen NHL-Einsatz gegen die Montreal Canadiens verzeichnen, bei dem er mit einer Fangquote von 87,5 Prozent fünf Gegentreffer hinnehmen musste.